Bäcula — Bad.
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benutzt. Die sehr gerbstoffreiche Rinde kann auchin der Gerberei Anwendung finden.
Biicüla (Bäcyla. a. Geogr.), Stadt der Tur-duler im Bälischen Spanien, westlich von Castulo;wahrscheinlich das heutige Baylen. Hier 209v. Chr. Scipios Sieg über Hasdrubal.
Baculiten (LaeuUtes), Gattung der Ammo-nite» (s. d.).
Baculometrie, die Feldmessung ohne Hilfevan Meßinstrumenten, nur mit Stäben; ist nichtimmer anwendbar u. entbehrt aller Genauigkeit.
SaoLtus (lat.), Stab, Stock; daher scherzhaft derBackel, z. B. des Schulmeisters.
kaonlus astronoinicus, 1) der Jakobsstab, diedrei in ziemlich gerader Linie stehenden Sterne amGürtel des Orion. 2) Veraltetes Instrument, mitwelchem die Höhe der Sterne gemessen wurde.
Baczko, Ludwig Ad. Franz Jos. v. B.,deutscher Schriftsteller, geb. 8. Juni 1756 zu Lykin Ostpreußen; studirte Jurisprudenz, lebte aber,seit seinem 20. Jahre an den Blattern erblin-det, von Schriftstellerei u. Privatunterricht zuKönigsberg in Preußen u. wurde hier 1816 Vor-steher des Bülow-Dennewitzschen Blindeninstituts;st. 27. Marz 1823. Er schr.: Geschichte Preußens,Königsb. 1792 bis 1800, 6 Bde.; Annalen desKönigreichs Preußen, ebd. 1702—93, 2. Jahrg.;Handbuch derGesch. Preußens, ebd. 1802, 3 Bde.;Gesch. der französischen Revolution, 1812, Halle,2. A., 2 Bde.; die Trauerspiele: Die Reue, 1783,n. Konrad Lezkau, 1791; Operetten, Königsb. 1794;auch Romane, wie: Das Kloster zu Vallombrosa,ebd. 1805 f., 2 Thle.; Nachtviolen, Halle 1811bis 1814; Legenden, Volkssagen rc., ebd. 1815—18,3 Bde.; Über mich selbst u. meine Unglücksge-fiihrten (die Blinden), Leipz. 1807; Gesch. meinesLebens, herausgeg. von seinem Sohne, Königsb.1824, S Bde.
Bad (lat. Laknsum), Anwendung gewöhnlichenWassers von wechselnder Temperatur, oder vonmehr oder weniger einfachen, resp. zusammen-gesetzten, tropfbaren oder gasförmigen natürlichenoder künstlich bereiteten Flüssigkeiten u. Lösungen,deren physikalische Constitution manchmal nochans besondere Weise mittels besonderer Vorricht-ungen zur Erreichung bestimmter Zwecke geän-dert wird, in der größten Zahl der Fälle ans dieganze, seltener auf einzelne Abschnitte der Haut,aber auch ans die leicht zugänglichen Körperhöhlen(Scheide, Nase rc.). Die Formen u. Arten derBäder u. ihrer Application sind äußerst mannig-saltig, cheilz gewissen diätetischen, theils speciellenHeil-Anzeigen angepaßt, theils aber auch modischgekünstelt, u. dann in kürzester Zeit oft wechselnd,resp. wieder verschwindend. Mit dem B-e willman von Seiten der Haut umändernd u. regu-'sssud auf den Gesammtstofswechsel, resp. auf dessenWiederherstellung n. damit auf Hebung etwaigerKrankheiten od. Störungen hinwirken, oder dabeidie Ham als Aufnahmestelle für Arzneistoffe ver-wenden. obwvl die unversehrte, d. h. mir Ober-haut bedeckte Haut fast nicht reiorbirt. Bei.Haut-ubeln jedoch können (bes. arzneiliche) Bäder directwirken, u. dann ist das B. im gewöhnlichen Sinneer» Heilmittel.
Unter den unendlich verschiedenartigen Formen
des Bades finden am häufigstenAnwendung: I. DieWasserbäder, deren mau zunächst unterscheidet:^.) Bäder in gewöhnlichem Wasser. Diesesind der Temperatur nach a) kalt, d. h. unter16° R., oder kühl, von 16 bis 20» R. Die Wirk-ung derselben erstreckt sich auf das Blutgefäß-system, resp. auf die Nerven der Haut; ans jenemtritt das Blut zurück nach innen, infolge vonCoutraction der Capillarien u. organischen Mus-kelfasern der Haut; von Seiten der letzteren ent-staht^ Kältegefühl, das sich unter Umständen biszu Frösteln, Zittern, Blässe der Haut, mit sog.Gänsehaut verbunden, mit Beklemmung rc. steigernkann. Dies alles wird aber in der Regel nichtbezweckt und mahnt deshalb zum Verlassen desBades, wenn nicht besondere Vorschriften darübergemacht sind. Auch nach dem B-e sollen derartigeVerstimmungen in der Regel nicht statthaben. AlsReaction tritt nach diesen Bädern gewöhnlich Rötheund später Wärmegefühl der Haut ein, welchesletztere öfters durch künstliche Wärmezufuhr, Be-wegung rc. erst herbeigeführt werden muß od. kann.Gewöhnliche Baderegeln: Man bade im All-gemeinen nicht nach dem Essen, sondern warte1—2 Stunden, auch wol nicht nüchtern, vermeidevor dem B-e Aufregung u. Erhitzung, bewege sichjedoch vorher mäßig. Abkühlung ist nur bei starkerErregung des Gefäßsystems u. Erhitzung nöthigu. wird, wie sie gewöhnlich betrieben wird, eineQuelle sogenannter Erkältungen. Die vor demB-e in der Regel geübten theilweisen Bespritzun-gen, Waschungen u. dgl. sind zu widerratyen;man gehe lieber sofort mit dem ganzen Körperins Wasser und mache sich in demselben durchSchwimmen n. dgl. die nöthige Bewegung. Inder Regel bade man nicht über ^ Stunde, bes.bei niederen Temperaturen, reibe gleich nach demVerlassen des Bades die Haut mit Handtuch,Flanell, Bürste u. dgl., kleide sich rasch an,mache sich Bewegung bis znm Eintritte behaglichenWärmegefühls, nehme ausnahmsweise wol nocheinen Schluck Wein, Kaffe u. dgl. n. esse einenBissen dazu. Bei Vollblütigkeit, Anlage zu «chlag-fluß, Schwäche, Lungenkrankheit, Neigung zuBlutspeien, großer Reizbarkeit, Herzfehler undanderen organischen Gebrechen bade man nur nachBesprechung mit seinem Ärzte. Kleine Kinderdarf man, ja, soll man, jedoch nicht allzu kaltbaden oder waschen. Bei Greisen dagegen sindkühle Bäder im Allgemeinen zu meiden. Jekühler das B., desto kürzer soll man in demselbenverweilen. Als sog. Heilmittel verwendet man kalteBäder: bei Nervenfieber, acuten Hautkrankheiten,überhaupt Krankheiten mit hoher Temperatur-steigerung (neuerdings jedoch in zu übertriebenerWeise), bei Neigung zu starken Schweißen, alsNachkur bei Rheumatismen (bisweilen), Schwäche-zuständen, Reizbarkeit, Hypochondrie, auch Hyste-rie und manchen anderen Nervenleiden, überallaber nur ans ärztliche Verordnung, resp. unterAufsicht Geübter. Ärztliche kalte Bäder (Umschläge)i dienen theils als Stärkungsmittel einzelner Theile,
! theils zu Hilfszwecken bei der Blutstillung, theils^als entzündungswidrige Procedur bei äußerenund inneren (Unterleibs-, Lungen-, Gehirn-,
! Brustfell-, Herzbeutel- u. s. w.) Entzündungen,