ben, so z. B. Wiesbaden, Baden-Baden rc.; s. u.^guas.
Die alten Deutschen liebten nach Casar daskalte B. in Flüssen, nach Tacitus (Vsrm. o. 22)badeten sie warm. Öffentliche Bäder wurden inDeutschland erst nach der Zeit der Kreuzzüge an-gelegt, und die Badeverrichtungen von besonderenPersonen (Badern) besorgt. Für die ärinerenVolksklassen bestanden besondere Stiftungen (seel-bäder), wo sie das B. unentgeltlich erhielten.Solche öffentliche Bäder sind in Europa, nament-lich in Deutschland u. England, nicht nur in gro-ßen, sondern auch mittleren Städten wieder ein-gerichtet, wenngleich es hier auch beschämendeAusnahmen gibt, wie überhaupt diese für dieöffentliche Wohlfahrt (besonders der unteren Volks-klassen) so wichtige Angelegenheit noch sehr imArgen liegt. Die Gründer der Arbeiterstadt Mül-hausen im Elsaß haben für die Arbeiter vortreff-liche Bäder angelegt. (Vgl. Penot, I-ss citssouvrisrss, Mlllh. u. Paris 1867.) Eine sanitä-rische Vervollkommnung dieser Anstalten sind diejetzt immer mehr in Ausnahme kommenden Türkisch--Russischen oder Römisch-Irischen Bäder, welche Lenalten römischen u. den orientalischen nachgeahmtsind (s. Dampfbad). Ausschließlich zu Gesnndheits-zwecken dient Las Baden in den Kurorten, welchebei warmen u. kalten Mineralquellen (s. d.) ent-standen sind u. jährlich znnehmen. Im Orientist Las Baden Religionspfticht. Die Bäder werdendort sehr warm genommen. Nach dem B. kneteneigene Aufwärter die Glieder u. lassen die Gelenkeknacken. Nach dem B. genießt man Kaffe, Limo-nade u. Sorbet. Für die Frauen sind die Bäderdie einzigen Orte der Zusammenkunft. Die Bade-gebäude sind gewöhnlich mit Kuppeln versehen,Lurch welche das Licht einfällt, und haben mar-morne Fußböden. In China u. Japan sind dieBäder so gebräuchlich, daß selbst öffentliche Bade-anstalten an den Landstraßen erbaut sind. Vgl.Helfft, Balneodiätetik, Berl. 1858; Reich, Systemder Hygieine, Lpz. 1870—71, Bd. II.; Wehrend,Die öffentlichen Bade- u. Waschanstalten, Berl.185t; Lersch, Gesch. der Balneologie, Würzb.1863; Dittrich, Klinische Balneologie, 2. A., Münch.1867; Helfft, Haudb. der Balneotherapie, 7. A.,Berl. 1870; Confeld, Das altröm. Bad, Darmst.1863; Zappert, Das Badewesen des Mittelalters,im Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-quellen, Bd. 16; viet. äss veienoss inäciieales,Par. 1812—22, Artikel Lains.
IV. (Chem.) Apparat zur mittelbaren Erwärm-ung eines Körpers. Dasselbe besteht aus einemmeist metallenen, mit flüssiger oder fester u. pul-veriger Substanz, oder auch mit Luft gefüllten Ge-fäße, welches auf freiem Feuer erwärmt wird. Indas noch kalte B. stellt man den zu erwärmendenKörper (z. B. ein zweites Gefäß mit einer vor-sichtig abzudampfenden Flüssigkeit), welchem dieWärme dann erst durch Leitung von der Substanzdes B-es mitgetheilt wird. Die Bäder werden an-gewendet, theils um eine allmähliche u. gleichmä-ßige Erwärmung zu erzielen (u. in Folge dessenbei Glasqefäßen das Zerspringen zu verhüten),theils auch, um bei dieser Erwärmung einen be-stimmten Temperatnrgrad genau zu erreichen u. den-
selben nicht zu überschreiten. Soll der erstere Zweckallein erreicht werden, so verwendet man dasSandbad, ein eisernes, mit trockenem, ziemlichfeinem Sand (der aber nicht scharf sein darf, umdie Glasgefäße nicht zu ritzen, was Zerspringenderselben veranlaßt) gefülltes Gefäß (Capelle);statt des Sandes nimmt man auch gesiebte Asche(Aschenbad) oder Metallspäne. Um den zu er-wärmenden Gegenstand längere Zeit auf einerkonstanten Temperatur zu erhalten, dient entwederdas Reguliren der heizenden Flamme unter gleich-zeitiger Controle mittels eines (Quecksilber-, fürTemperaturen über 350° Luft-) Thermometers,oder siedende Flüssigkeiten, resp. deren Dampf,welche — bei dem constanten Druck, z. B. einerAtmosphäre — stets eine bestimmte constanteTemperatur besitzen. Das am meisten angewendetederartige B. ist das Wasser- oder Marien-bad, ein Gefäß mit siedendem Wasser. Die zuerwärmenden Gefäße können in das Wasser selbsteintauchen, gewöhnlich aber n. zweckmäßiger wer-den sie nur von dem Dampfe desselben umspült,in welch letzterem Falle man das B. richtiger alsDampfbad bezeichnet. Im Großen bedient mansich zweckmäßig des Beindorfschen Apparats,eines Kessels, in dessen Deckel sich kreisrunde Öff-nungen zum Einsetzen der Abdampfschalen rc. be-finden u. aus welchem der Dampf ost durch einRohr abgeleitet u. mittels eines Kühlapparatsverdichtet wird, so daß man das Dampfbad gleich-zeitig als Destillationsapparat verwendet. ImKleinen benutzt man Kesselchen mit übergreifendemRande u. Ringen von verschiedener Weite fürSchalen rc. von verschiedener Größe. Das ver-dampfende Wasser muß ersetzt werden, zu welchemZwecke man Wasser-(Dampf)bäder mit konstantemNiveau coustruirt hat. Diese Dampfbäder erzeugen,da der Dampf immer einen Thcil seiner Wärmedurch Leitung u. Strahlung an die kältere Um-gebung abgibt, eine Temperatur von etwas über100° 6. Ar Erhitzung aus bestimmte Temperatu-ren über 100° dienen Salzbäder, welche Salz-lösungen von bestimmtem Siedepunkt enthalten.Die folgende Tabelle gibt an, wie viel von denin der ersten Columne bezeichnten Salzen zu 100Theilen Wasser gesetzt werden muß, damit derSiedepunkt von 100° (Wasserbad) auf 105, 110,115, 120, 140, 160° 0. erhöht wird.
Namen der Salze:
105 o
110 0
115 v
120 o
140 0^160 o
Kochsalz ....
Salpeters. Kali .Salpeters. NatronChlorcalcium . .
27„S»,s78, s17,,29^
ss,g185, g98, s11.°
310,2
153,7
68,6
212,°
78,9
1S6,s
212,i
Salpeters. Ammon(krystallisirt) .
W,s
111,9
188,°
275,g
770,9
1775,o
Die Siedepunkte der gesättigten Lösungen dieserSalze sind in folgender Tabelle enthalten:
Eine gesättigte Lösungvon:
Siedet
bei:
Enthält ans 100 Th.Wasser:
Kochsalz.
106,4 oo
41,2 Th. Salz
Salmiak.
111,2 -
88,9 - -
Salpeters. Kali . .
11 °, 9 -
33S,i - -
Salpeters. Natron .
121 ,° -
224,s - -
Chlorcalcium . . .
>179,9 -
325,o ^ ^
Salpeters. Ammon .
180,0 -
Nnendl. viel -