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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Bad.

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III. (Ant. u. Sittengesch.) Das kalte B. inFlüssen u. im Meere findet man schon bei denVölkern der ältesten Zeit. Bei den Ägypternwar das B. durch (aus Gesundheitsrücksichtenhervorgerusene) religiöse Gesetze geboten, da dieReinheit des Körpers als ein Symbol der Rein-heit der Seele galt. Die ägyptischen Priester muß-ten zweimal am Tage u. zweimal bei Nacht kaltbaden. Auch im Mosaischen Gesetze findet sichein solches Gebot; das Baden hatte auch hier einendiätetischen Grund, indem es vor Hautkrankheitenschützen, ausgebrochene schneller heilen sollte. Auchbei gewissen Verunreinigungen war es eine derReligionspflichten. Eigentlich sollte in fließendemWasser gebadet werden; da aber die Gelegenheitdazu im Morgenlande selten war, so hatten dieVornehmen in ihren Häusern oder Gärten eigeneBäder; später gab es auch öffentliche Bäder. ImTempel war eine besondere Badekammer, worinder Hohepriester badete, ehe er das Kleid zur Ab-haltung seines Amtes anlegte. Natürliche Heilbädergab es bei Liberias, Gadara in Peräa u. Kalirrhoeam Rothen Meere. Künstliche Bäder als Reini-gungsmittel erscheinen bei den Griechen schon inder Homerischen Zeit; der ankommende Fremdlingsetzte sich erst nach genommenem B-e, das mit derüblichen Salbung verbunden war, znm Mahle.Auch hier bestand die religiöse Vorschrift der Bädervor Opfern u. Orakelempfang. Wenn es auch inden griechischen Bädern in der späteren Zeit anBequemlichkeit u. Comfort nicht fehlte, so bewahrtedas Baden dort doch in Vergleichung mit der rö-mischen Sitte eine rühmliche Einfachheit. Nament-lich galt der Gebrauch von heißen Bädern inGriechenland als Verweichlichung, weshalb hier dieseWohlthat nicht wie in Rom sich zum Gegentheilgestaltete. Dagegen wurde Vernachlässigung des Ba-dens als Zeichen von Unreinlichkeit angesehen. Esgab öffentliche n. Privatbadeanstalten; in den Gym-nasien waren behufs Reinigung von Staub u.Schweiß des Kampfes besondere Räumlichkeiten her-gerichtet. Oft waren Dampf- u. Schwitzbäder mitden Badeanstalten verbunden, nach deren Gebrauchman sich mit kaltem Wasser begießen ließ. Als Reini-gungsmittel diente eine Art Laugensalz statt derSeife. Ein Raum, in welchem der Körper mitseinem Ol eiugerieben wurde, fehlte in keinemB-e. Beiden Römern war das Baden in älterenZeiten selten u. die jedenfalls von den Griechenentlehnten Badeanstalten von höchst einfacher Ern-nchtnng. Es waren Badezimmer innerhalb derBehausung. Erst später gab es öffentliche Bäder,u. zwar unterschied man warme (Misrmas) undkalte Bader (tpriFiäaria), und es wurde mit derZeit, vermöge u. infolge der zusarnmengeschlepptMReichthümer, bes. mit den Thermen großer Luxusgetrieben. Agrippa legte das erste öffentliche B.an; nach Verlaus von 2 Jahrh. gab es derengegen tausend, unter denen sich die Thermen desTuns, Caracalla u. Diocletian auszeichneten. Dierömischen Bäder (auch in den Provinzen starkverbreitet) waren meist weitläufige, zum Theilprächtige, mit allem erdenklichen Luxus u. Comfortausgestattete Gebäude n. hatten folgende Einricht-uug. Im Kellergeschoß lag der Heizungsraumltlzrpooanstum), in welchem drei über einander

stehende Kessel (tselwrm) angebracht waren; ausdem obersten wurde das kalte Wasser in denmittleren geleitet, wo es vorgewärmt wurde, ausdiesem in den untersten, der ihm den erforderlichenHitzegrad verlieh. Aus jedem Kessel führten in dieBadezimmer der beiden für die Männer u. dieFrauen geschiedenen Abtheilungen des Gebäudesmit Hähnen (blpistomin) versehene Röhren. Überdem Heizungszimmer war zunächst das Oaläarinmoder warme Wasserbad, sowie das trockene Schwitz-bad (Luäatorium); daneben das lexickariuin zurVorbereitung aus jene u. zur Abkühlung u. dasIftigiäarinm znm kalten B., sowie ein lstatsto-rinm zuni Schwimmen (in Diokletians Bädern65 m lang). In jedem Zimmer war ein stei-nernes oder metallenes Badebecken, im Ist-issläa-rium die kisoirm, in welcher man badete, imOaläarium das Imdrum, welches dein erhitztenKörper kaltes Wasser zuführte. In dem 6alcka-rium war das Imoomoum, wahrscheinlich eineAnstalt zur Erzielung des höchsten Grades derWärme; dann eine mit einem ehernen Deckel ver-schlossene Öffnung (Immen, Olipeus), zur Regu-lirung der Hitze. Außerdem enthielt das Bade-haus ein Auskleidezimmer (L.pockz-terium) u. Salb-zimmer (Ilnetorium) n. zum Striegeln u. Reibenmit besonderen Instrumenten von Horn oder Me-tall (gtri^ilis) bestimmte Gemächer (lprioboria).Erst zur Zeit des Plinius wurden aus GallienSeifen eingeführt. Die schönsten Gemälde u. Sta-tuen zierten diese Lnxusbäder, wie denn auch inihren Trümmern die ausgezeichnetsten Meisterwerkedes Alterthums, z. B. die Aldobrandinische Hoch-zeit, der Farnesische Hercules, der Laokoon n. v. a.ausgegraben worden sind. Auch wurden Ballspieleu. a. gymnastische Übungen zur Vorbereitung aufdas B. vorgenommen. Mit manchen Bädern warenwissenschaftliche Zwecke verbunden, Bibliothekenwaren aufgestellt, u. wurden Vorlesungen u. Unter-redungen poetischer wie wissenschaftlicher Art dortabgehalten. Über einzelne römische Bäder s. u.Rom. Mit dem Verfall der Sitten in Rom er-reichte der Luxus in den Bädern den höchstenGrad; für den gewöhnlichen Reiz nicht mehr em-pfänglich, suchte man neue durch Streicheln u.Kneten des Körpers mit feinen Schwämmen u.Flaumenpinseln, durch Schaukelbäder rc. zu errei-chen. Die geschlechtlichen Reizungen wurden dabeinicht gespart, u. um dieselben bequemer zu haben,vereinigte man Bäder für beide Geschlechter. Vor-nehme Damen ließen sich in den Bädern vonmännlichen Sklaven bedienen. Nachdem der KaiserHeliogabalus solche Unsitte durch eigenes Beispielbefördert hatte, halsen die Edicte späterer Kaisernicht viel mehr. Gewöhnlich badeten die Römervor der Mahlzeit; doch wurden auch während derNachtzeit Bäder genommen. Es gab damals auchschon Badeorte nach heutiger Art (A.gnas). von denenBajä der berühmteste war; warme u. kalte Heil-quellen gab es außerdem viele in Lampanien u.Etrurien. In Italien kannte man auch schondie Schlammbäder, so die der A.xoni kontss.Auch in den Theilen Deutschlands, welche un-ter die Herrschaft der Römer kamen, riefendieselben, wo sie mineralische Quellen fanden,eioentliche Badeorte und Badeanstalten ins Le-