man» von Elssen aber verfielen 1431 der Kaldenhof und späterdie Zehnten von Sieker und die Richterrevenuen von Bielefeld.
Der Graf starb 1428 und wurde in der Neustädterkirchebegraben, wo auch ein Jahr später seine Gemahlin Adelheid,eine Gräfin von Tecklenburg, beigesetzt wurde.*) Ihm folgtenoch einmal jener Adolf, doch währte dessen zweite Regierungnur bis 1437, in welchem Jahre er kinderlos starb und Wil-helm 11. Sohn Graf von Ravensberg wurde.
Gerhard II. 1437-1475.
Unter diesem Grafen treten die Adelsfamilien Bielefelds»och mehr hervor, besonders aber scheint sich ihre Macht aufden im Schutze der Stadt erworbenen und gesicherten Reichtumzu gründen. Die Familie Todrank, deren Hans in der Breiten-straße lag, Grest, die den späteren Waiseuhof besaßen, von demBusche, welche Eigener des ersten Bürgerschulhofes waren, Spie-gel, Naget, Bewessen, Eissen, Ledebur, die Erben des Wald-hofes: sie alte gehörten durch ihre Besitzungen der Stadt an.
Die Zahl dieser Adelshöfe betrug im 19. Jahrhundertnoch sechszehn und insonderheit scheinen die in der nächstenUmgebung der Stadt angesessenen Ritterbürtigen sich in derStadt angekauft zu haben; so besaßen die von Varendorf inBielefeld einen ,Hosf' mit einem Vermalter. In älteren Zeitenaber mochten die in der Stadt wohnenden Adeligen Ministerialedes Grafen sein, wie solches in einer Urkunde von 1244 vonEggehard, den Truchsessen, Lntbert von Tehem, Heinrich Top,Rudolf Nagel und Florentius von Voßwinkel zu behaupten ist.Später aber suchten viele den Schutz der Städte, vielleicht auchderen winterliche Vergnügungen, und so entstanden die sogenann-ten Geschlechter oder Patrizier, die mit den Rechten als Bürgerauch ihre Pflichten als solche zu erfüllen hatten.
Gleich am Anfang seiner Regierung 1438 versetzte der GrafGerhard das Amt Ravensberg an Lambert von Bemessen undLüdke Nagel, unter der Bedingung, daß der Droste des Spa-reuberges, von Elssen, mit anderen Verschreibungen abgefundenwerde. An Lüdecke von Grest und dessen Frau Gösken ver-pfändete er 1439 das bekannte Morgenkorn der Stadt Biele-feld und schenkte der letzteren 1442 den zwischen dem Rathauseund der Nikvlaikirche liegenden Platz und zwar mit allen daran
*) Die lateinische Grabschrift lautet in der Uebersetzung: Im Jahredes Herrn 1428 .... starb der vortreffliche Herr Wilhelm von Berg, Grafvon Ravensberg.