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Baumgarten-Crusius — Baumgartner.
über die materielle nicht. Höchst unbillig war esjedenfalls, daß man B. gar nicht hörte. Auf dieEntlassung folgten mannigfache gerichtliche Ver-folgungen wegen Preßvergehen. B. gehört zuden eifrigsten, kräftigsten, Borfechtern des Prvte-stanteuvereins, in dem er mit dem »erst. Rothedie rechte Seite vertritt. Seit 1874 ist er Mit-glied des Deutschen Reichstages. Seine Schriftensind: 12 Thesen über Gegenwart u. Zukunft derKirche, 1848; Apostelgesch., Braunschw. 1851,2.Aust., 1859; Nachtgesichte Sacharjas, Braunschw.1854—55, 2. Aust., 1859; Denkmal für KlausHarms, 1855; Nathanael u. Jona, 1855; Noth-gedrungenes Wort in einer schleswigschen Sache,1855; Prot. Warnung u. Lehre, 1856; Die Hl.Schrift n. der Landeskatechismus, 1857—58;Eine kirchliche Krisis in Mecklenburg, 1858; DieGesch. Jesu, 1859; Schleiermacher als Theolog,Berl. 1862; 12 kirchengesch. Worte, Berl. 1869;Anti-Kliefoth, Berl. 1874 u. a. Schriften fürihn: Schenkel, Die Amtsentlassung des Prof. B.,Dsrmst. 1858; Stndt, Der treue, wackere ZeugeProf. B., Altona 1866. Gegen ihn: Das Ver-fahren wider den ord. Prof. d. Theol. vr. B.,geschichtlich u. rechtlich, Schwerin 1858; DieSache des Prof. B., theol. und jurist. beleuchtetvon D. Fr. Delitzsch u. D. Ad. v. Scheurl.5) Hermann, deutscher Geschichtschreiber, geb.28.Apr. 1825 zu Lesse im Herzogth. Braunschweig;begann seine Laufbahn 1848 als Lehrer am Gym-nasium zu Braunschweig, lebte aber seit 1850 derPublicistik u. seit 1852 in Heidelberg, Münchenu. Berlin historischen Studien, erhielt 1861 eineProfessur für Geschichte u. Literatur am Polytcch-nicum in Karlsruhe u. 1872 an der UniversitätStraßburg. Schr. mehrere polit.-histor. Flug-schriften u. die Geschichte Spaniens vom Aus-bruch der franz. Revolution bis ans unsere Tage,Lpz. 1865—71, 3 Bde. L» Löffler. ü> H-n„e-Am Rhyn.
Baumgarten-Crusiirs, 1) Detlev KarlWilhelm, verdienstvoller Schulmann, Sohn des1817 verstorbenen Gottlob Ang. B. (welcherPrediger an der Kreuzkirche zu Dresden u. späterSuperintendent in Merseburg war u. den Namenseines Stiesvaters Crusius mit dem seinigen ver-band), geb. 24. Jan. 1786 zu Dresden; studirteseit 1803 zu Leipzig u. Halle Theologie, wurde1810 Conrector zu Merseburg, 1817 Conrectoran der Kreuzschule zu Dresden, 1833 Rector inMeißen u. st. hier 12. Mai 1845. Philologischwar er durch Ausgaben des Homeros, Suetouiusu. a. thätig; seine warme Begeisterung für die Be-freiung des Vaterlandes documeutirte er durchmehrere Schriften (Vier Reden an die deutscheJugend, Altenb. 1814); sein Hauptvcrdienst ruht inseiner pädagogischen Lhätigkeit, der auch mehrereSchriften entsprungen sind (Briefe über Erziehungan Gelehrtenschulen, Lpz. 1824). Eines seinerletzten Werke war die Biographie von GeorgFabricius, Meißen 1839. Seine Lebensbeschreibungverfaßtesein Sohn Arthur, Oschatz 1853.2) LudwigFriedrich Otto, Bruder des Vor., geb. 31.Juli 1788 zu Merseburg, studirte zu Leipzig Theo-logie, wo er 1809 Privatdocent u. 1810 Univer-sitätsprediger wurde u. ging 1812 als Professornach Jena, er st. hier 31. Mai 1843. Von seinen
zahlreichen Schriften sind die bedeutendsten dieder Dogmatik u. Dogmengeschichte gewidmeten(Lehrb. d. Dogmengesch., 2 Bde., Jena 1832;Compend. d. Dogmengesch., 2 Bde., Leipzig 1840;Grundriß der Dogmatik, Jena 1830). Seineexegetischen Schriften zum N. T. wurden nachseinemTodein3Bdn., Jena1845 s., heransgegeben.Bemerkenswerth sind auch die Charakteristikenvon Schleiermacher. Jena 1834, u. Lainennais,ebd. 1834. Er nimmt einen nach allen Seitenfreien, sowol von der Orthodoxie, als vom vul-gären Rationalismus abweichenden Standpunktein. Der Vers, der Schrift: Die unsichtbare Kirche,Lpz. 1816, ist sein Bruder Karl Wilhelm.
Baumgartner, 1) Andreas, Frhr. v. B.,österr. Staatsmann u. Gelehrter, geb. 23. Nov.1793 zu Friedberg in Böhmen; studirte seit 1810zu Wien bes. die mathematischen Wissenschaften,wurde 1815 Assistent in der philosophischen Fa-cultät daselbst, 1817 Professor der Physik amLyceum zu Olmütz u. 1823 Professor der Physikan der Universität zu Wien. Er gab Kränklichkeitwegen seine Stelle auf u. wurde Regierungsrathu. Director der kaiserlichen Roßauer Porzellan-,Gußspiegel- n. Smaltefabriken in der Roßau,später Director der kaiserl. Ärarial-Tabakfabriken;besorgte seit 1846 die Anlegung der elektrischenTelegraphen u. wurde 1847 Director des Eisen-bahnbaues. 1848 übernahm er im MinisteriumPittersdorf das Portefeuille der öffentlichen Bauten;nach der Niederlegung dieses Amtes dirigirte ereine Abtheilung des Finanzministeriums u. über-nahm im Mai 1851 wieder das Ministerium fürHandel, Gewerbe u. öffentliche Bauten u. Ended. I. bis 1855 auch das Finanzministerium,wurde auch Präsident der Akademie der Wissen-schaften. Er wurde 1854 in den Freiherrnstanderhoben, trat im März 1855 ans dem Mini-sterium u. wurde 1861 Mitglied des Reichsrathesim Herrenhause. Er st. 29. Juli 1865 zu Hietzing.Vgl. Schrötter, B., eine Lebensskizze, Wien1866. Er schr.: Aräometrie, Wien 1820; Me-chanik in ihrer Anwendung aus Künste u. Ge-werbe, ebd., 2. A., 1823; Naturlehre, ebd. 1823,3 Bde., 8. A., 1844 f.; Ansangsgründe der Natur-lehre, ebd. 1838,3.A., 1851; Anleitung znmHeizender Dampfkessel, 1841; begründete die Zeitschriftfür Physik u. Mathematik, die er mir A. vonEttinghausen (Wien 1826—32, 10 Bde.), dannallein als: Zcitschrist für Physik u. verwandteWissenschaft (ebd. 1832—37, 4 Bde.) herausgab.2) Gallus Jakob, schweizerischer Staatsmann,geb. 18. Oct. 1797 zu Altstätlen im Kanton St.Gallen; studirte zu Freiburg in der Schweiz u.seit 1816 in Wien die Rechte, wurde hier aber1819 wegen angeblicher Theilnahme an politischenUmtrieben verhaftet u. 1820 ans den österr.Staaten verwiesen; er wurde dann Vorsteher desStaatsarchivs zu St. Gallen; kam 1825 in den Gr.Rath, wurde 1826 erster Staatsschreiber undwirkte sehr thätig aus den Tagsatzungen. B. wareifriger Vertheidiger der Volksrechte u. lhat 1831viel für die neue Verfassung von St. Gallen. Inden Kleinen Rath gewählt, erwarb er sich in derLeitung der Angelegenheiten seines Kantons ent-schiedene Verdienste. Seit 1831 erster Gesandter
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