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.„,5 Wort oder Schrift zu lehren, u. 1257 wurde° ^ ein Miuoriteukloster zu Paris verbannt, woer Id Jahre unter beständigen Quälereien zu-brachte. Vergebens bemühte sich der Erzbischofu Cardinal Guy de Foulques, der als päpstlicherseaat in England war u. sich für B. interessirte,!em Loos zu erleichtern. Als jener jedoch 1265imter tzem Namen Clemens IV. Papst wurde,srrderte er B. auf, seine Gedanken in einer Schriftiilaiiimenzustellcn und diese ihm zu übersenden.K B. sein Vermögen bei seinen früheren Expe-rimenten zugesetzt hatte u. seine Oberen ihm alleMittel entzogen, gelang es ihm nur durch diellnterstützung einiger Freunde, die zur Abfassungder verlangten Schrist nöthigen Bücher n. Schreib-materialien zu beschaffen. Er schrieb nun in 15Monaten sein Hauptwerk: das Opus mag ns, undließ dasselbe 1267 dem Papste durch seinen Lieb-lingsschüler, Johann von London, den er im Mi-»»ritenkloster gebildet hatte, überreichen; bald dar-aus sandte er eine Erläuterungsschrift (Opus minus)nnd eine Einleitungsschrift (Opus bertium) nach.Nun wurde ihm auf Befehl des Papstes die Rück-lehr nach Oxford gestattet. Mein Clemens IV.starb schon im folgenden Jahre (1268), und daBacon sich in seiner Polemik gegen die Gebrechensemer Zeit nicht zu mäßigen wußte, insbesondereNamen wie Alexander v. Hales, Albertus Magnusu. Thomas v. Aquino schonungslos angriff, wurdeer 1218 auf einem Generalcapitel seines Ordensder Magie angeklagt und zur Einsperrung ver-dammt. Seine Gefangenschaft währte 14 Jahre,«ährend welcher er an den Papst Nikolaus IV.,seinen früheren Ordensmeister, eine Schrist: Osretsräanäi^ ssnsebubis aooiäoubibus st äs ssni-imz eonssrvanäis, schrieb, um ihn von der Un-schädlichkeit seiner Bestrebungen zu überzeugen,«der erst „ach dem Tode dieses Papstes wurdeI2S2 durch ein milderes Ordenscapitel feine Ge-singenschaft aufgehoben. Bon einem nach dieserZen begonnenen Oompsnäium sbuäii tllsoivAiasM einige Bruchstücke erhalten; wahrscheinlich«urde es nicht vollendet, da B. um 1294 starb,«druckt sind von B. zuerst kleinere Werke: 8peou-luw ^lobinnLs, 1541; Os miralnü pobssbabsst naturas, Paris 1542; Oidsüus äs retar-aauckis ssnsebubis aoeiäsntibns sto., Oxf. 1590.NZk zu Anfang des 17. Jahrh herausgegebene^Handlungen sind Auszüge ans dem Opus mag ns.Werks wurde von Jebb, Lond. 1733, Fol., edirt,«ufl. Vened. 1750; das Opus minus und»Opus tortiuw, sowie ein 1272 verfaßtes Oom-MLuin pbrlosoplrias sind erst 1859 gedruckt un-rem Titel: Or. OoA. 8. opsra guaeäam bao-sws wsckita, Bd. 1 , herausg. v.Brewer, Lond. Es,,,^en außerdem von B. handschriftlich noch meh-.... Allsten, so Commentare zur Physik u. Bie-»kMk des Aristoteles u. eine Abhandlung überEnden In dem Opus magus will B. zei-Elches der richtigste Weg sei, um zur wahren,dirrche nützlichen Philosophie zu gelangen,an,», « zuerst auf die Hindernisse dieses WegesL i?""'.' d. h- auf die Vorurtheile, die ausuns Eontätsglanben, Gewohnheit, Nachahm-bj, Hdchchuth entspringen; zeigt daun, wie-Philosophie M per Theologie wol verträglich
sei, wenn diese die göttliche Bestimmung allerDinge, jene die Mittel u. Wege, wie die Bestimm-ung zu erreichen sei, behandle. Hierzu schlägt ernun einen neuen Studienplan vor; statt abstrakterGrammatik u. Logik sollen fremde Sprachen: Grie-chisch, Hebräisch u. Arabisch, getrieben werden, dain diesen Sprachen die eigentliche Quelle des Stu-diums, besonders Aristoteles, die Bibel, Avicennau. Averroes geschrieben sind und die lateinischenÜbersetzungen nur zu verkehrten Auffassungen desOriginals geführt haben; B. macht besonders aufdie Verfälschung der Bibel aufmerksam, stiebenden Sprachen sollen hauptsächlich die mathema-tischen Wissenschaften studirt werden, wozu Astro-nomie, Musik u. Optik gehören. Dies führt aufdie Wichtigkeit der Erfahrungswissenschaften, nebenwelchen das Studium der Moral empfohlen wird.Von den angeführten Wissenschaften gibt das Opusmajus zugleich einen encyklopädischen Überblick.Die Erfahrung, d. h. Beobachtung u. Experiment,rühmt B. als den Schlußstein aller Beweisführ-ung: Oaso esb äowina seisnbisrum oinnium stüuis botins speoulationis. Es sind dies Ansich-ten, die erst in der Renaissance, in der Reforma-tion u. im Realismus des 16. Jahrh. zur Gelt-ung gekommen sind. B. war daher seiner Zeitweit voraus, wenn er auch die von ihm aufge-stellten Probleme selbst noch vielfach in abenteuer-licher Weise auffaßte. So waren z.B. seine Sprach-kenntuisse selbst ziemlich gering, und er erbietetsich, Jemanden in 3 Tagen so weit zu bringen,daß er Hebräisch oder Griechisch lesen u. verstehenkönne. In der That besaß er für seine Zeit be-deutende Kenntnisse; aber wenn er erzählt, es seieine salpeterhaltige Substanz erfunden, die, ineinem kleinen Rohre entzündet, ein donnerartigesKrachen erzeuge, u. wenn er das Princip angibt,wonach vergrößernde u. verkleinernde Gläser con-struirt werden können, so folgt daraus nicht, wieman behauptet hat, daß er das Pulver u. dasFernrohr erfunden habe; er spricht bei dieser Ge-legenheit überhaupt nicht von eigenen Erfindungen,sondern folgt wahrscheinlich seinen arabischen Au-toritäten. Vgl. Victor Cousin, Ornaments pllilo-sopüiguss, pkniosopllrs än mo^sn-ÜAs, Par. 1865;E. Charles, üo^sr Laoon, sa vis, sss osuvrssob sss äoebrinss, Par. 1861. 2) Francis B.,berühmter englischer Philosoph n. Staatsmann,geb. Len 22 Jan. 1561 in London zu Aorkhouse,der Amtswohnung seines Vaters, Nicholas B-s,welcher unter der Königin Elisabeth Großsiegel-bewahrer von England war. Von zartem undschwächlichem Körper, zeichnete sich Fr. B. schonim frühesten Knabenalter durch Wissbegierde undgeweckten Sinn aus; er zog dadurch die Aufmerk-samkeit der Königin auf sich, die sich gern mitdem Knaben unterhielt und ihn scherzweise ihrenkleinen Lord-Siegelbewahrer nannte. Von Anfang1573 bis Ende 1575 vollendete er mit seinemälteren Bruder Anthony seine Schulbildung aufdem Dreifaltigkeitscolleg in Cambridge; er verließdie Anstalt mit der Überzeugung, daß das tradi-tionelle scholastische Wissen unfruchtbar u. in sichunhaltbar sei, u. mit dem Lebeusplau, die Wissen-schaft von dem Dünkel der Schulgelehrsamkeit zubefreien und ihr neue, selbständige Bahnen anzu-