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Bielefeld ist die Hauptstadt der Grafschaft Ravensbergund mit der Geschichte derselben eng verwachsen. Es liegt unterdem 52 Grad 1 Min. 26 Sek. nördlicher Breite und 26Grad 11 Min. 36 Sek. östlicher Länge. Seine Lageist als eine schöne allgemein anerkannt. An feiner Südseite er-hebt sich der Teutoburgerwald, der mit seinen Höhen das frucht-bare Land nordwärts und die Ebene südlich überschaut, zugleichaber einen Blick in die Stadt hinein gewährt, wie man ihnselten findet. Ans dem Gadderbaumer Thale, berühmt seitalters her durch seine Bleichen, fließt der Lutter- oder Lanter-bach hervor.
Gerhard der II. gab nach einer Urkunde von 1452 Bielefelddie Erlaubnis, den Bach, der früher nach Süden floß, in unddurch die Stadt zu leiten. Der Sage nach soll ein Baueraus Brackwede, namens Knebel, den ersten Entwurf gemachtund ausgeführt haben. Dieser ließ mehrere Hügel nördlich vomLutterkolke durchstechen und das Wasser in das Bette desBohnenbaches führen, der damals sehr wasserreich sein mußte,da er Mühlen zu treiben imstande war. Als man, wie derRat Lonsbrnch erzählt, 1828 die Lutter reinigte, fand sich,daß das Wasser des Kolkes durch den künstlichen Damm, derseine ehemalige Verbindung mit dem nach Süden abfließendenalten Bache trennte, sickerte und folglich seine natürliche Richtungwieder aufsuchte.
Bielefeld ist gegen Osten 3 Meilen von Detmold, gegenWesten 6 von Osnabrück, gegen Süden 5 Meilen vonLippstadt und nach Norden 5 Meilen von Minden und 2von Herford entfernt. An seiner Westseite hin zieht sich
die Hannoversche Bahn; Posten und Omnibusse stellendie Verbindungen mit den benachbarten Orten Jöllenbeck,Schildesche, Heepen, Oerlinghausen, Brackwede, Spenge undWeither her.
Die bedeutsamsten Straßen sind die Niedere und Obere,welche am Rathause rechtwinklig auf einander treffen. Diealte Stadt, durch ihre rotziegeligen Dächer noch heute genau zuunterscheiden, war ehemals von Wall und Graben umgeben undhatte 5 Thore. Das zum Sparenberge hinauffuhrende, meistgeschlossen gehaltene Burgthor, das Sieker-, Niedern-, Obern-und Nebelsthor. Ueber ihnen befanden sich die Wappen derStadt, ein Thor mit 2 Türmen und 3 roten Sparren imweißen Felde, wodurch die Stadt gewissermaßen ihre Zugehörig-keit zur Burg bekundete, die ein alter Bielefelder Poet mit denWorten charakterisiert: