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Bäckerbein —
Seiten des Alterthums lag die Bereitung desBrodes den Frauen ob, u. erst im 2. Jahrh. v.Chr. traten in Rom B. auf. Man buk sowolWeizen-, als auch Gerstenbrod in Form von vier-eckigen Kuchen.,, Der Backöfen bedienten sich schondie Phöniker, Ägypter u. Israeliten. In Deutsch-land finden sich die ersten Nachrichten von demBäckerhandwerke im 7. Jahrh. Später, nachdemdurch Karl d. Gr. die Laudwirthschaft einen be-deutenden Aufschwung erfuhr, bildete sich auch dasB.-Handwerk weiter aus, u. man erzählt z. B.ans dem 9. Jahrh. von einem Backofen, in wel-chem I960 Brode auf einmal gebacken werdenkonnten. Im 13. Jahrh. wurden in Augsburgu. a. Städten öffemliche Bäckereien errichtet. Be-sondere Plätze zum Feilhalten des Brodes, sog.Brodlauben mit Brodbänken, entstanden im 13.u. 14. Jahrh.
Bäckerbein (Knickbeiu, 6srui valgnm), Knie-verkriimmung bei Bäckern, wobei der Unterschen-kel zu' dem Oberschenkel in einem nach außenoffenen Winkel steht; das Knie ragt nach ein-wärts, ist hier vorgetrieben, außen winkelig ein-geknickt u. so dem anderen genähert, während sichdie Füße von einander entfernt haben; gleichzeitigist der Unterschenkel um seine Achse nach außengedreht.
Backergunge (Backerganj), District der ind.Präsidentschaft Bengalen, Division Dakka, nördlichvom Bengal. Meerbusen, u. 22" 2'bis 23" 13' n.Br. u. 89" 49' bis 91° w. L.; bewässert vom Gan-ges u. Meghna; Anbau von Reis, Baumwolle,Zucker, viele von wilden Thieren erfüllte Dschun-geln; 733,80V Ew., darunter ein kleiner Theileingeborener Christen.
Bäckerkrätze, Hautausschlag auf dem Hand-rücken rc., welchem Bäcker häufig in Folge desHautreizes durch Mehlstaub unterworfen sind;Varietät von ksoriasis ckitkusa.
Backfisch, 1) so v. w. Barsch. 2) ScherzhafteBenennung für jnnge Mädchen von 10—15Jahren.
Backhaus, Moritz Johann Heinrich, ev.Theolog, geb. 3. April 1768 zu Düsseldorf, warPrediger zu Mülheim a. d. Ruhr, B.-Gladbachu. Iserlohn, seit 1815 Professor der Theologiein Marburg, womit er zugleich Consistorialrath,Jnspector der reformirten Kirchen des ehemaligenKnrsürstenthums Hessen u. coordinirter Directordes Marburger Schulllehrerseminars wurde. Erst. 22. Febr. 1845 u. schrieb u. a.: Über dieIntegrität der prophetischen Schriften des altenBundes, Halle 1796 (Preisschrift); Os äieticmstropica kl) 1. inäicancka et intsrprotancka, Mark.1819—22.
Backhuysen, 1) Ludolf, ausgezeichneter nie-derländischer Marinemaler, geb. zu Emden 1631;Schüler Everdingens; gest. 1709. Er liebt esbesonders, die leicht bewegte See mit heitererStimmung darzustellen, weiß aber auch, u. darinbesteht namentlich seine eigentliche Größe, das vomSturm aufgewühlte Meer meisterhaft zu behan-deln. Gemälde von ihm im Berliner Museum,M der Münchener Pinakothek, in der Galerie PittiZu Florenz rc. Auch als Radirer leistete B. Treff-liches. Als eines seiner Hauptbilder gilt die An-
Backsteinthee.
sicht von Amsterdam. 2) Hendrik van deSande, holländischer Landschafts- u. Thiermaler,geb. im Haag. Seine Bilder zeichnen sich durchhohe Naturwahrheit u. kräftiges Colorit aus.
Backkohle, eine Steinkohle, die beim Brennensich auflöst u. zusammenbackt, u. die sich daher na-mentlich zur Cokesfabrikativn eignet; s. Steinkohle.
Backmeistcr, Hartwig Ludwig Christian,geb. 1730 zu Herrenburg im Ratzeburgischen; warJnspector des Gymnasiums der Akademie derWissenschaften zu Petersburg u. wurde 1786 Rathbei der Expedition der Reichseinkünfte, zog sichjedoch 1801 zurück u. st. 1806. Er schr. (russ.):Nachrichten zn emer geogr. Beschr. des Rufs.Reiches, Petersb. 1771 f., 3 St.; Nuss. Biblio-thek zur Kenntniß des gegenwärtigen Zustandesder Literatur in Rußland, ebd. 1772—89; 11 BLe.;Beiträge zur Gesch. Peters des Gr., Riga 1774,2 Theile, 1776, 3 Bde.; Lebens beschr. des GrafenTscheremetjew, ebd. 1789.
Backnang, wohlhabende Stadt im gleichnam.Oberamt des württemb. Neckarkreises, an der Murr;Sitz des Oberamtes; Wollenspinnerei u. Tuch-macherei, wichtige Gerberei und Lederfabrikation,starke Schuhmacherei, gute Laudwirthschaft, bedeu-tende Viehmärkte; Dec. 1871 3757 Ew. Dabeidas ehem. Chorherrenstift mit schöner Stiftskirche,worin Grabdenkmäler badischer Markgrafen, inderen Besitz die Stadt ursprünglich war, die schonim 11. Jahrh. unter dem Namen Baccanang ge-nannt wird. 1297 wurde sie als Heirathsgut anWürttemberg verpfändet u. 1325 an dasselbe ab-getreten. 1693 wurde die Stadt von den Fran-zosen eingeäschert. Das Oberamt B. hat aus 283Hkm 27,700 Ew.
Backofen, s. u. Backen.
Backofenstein, ein weicher vulkanischer Tuff-stein, der bei Andernach gewonnen u. zu feuer-festem Mauerwerke, namentlich Backöfen u. Dampf-kesselmauerungen, verwandt wird.
Backpulver nennt man Surrogate für die Hefeu. den Sauerteig, für die Brvdgährung; man be-nutzt dazu kohlensaures Amnion (Hirschhornsalz)oder kohlensaures Kali (Pottasche); doppelt kohlen-saures Natron u. Salzsäure sind von Liebig em-pfohlen worden, u. zwar aus 100 Lg Mehl 1 kgNatriumbicarbonat u. 4,zg Lg Salzsäure von l,o«zspec. Gew., 2 Lg Kochsalz u. 80 I Wasser. Beyerscheint das ebenfalls von Liebig empfohlene ame-rikanische Horsfordsche B. (^oas-xowäsr), das auseinem Säurepulver (sauerem Calciumphosphat ge-mengt mit saurem Magnefiumphosphat) u. einemAlkalipulver (500 § Natriumbicarbonat u. 443 gChlorkalium) besteht. Auf 100 Lg Mehl kommen2,g Lg Säurepulver n. 1,g Lg Alkalipulver; s.u. Brod.
Backsgasten, Backstags, s. u. Back.
Backfpier (Backstag), s. u. Takelage.
Backsteinkäse, ein im Algäu bereiteter Käsevon Backsteinsorm, im Gewichte von ca. 0„g Lg,zu dem ungefähr 7 I Milch verwendet werden.
Backsteinthee (Ziegelthee), Fabrikat aus dengröberen Theeblättern u. jungen Zweigen, in Küchenvon 12 X 22 X 2 om. Der hellgrüne ist derbeste. Hauptstapelplatz Kiachta; Haudelswerth 1868über 250,000 Pf. St. Die Mongolen bedienen
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