Druckschrift 
1 (1893)
Entstehung
Seite
576
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576 196. Der karge Bauer mit seinem faulen Knecht.

Als sie naüs kamen zv dem zaün,

35 Paide mit echzen vnd mit schnawfen,

Legtens paid kitel auf ein hawffen.

Der pawer an zw zeünen fing;

Der knecht Haincz zv den kitteln ging,

Dreet sich zwir drauff vmb hin vnd wider40 Vnd legt sich darnach darauff niderVnd krüepffet sich zam wie ain hünd.

Der Pawer in an schnarren künd:

„Was machstw da, dw fawler lawer?"

Knecht Haincz peilt in an, sprach: „Mein pawer,45 Ich maint, ich müst hewt ein hünd pleiben.Darümb thw ich solch hündczweis treiben."

Stünd doch auf, halff zeünen seim pawern.

So würden wider ains die lauern.

Ains tags, als sie auch dreschen sollen50 Vnd frue vor suepen essen wolten,

Trueg ein plabe milch süeppen her,

Sagt der pawer züm Hainczen, werEin plabe milch, natürlicher weisGar ain gesünte katzen speis,

55 Darfon der mensch würdt leicht vnd ringVnd gwün liecht äugen aller ding.

Als nün die süppen het ain ent,

Knecht Haincz sich naws in stadel dent.

Der pawer lies im nach den sachen60 Erst ein spandickes airschmalz machen.

Knecht Haincz dacht: Weil dw mich thest effenMit plaber milch, so wil ich dreffenDen pawern wider. Vnd stil schwieg,

Im stadel auf die pretten stieg.

65 Darauff klettert er hin vnd wider. [Bl. 105]

Nach dem der pawer ging auch niderIn stadel, wolt auch dreschen mit.

Da fünd er sein knecht Hainczen nit,

Schawt hin vnd wider ymer zw;

Er schray laut: „Haincz, Haincz, wo pistw?"

70 Maint, er wer daüß hinter dem zaün.

Der Haincz schrir wie ain kacz: „Maün, awn!"