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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Babylonisches Exil Baccalareus.

Men hat, einer späten jüdisch-hellenistischenBearbeitung angehören. Geschichtlich ist Folgendes:Es gab in B. zwei gewaltige, thurmartige Bau-werke, von denen das eine aus dem rechten, west-lichen', das andere auf dem linken, östlichen Uferdes Euphrat belegen. Das auf dem linken Uferbefindliche wird heutzutage durch die Ruine Birs-Nimrud repräsentirt u. lag außerhalb des eigentl.Babylon, im Bereiche des Gebietes der StadtBorsippa. Dieses Gebäude war ein Tempel desGottes Bel-Nebo. Eine Mauer umschloß den un-geheuren 4eckigen Tempelhof, zu dem eherne ThoreWrten. Der Tempel war ein quadratischer Bauvon gebrannten Backsteinen, mit Asphaltmörtelverbunden, von 196 m Länge u. Breite. Aufdieser Basis erhob sich ein Thurm in 7 verjüngtenStockwerken pyramidalisch zu einer Höhe von eben-falls 196 m. Der Bau war massiv in seinemKern, auswärts lief eine mit Absätzen u. Ruhe-bänken versehene Rampe herum, welche auf dieHöhe führte. Im obersten Stockwerke befand sichein Gemach. Hier stand ein goldener Altar undein schön bereitetes Bett für den Gott Bel, u. zu-weilen übernachtete daselbst (wie Herodot erzählt)ein Weib aus dem Lande, welches sich der Gottnach der Meinung der Priester erwählt. Im un-tersten Stockwerke sah Herodot ein sitzendes Bilddes Gottes von Gold, auf einem goldenen Thron,die Füße auf einem goldenen Schemel. Vor die-sem Bilde stand ein goldener Altar, auf welcheman dem Feste des Bel 1000 Ctr. Weihrauch ver-brannt wurden. Das Gewicht des Goldes imunteren Stockwerke an Bildsäule n. Altar, außerLen Weihgcschenken, soll 800 babylonische Ctr. be-tragen haben. Diesen Thurm schmückte Rebukad-nezar mit den Trophäen seiner Siege u. restaurirteihn, wie denn schon sein Vater Rabopolassar des-sen Wiederherstellung begonnen hatte. Das zweitethurmartige Bauwerk zu Babel, welches dermalendurch die Ruine Badrl repräsentirt wird undwelches selber den Namen Bit-Saggatu, d. i.Tempel der Höhe, führte, war dem Bel-Mero-dach geweiht. Es war offenbar ein noch groß-arngerer Ban und wird von den Reisenden nochjetzt als die weitaus imposanteste aller Ruinenvon Babylon beschrieben. Möglicherweise ist so-mit nicht der Birs-Nimrud, sondern eben dieseRuine Babrl jener mythische Thurm der Sage,wofür ohnehin der Name der Ruine ins Gewichtfällt. Auch dieses Gebäude ward von Nebukad-nezar restaurirt. Nach Ktesias (ca. 400 v. Ehr.)standen in dem Belosthurme die 12,5 m hoheStatue dieses Gottes von Gold, 1000 Ctr. anGewicht, neben dieser die Bilder zweier weiblichenGottheiten, die eine 1000, die andere 800 Ctr.schwer. Der goldene Altar vor diesen drei Gott-heiten wog 500 Ctr. Diesen Gewichten entsprechendsollen auch die heiligen Geräthe gewesen sein. Diegroße Reinigungswanne soll 1200 Ctr., zweikleinere 600 Ctr. Gold gewogen haben; zweiRauchfässer je 300, zwei Kelche je 15 Ctr.Gold. (Daß die angegebene Goldmenge aus orien-talischer Übertreibung beruht, ist augenscheinlich.)Reben diesen Standbildern u. Geräthen sah mandann hier auch die heiligen Geräthe u. Zierrathendes Tempels von Jerusalem, 5400 an der Zahl.

Überdies waren dem Tempel ansehnliche Grund-stücke oder deren Einkünfte überwiesen. Über dieRuinen selber s. u. Babylon 2). Ein Thontäfelchenmit Keilschrift, das den chaldäischen Bericht überdie Sage vom Thurmbau zu Babel enthält, istAnfangs 1875 von dem engl. Keilschriftforscher G.Smith im Britischen Museum aufgefunden worden.

Babylonisches Exil, 1) so v. w. BabylonischeGefangenschaft. 2 ) Babylonisches Exil der Päpstenannten die Römer die 70 Jahre, welche diePäpste in Avignon (s. d.) residirten.

Babylonische Gefangenschaft (Babyloni-sches Exil), die Abführung eines Theilsder besiegtenJuden nach Babylon durch Nebukadnezar; eswährte von 586538 v. Chr.; s. Hebräer.

Babylonische Sprachverwirrung, s. unterSprache.

Bacalläo, Insel in der Nähe von Neu-Fund-land; auf ihr landete am 24. Juni 1497 Cabot,und sie war somit der Theil von NAmerika, derzuerst entdeckt wurde.

Bacau (Bakau), Hanptst. des gleichn. Kreisesin Rumänien (Moldau), am Fuße der Karpathen,an der Eisenbahn Bukarest-Roman; Gymnasium,Buchdruckerei, Markt; 13,000 Ew.

Lscca (lat.), Beere. In der Pharmacie wer-den viele Früchte als 8s.oons bezeichnet, die bo-tanisch nicht dahin zu rechnen sind: 8. bsrbsriäis,Berberisbeere, Laeeas alstsksnAi, Judenkirschen,8. dsimnäsusss, Seifen-, 8. esrasi raoemosisilvsstris, Else-, 8. ooovAnistii, Kellerhals-, 8.sbnli, Attichhollunder-, 8. kra^ariae, Erd-, 8.Arossularias, Stachel-, 8. junipsri, Wachholder-,8. lauri, Lorbeeren; 8. mori, Maul-, 8. mxrbiUi,Heidel-, 8. »xxg.eaiit.bas, Weißdorn-, 8. oxxooeoi,Moos-, 8. xaäi, Else-, 8. xariäis. Ein-, 8. ri-bssiorum, Johannis-, 8. rubi eassü ruFi-i, Brom-beeren, 8. rubi iciaei, Himbeeren, 8. samduei,Hollunder-, 8. sordi, Vogel-, 8. spivas eervinass. äomsstieas, Kreuz-, 8. taxi, Taxus-, 8. vitiaiäasas, Preißelbeeren.

Baccalareus (Baccalaurens, s. nachher), 1)im Mittelalter der Inhaber einer Baccalaria,d. h. eines der Kirche gehörigen u. gegen eineZinszahlung von derselben verpachteten Landgutes;also ein Zinsmann, ein niederer Vasall. 2 ) EinKrieger, der dem Banner eines Ritters folgte. 3 )(8aotislisr) Ein Geistlicher niederen Grades, undbei den Zünften der Jungmeister. 4 ) (Franz.8aolisiisr, ital. 8aeoslisrs, engl. 8avbs1or) Seitdem 13. Jahrh. vom Papst Gregor IX. auf derPariser Akademie eiugcsührter Titel für die Stu-denten, welche nach Ablegung des Examens die Er-laubnis erhielten, gewisse Vorlesungen zu halten;der Titel 8. biblisus »erstattete die Auslegung derBibel, 8. sentsntiarius wurde Denen verliehen,die über P. Lombardus' lübsr sentsntiarum lasen.Später ward das Baccalarat auch bei den anderenFacultäten in Paris u. dann auch auf allen Uni-versitäten als niedrigster akademischer Grad ein-geführt, welcher vor der Doctor- oder Magister-würde erlangt werden mußte. Auf manchen deut-schen Universitäten werden noch die zu Doctorender Theologie n. Jurisprudenz zu Promovirendenvorher erst zu Baccalauren creirt. In Frankreichist der 8a.obsUsr noch jetzt der niedrigste von den