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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Baumgärtner Baumkitt-, Mörtel, -Salbe.

seines Kantons bei der Eidgenössischen Tagsatzung,war er bemüht, eine Revision der Bundesver-sammlung u. des. die Trennung des KantonsBasel zu erwirken. Wie er in der Politik zu denersten Liberalen gehörte, so widersetzte er sich allenReactionsversnchen der St. Galler Ultramontanen,befürwortete Las freisinnige System der öffent-lichen Erziehung, die Aushebung des Doppel-bisthums Chur-St.-Gallen rc. Jndeß entfernteer sich allmählich von der liberalen Partei u. sprachsich bereits in der Aargauischen Klostersache mitdem größten Theil des Großen Rathes von St.Gallen für die Herstellung aller Klöster aus. Des-halb angefeindet von seinen früheren Meinungs-genossen, trat er 1841 sowol aus dem Großen,als aus dem Kleinen Rathe u. behielt nur nochdie Stelle als Gesandter bei der Tagsatzung, dieer jedoch nachher auch ausgab. 1842 redigirte erdie neue Schweizer-Zeitung, trat im nächsten I.schon wieder in die Regierung seines Kantons u.zog namentlich den Hatz aller Liberalen auf sichdurch die Schrift: Die Jesuitcnfrage u. die In-struction von St. Gallen, daher er 1847 aus derRegierung entsernt wurde. Von da an war erLeiter der ultramontanen Fractiou im GroßenRathe von St. Gallen, lebte in den 50er Jahrenals Eisenbahndirector in Chur, wurde 185760zu St. Gallen in den Ständerath gewählt, ge-langte 1859 durch einen Wahlsieg seiner Parteineuerdings in die Regierung, bis die Abneigungder wieder siegreichen Liberalen ihn 1864 aufimmer daraus entfernte. Er st. im Juli 1869 zuSt. Fiden bei St. Gallen. Er sehr.: Erlebnisse ausdem Felde der Politik, Schaffhausen 1844;Schweizerspiegel, Zürich 1851; Die Schweiz inihren Kämpfen u. Umgestaltungen von 1830 bis1850, Zürich 1866 , 4 Bde.; Geschichte desschweizerischen Freistaates u. Kantons St. Gallen,ebd. 1868, 2 Bde. (bis 1830 reichend). Seinehistorischen Werke sind ganz im Interesse desUltramontanismus gehalten.

Baumgärtner, 1) Augu stin, kath. Theolog,geb. 1531 in München; stndirte seit 1548 in Ingol-stadt u. wurde nachher Rath Herzog Albrechts V.von Bayern; ging als solcher 1562 mit dem Theo-logen Cavillon zum Tridenter Concil, wo er dieGebrechen der Kirche rügte u. zur Abwehr großenVerlustes für den Katholicismus Verbesserung derSchulen, Aufhebung des Cölibats u. Spendungoes Abendmahls unter beiden Gestalten beantragte;allerdings ohne Erfolg. B. verließ vor dem wach-senden Einfluß der Jesuiten den Hof u. wurdeKanzler in Landshut; st. 18. Apr. 1599. 2)AdamFriedr. Gotthelf, Buchhändler, geb. 1759 zuSchneeberg; war erst Advocat, dann Buchhändler zuLeipzig, begründete die Baumgärtnersche Verlags-buchhandlung u. das Jndustriecomptoir daselbst,welches er seinem Bruder Heinrich B. 1820 über-trug; er wurde 1816 kömgl. preuß. Generalconsulu. 1820 Geheimer Hofrath; st. 1843. Er schr.:Reisen durch einen Theil von Spanien, Leipzig1793; Geschichte der Grafen von Sendoza; GustavAdolf als Freund u. Liebhaber u. m. a. AlsVerleger befaßte er sich namentlich mit der Her-ausgabe verschiedener technischer u. illustrirterZeitschriften, unter denen die Allgemeine Moden-

zeitung eines der gelesensten belletristischen Blätter,war. 3) Karl Heinr., namhafter Medicinergeb. 21. Oct. 1798 zu Pfvrzheim; stndirte inTübingen u. Heidelberg Naturwissenschaften undwurde 1824 Professor der medicinischen Klinik zuFreiburg; 1862 legte er sein Amt nieder. Er er-warb sich besondere Verdienste durch seine Beob-achtungen über die Entwickelung des Embryo,wodurch er zur Feststellung der Zellentheorie denAnstoß gab. Er schr.: Über die Natur u. Behänd-lnng der Fieber, Freib. 1827; Beobachtungenüber Nerven u. Blut, ebd. 1830; DualistischesSystem der Mediciu, ebd. 183537, 2 Bde., u. ö.;Kraukenphysiognomik, ebd. 1839, 2. A., 1841 f.,mit Atlas; Neue Untersuchungen in den Gebietender Physiologie u. prakt. Heilkunde, ebd. 1845;Neue Behandlungsweise der Lungenentzündung,Stuttgart 1850; Lehrbuch der Physiologie, ebd.1853; Nähere Begründung der Lehre von derEmbryonalanlage, Stuttg. 1854; Lehrbuch derallgemeinen Pathologie u. Therapie, 8. A., ebd.1854; Anfänge zu einer physiolog. Schöpfungs-geschichte, ebd. 1855; Schöpfungsgedanken, 2. Thl.,Freib. 185659; Vermächtnisse eines Klinikers,Freib. 1862. S) Thamhayn.

Baumgericht, feierliche Gerichte, die imMittel-alter unter Bäumen gehalten wurden; so dasKehmgericht zu Dortmund.

Baumholder, Stadt im Kreise St. Wendeldes preußischen Regbez. Trier; Acbatbrüche undAchatschleifereien, Eisenwerke; Schweinemärkte;1708 Ew.

Baumholz (Forstw.), 1) gemeinschaftliche Be-zeichnung derjenigen Holzarten, welche zu hoch-stämmigen Bäumen erwachsen, im Gegensätze zuStrauchholz. 2) (Baumholzung) Aus Samen er-wachsener Holzbestand (Hochwald, s. d.), im Ge-gensätze zu Ausschlagholz od. Niederwald.

Banmhühner nennt man 2 sehr verschiedeneFamilien amerikanischer Vögel, nämlich a) dieauch unter dem Namen Jakuhühner (s. d.) be-kannten u. b) eine Gruppe von Vögeln, welche inAmerika die Stelle der ihnen sehr ähnlichen altwelt-lichen Feldhühner vertritt. Diese meist mittelameri-kanischen B. (OckoirtopIroriKcmiÄ., d. i. Zahnträger)sind ausgezeichnet durch den kurzen, aber sehr hohen,an der Schneide des Kiefers oft gezähnten Schnabelu. den hochläufigen, langzehigen Fuß ; ein Spornfehlt ihnen. Dahin gehören namentlich die Ca-puere (Ockonbopiiorns äenkabns ein bra-

silianischer Waldvogel mit wohlschmeckendem Fleische,welcher dort etwa unser Haselhuhn ersetzt; dievirginische od.Baum-Wachtel, das Colin-huhn (Ort/L virAinianns O-o-rkck.), östlich vomFelsengebirge, zwischen dem Meerbusen von Me-xico u. Canada, in ihrer Lebensweise etwa unseremRepphuhne zu vergleichen; soll das wohlschmeckendsteWild des wildreichen Amerika sein, ist indessenschwer zu jagen. Die Acclimatisation der B. wirdlebhaft empfohlen. Thomo.

Baumkitt-, Mörtel, -Salbe (Obstb.), Massezum Verschmieren größerer Wunden der Bäume.Die gebräuchlichste Mischung besteht aus H Lehm,A Kuhfladen u. etwas Kälderhaaren, welche durchBeimischung von etwas Kalk od. dickem Terpentinhaltbarer gemacht werden kann. Auch Steinkohlen-

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