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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Bad.

als Palliativmittel bei Blähsucht rc. Bei Ver-brennung sind kalte Umschläge im Allgemeinenschädlich, bei Erfrierungen, mit Sachkenntniß undzu rechter Zeit angewcndet. oft von Nutzen. Be-sondere Arten von kalten Bädern sind: au) Fluß-bäder, wegen des gelinden Reizes, den dasströmende Wasser auf die Haut infolge seiner Be-wegung ausübt, im Allgemeinen angenehmer, alsdie in Wannen oder in stehendem Wasser. BeiWellenbädern tritt diese Annehmlichkeit noch mehrhervor u. wird sogar oft von wahrhaften Nutzen,resp. zu einem Mittel, um besondere ärztlicheZwecke zu erreichen, Ld) Seebäder; der chemischenZusammensetzung des Meerwassers, vorzüglichaber besonderer mit dem Gebrauche derselben ver-bundener hygieinischer Bedingungen (sauerstoff-,resp. ozonreiche Seeluft rc.) wegen, dann durchden Wellenschlag rc. für besondere Fälle sehr wirk-sam, im Allgemeinen aber nicht zu rein diäteti-schen Zwecken zu empfehlen. Besonders nützlicherweisen sie sich im Vereine mit der betr. Hygieine,die bei der Wirkung aller Bäder in Betrachtkommt, in manchen Fällen von Drüsenerkrankun-gen, Scropheln u. scrophulösen Anlagen, chroni-schen, konstitutionell begründeten Hautkrankheiten,chronischen Rheumatismen, Neigung zu Schweißen,Katarrhen, chronischen Nervenkrankheiten, Hysterie,Hypochondrie, sog. Nervenschmerzen, manchmalLei Lähmungen rc. Das Seebad benutzt man inbesonders dazu her- u. eingerichteten Badehäusern,oder in Wannen (selten), od. in Badekutschen od.Badekarren, d. i. verdeckten, mit einer fallthür-artigen Vorrichtung u. Treppe versehenen Wagen,die in die See hineingerückt und zurückgezogenwerden. Das B. in offener See nimmt manam besten morgens. Man verweile nicht längerals 58 Minuten darin. Die hierauf bezüglichenallgemeinen Vorschriften beruhen indessen oft mehraus hergebrachten Ansichten, als auf Gründen derzuverlässigen Erfahrung. Man muß, wenn manvorher nicht an Bäder gewöhnt war, allmählicheinen Übergang zu der gewöhnlichen Meeres-tcmperatur durch erwärmte Wannenbäder mitfolgender kalter Douche zu gewinnen suchen. Auchhier ist der Rath eines Arztes zu wünschen, derauch über das Verhalten nach dem Bade specielleVorschriften zu ertheilen im Stande ist. oo) Tauch-bäder, wobei der Körper durch Sprung, Ein-tauchen rc. ins Bassin, in die Wanne, den Flußrc. plötzlich in Wasser von meist niederer Tempe-ratur rasch untertaucht oder untergetaucht wird,um ebenso rasch dasselbe zu verlassen, ciä) Sturz-bäder; der Badende wird in leerer Wanne oderin lauem Bade sitzend mit kaltem Wasser raschübergossen, wobei einzelne Theile besonders be-rücksichtigt werden können. Sie werden bisweilenangewandt bei Typhus, Gehirnentzüuduug, Gei-steskrankheiten, acutem Wasserköpfe u. dgl., oft beiLähmungen. Ausnahmsweise, zur allmählichen Ge-wöhnung an höhere Temperatur, dient bei Er-frorenen das Schneebad. 8) Das lauwarmeB-, von 20 bis 26° 8., u. das warme B., von26 bis 32° 8.; es beschleunigt anfangs denBlut-umlaus, das Athmen, erschlafft dann u. beruhigt,vermehrt die Absonderung der Haut rc. Im All-gemeinen soll man das lauwarnie, besonders aber

das warme B. nur aus ärzliche Verordnung an-wenden, da es viel nachtheiliger, ja gefährlicherwerden kann, als das kalte. Als diätetischesMittel sind lauwarme Bäder Erwachsenen zuWiderrathen, bei Neugeborenen und in den erstenLebensjahren jedoch räthlich; ebenso bei älterenPersonen. Diese Bäder eignen sich öfter beiErschöpfung, bei leicht fieberhaften Erkrankungenund Entzündungen innerer Organe, bei denenExsudate gefolgt sind: Ausschlägen, Gicht, Rheu-matismen (besonders chronischen), Krampskrank-heiten, Nervenkrankheiten, Lähmungen, gewissenFällen von Hysterie, Hypochondrie, Geisteskrank-heiten, bei eingeklemmten Brüchen, Gallen- undNierensteinen, Scropheln, englischer Krankheit,Lustseuche, Knocheneiterungen, Verbrennungen rc.Kleine Kinder badet man kurz, 56 Minuten,und schlägt sie dann in ein erwärmtes nichtheißes Tuch ein, mit welchem man sie zugleichabtrocknet, kleidet sie im warmen Zimmer in er-wärmte Wäschestücke u. legt sie dann zu Bette.Ain besten badet man die Kinder täglich, später,wenn man zu kühlerem Master, 20 bis 22° 8.,übergegangen ist, auch wol einen über den anderenTag. Erwachsene baden oft bis H Stunde, inmanchen Badeorten sogar 34 Stunden; z. B.Leuk, in Einzel- oder Gesellschaftsbädern. Dieörtlichen lauen und warmen Bäder wendetman theils als erschlaffende, reizmildernde, schmerz-stillende, beruhigende, theils auch als ableitendeMittel an, indem man einen örtlichen Blutzuflußbewirkt. Zu elfterem Zwecke benutzt man be-sonders die warmen Bäder. Sie sind: an)Halb- oder Sitzbäder (Inssssns), wobei derBadende mit dem Unterkörper bis zur Gegenddes Nabels oder der Herzgrube in einer so weitgefüllten Badewanne sitzt; sie find vorzüglich beiKrankheiten der Unterleibs- und Beckenorgane,zumal des weiblichen Geschlechtes, verwendbar.Eine besondere Abart des Sitzbades ist das Bidet,bestehend aus einem niedrigen Bänkchen, das ineiner Wanne mit höherem Rückentheil angebrachtist. dd) Fußbäder nehmen gewöhnlich den Fußnur bis zu den Knöcheln auf, können kalt sein,werden aber in der Regel warm genommen.Im letzteren Falle wird ihre ableitende Wirkungnoch durch Zusatz von Senfmehl, Holzasche, Koch-salz u. dgl. vermehrt. Da sie das Blut nachnuten ziehen, werden sie vorzüglich angawendetbei Kopfcongestionen, sogen. Unterleibsstockungen,mangelnder oder zu schwacher Monatsreinigung,Rückenweh, auch bei örtlichen Fuß- u. Beinleiden.Bei Neigung zu starker Menstruation, zu Mutter-blutflüssen, zu starken Hämorrhoidalblutungenwährend der Schwangerschaft sind sie meist nach-theilig, ja sogar gefährlich. Dauer ihrer Anwend-ung: 1030 Minuten und mehr. Die Füßemüssen nachträglich tüchtig getrocknet u. geriebenwerden, wonach sich rasches Gehen, od. Zubetteliegenempfiehlt, eo) Die Wirkung der Arm- u. Hand-bäder, bei welchen entweder der ganze Arm, od.bloß die Hand eingetaucht wird, kann, wie beiden Fußbädern, durch geeignete Mittel erhöhtwerden. Sie dienen vorzüglich als Ableitungs-mittel bei Brustkrankheiten, Zahnschmerzen, Mutter-blutfluß, auch bei Kopfkrankheiten. Dauer 1520