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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Babylonischer Thurm.

ter dem assyrischen König Sanherib warf sichMerodoch - Baladans gleichnamiger Sohn zumHerrscher auf; gegen ihn wandte sich 701 San-herib; über 200,000 Menschen u. zahllose Bieh-heerden wurden fortgeschleppt. Dennoch gabendie Chaldäer den Kampf nicht ans: noch 3 Feld-züge mußte Sanherib mit Ausbietung aller Kräfteführen, um den Widerstand zu brechen. DasLand wurde in eine Einöde verwandelt; ein Theilder Bewohner als Colonisten nach Syrien u. Pa-lästina verpflanzt. Dennoch hatte Asurbanipal(Sardanapal), der Sohn Assarhaddons, noch mitneuen Empörungen, unter ihnen der seines Bru-iders u. Vicekönigs Saosduchin oder Sammughes,auf den Inschriften Samul-sum-ukin, zu kämpfen,deren Mittelpunkt Susa war. Auch diese Stadtwurde endlich erobert u. geplündert und fremdeColonisten augesiedelt. Endlich kam für B. dieZeit der Rache. Nachdem durch den Einfall derSkythen der Zusammenhang zwischen den letztenProvinzen des einst so mächtigen Assyrerreichesgelöst u. es dem assyrischen Vicekönig gelungenwar, zwischen den sich bekämpfenden Medern u.Lydern einen dauernden Frieden herzustellen, zogender Mederkönig Kyaxares u. der Vicekönig Nabo-polassar von B. gegen Ninive n. zerstörten das-selbe 606 v. Ehr. nach Zjähriger Belagerung.Noch einmal ward nun B. die Hauptstadt einesselbständigen Reiches, des sog. Neubabylonischen(606538 v. Ehr.). Nabopolassar st. 604, undsein Sohn Nebukäduezar bestieg den Thron. Der-selbe eroberte in fast 30jährigen Kämpfen dasnördliche Arabien u. Syrien, zerstörte 586 Jeru-salem und führte die Juden in die BabylonischeGefangenschaft. Außer vielen anderen Bautenerrichtete er die gewaltige sogen. Modische Mauervom Euphrat zum Tigris, etwa 112 üm lang,31 m hoch, 6 m dick, u. ließ bei Sippara (Se-pharvaim) einen großen künstlichen See, etwa75 km im Umfange, 11 m tief, für das über-flüssige Wasser anlegen. Den schiffbaren Nahar-Maltä oder Köuigsgraben, der zum Tigris führteu. zur Ausgleichung des Wasserstandes in beidenStrömen diente, schreibt Berosns ausdrücklich demNebukadnezar zu, dessen Negierungszeit (604561)die höchste Blüthezeit des Reiches darstellt. SeinSohn EvilMerodach, dessen Name neuerdings auchauf Thontäfelchen entdeckt ist, war wüstem Über-mut!) u. üppiger Schwelgerei ergeben u. wurdenach Sjähriger Herrschaft ermordet. Sein Schwa-ger Neriglissar, der ihn beseitigt hatte, regierteauch nur kurze Zeit (560556); dessen SohnLaborosoarchod wurde durch eine Verschwörungder Großen des Hofes ermordet, und Nabonetos(Nabunila) auf den Thron erhoben; er regiertevon 556 bis zum Falle von B. durch Kyros(538 v. Ehr.). Zwar schonte der Sieger dieStadt, aber "Nichts konnte die Babylonier mitihrem Geschicke aussöhnen; sie empörten sich ge-gen Darms I. Hystaspis, dem es erst nach 19-monatlicher Einschließung gelang, die Stadt wie-der in seine Gewalt zu bringen (518 v. Ehr.).Eine zweite Empörung wurde rasch unterdrückt.Ebenso erfolglos empörten sich die Babylonierunter Zkerxes I. d. Gr., Darms' l. Sohn u. Nach-folger. Nach der Niederlage des Darms III.

Kodomannus u. dem Sturze der persischen Ma».öffnete B. seine Thore Alexander d. Gr. (Herb»331), der die Stadt nicht für unwürdig hieb dieHauptstadt seines Weltreiches zu sein. Diese'Ab-sicht wurde jedoch durch seinen Tod vereitelt, Inder unruhigen Zeit seiner Nachfolger u. unter derHerrschaft der Parther (Arsakiden-Dynastie 25«v. Ehr. bis 226 n. Ehr.) u. der Sassaniden (oderNeuperser, 226636 n. Ehr.) gerieth die Stadtimmer mehr in Verfall. Nach dem Zeugniß desKirchenvaters Hieronymus war B. schon im 4Jahrh. v. Ehr. ein Chaos von Trümmern, innerthalb dessen wilde Thiere hausten. Zwischen LenTrümmerhaufen von B. erhob sich später diekleine Stadt Hillah.

Die Ruinen von B. wurden seit dem 16. Jahrh.öfter besucht, so 1583 von dem englischen Kauf-mann Eldred, dann von Rauwulf, Breventing u.Texeira; im 17. Jahrh. von Pietro della Balle(1616), welcher schon eine vollständige Beschreib-bung der Ruinen gab, von dem KarmelitermönchVinceuzo Maria di S. Caterina di Siena u. demMissionär Emanuel di S. Albert; im 18. u. IS.Jahrh. besuchten B.: 1765 Niebuhr, zwischen1780 u. 1790 Beauchamp, welcher die Ruinender Stadt im Gebiete von Hillah fand; einigeJahre später Olivier, 1811 Rich, dann MajorRennel, 1819 Ker Porter und in neuester ZeitLayard, Rawlinson und I. Taylor im Aufträgedes Britischen Museums; 1853 eine französischeCommission unter Place, deren Mitglied Opperteine Karte von B. entwarf u. 1854 seine Forsch-ungen selbständig fortsetzte. Neuerdings habenLord Loftus (s. u.) und G. Smith (1873) Aus-grabungen in B. u. Umgegend veranstaltet. Vgl.Wattenbach, B. u. Ninive, Heidelb. 1868; Jul.Braun, Die Geschichte der Kunst durch alle Völkerder Alten Welt hindurch, Bd. I., Wiesb. 1856,n. A., 1873; Austin Henry Layard, Ninive u. B.,übers, von Zenker, Lpz.; Max Duncker, Gesch. desAlterthums, 4. Auf!., Lpz. 1874; Rich, LlsmoirsouLabzäon anä ksrsspolis, 4. Aufl., Lond. 1839;Ker Porter, Vrnvsls ru korsia, anoisnt Ladxlo-uia sto., Bd. II.; Fresnel, äonrnal asiatigns,1853; Marcus Niebuhr, Assur u. Babel, 1858;I. Oppert, Lxpeä. sn Illösopotamis II-, Par.1863; Lord Loftus, ObaläRa anäsusiana, Lond.1856; F. Finzi, ^utieirita, 4ssirg,, Flor. 1872;F. Lenormant, Lssal äs eommsntairo des krsg-msnts eosmoA. äs Lsross ä'aprvs Iss tsxtesounsil., Par. 1872; Ders., Iws prsmiöros oiri-Usations, Par. 1874; Im mazis ober los 6kal-ässns, Par. 1874; Eb. Schräder, Die Höllenfahrtder Jstar, ein altbab. Epos, Gieß. 1874.

Babylonischer Thurm. Babel war die ältesteu. größte Stadt, welche die Hebräer kannten; indieser Stadt fand sich ein Thurm, welcher »bis >nden Himmel" ragte. Man versetzte dessen Er-richtung aber in die Urzeit u. behauptete, die ge-waltigen Menschen der alten Zeit hatten mit diesemThurm den Himmel ersteigen wollen. Da habe Je-hovah (Jahve) ihre Sprachen verwirrt u. sie so überdie Erde vertheilt. In ähnlicher Weise, wie dreBibel, berichten Schriftsteller aus dem elastischenAlterthum von einem Thnrmbau zu Babel, undscheint die Form, welche die Sage bei ihnen er-