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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
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Lange hat sich der Name der Waldhofer Banerschaft, so hießjener Komplex von Stätten, die sich um diese Curtis gebildet,erhalten, wohl deswegen, weil sich in ihrer Mitte keine Kirche er-hob, die namengebend wirkte. Als im Jahre 1520 die Alt-und Neustadt Bielefeld ihre Doppelverwaltung aufgabeu, scheintüberhaupt die Einteilung in Viertel oder Bauerschaften üblichgewesen zu sein. Es gab damals eine „St. Niclas große Bauer-schaft", eine „Süsternkirchenbauerschaft," „Observanten-" und„Waldhofer Bauerschaft", Namen, die sich lange erhalten habenund beweisen, daß Bielefeld sich aus dorfartigen Komplexen, diesich nach und nach in einander schoben, gebildet haben muß.Daß zwischen den einzelnen Teilen freies Feld gelegen hat, da-von zeugt ein Verkauf des letzten Grafen aus dem Hause Cal-verla, worin der Stadt auf die Bitten des Magistrates 1336der Hagenbrock, ein sumpfiger Platz am Graben der Altstadt,gegen einen jährlichen Zins übertragen wird, ein Platz aujwelchem die Hagenbruchstraße mit ihren Nebengassen sich ent-wickelte. Eine ähnliche Erweiterung beziehungsweise Verschmel-zung der Bauerschaften wurde durch die 1420 geschehene Er-werbung des Brock mit dem Pothove am Nebelsthore, sowie auchdes Grabens zwischen Alt- und Neustadt, zwischen Niedernbrockund dem Damme erzielt.

So gestaltete sich allmählich ein städtisches Gesamtbild,das sich an den Sparenberg lehnte oder diesen nördlich undwestlich umzog.

Wir haben eine ähnliche Entwicklungsgeschichte in unsererNachbarstadt Herford zu verzeichnen. Auch sie entfaltete sichaus bäuerlichen Verhältnissen, aus den Höfen Oldenhervorde,südlich der Abtei, Odenhusen, am linken Ufer der Aa, und Libbere,am rechten der Werre, denen sich später die Radewich anfügte.

Der Name Bielefeld kommt in verschiedener Schreibweisevor. Wir finden ein Bilanvelde, Bilvelde, Bylvelde und Bilfelde.Man hat sich vergeblich abgemüht, die Entstehung des Namens zuerklären. Einige leiten ihn von den Vielerhöfen her, allein dann bliebeder Name „Biel" immer noch unaufgeschlossen; andere, wieTaschenmacher, reden von einer waldigen Gegend, die durchBeile kulturfähig gemacht worden sei, und nicht wenige verknüpfendie Gründung unserer Stadt mit der Herfords, indem sie er-zählen, ein Knecht habe beim Roden einem Edelinge zugerusen:„Herr fort, dat Biel fällt!"

Drei gewichtige, aber durchaus noch nicht durchschlagendeErklärungen des Namens mögen hier folgen und dem geneigtenLeser zur Beurteilung vorgelegt werden.