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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Babylon (Geschichte).

N auf 480 Stadien (90 km) an; Ktesias hin-aeaen u. die Begleiter Alexanders d. Gr. nur zuzßg oder 365 Stadien; Strabo 385 Stadien.Aristoteles bemerkt, B. habe den Umfang einesLandes, nicht einer Stadt. Neuere Forscher zwei-feln nicht, daß der Umfang Babels wirklich dergewesen, welchen Herodot demselben gibt. Nebendem Palaste seines Vaters Nabopolassar, in deröstlichen Stadt, unmittelbar am Ufer des Euphrat,hatte Nebukadnezar seine eigene Wohnung (Schloß)erbaut. Die Mauern waren mit Gipsplatten be-kleidet, deren Sculpturen Schlachten u. JagdscenenLarstellten; eherne Bildsäulen schmückten die Höfe.Die neue Palastanlage nahm einen Raum vonzg Stadien ein; Gärten u. Teiche füllten nebenden Palastgebäuden diesen Umfang, der durch einestarke, von hohen Thürmen flankirte Mauer ein-geschlossen wurde. Den berühmtesten Theil desneuen Königshauses bildeten die sog. HängendenGärten (s. d.), die man fälschlich der Semiramiszugeschrieben, ein Bau, der den ersten Jahren derRegierung Nebukadnezars (um 600 v. Chr.) au-gehört haben wird. Außerdem verschönerte underneuerte Nebukadnezar auch die alte Stadt aufdem WUser des Euphrat. Er restaurirte hier auchu. A. den großen Thurm des Bel zu Borsippa.Nach Herodot hatte die neue Stadt B. geradeStraßen, die nach dem Flusse hiuliefen u. vonanderen in rechten Winkeln durchschnitten wurden;100 Thore führten in die Stadt, deren jedes sei-nen besonderen Namen hatte; die Häuser warenS4 Stockwerke hoch. Dian nannte B. zu da-maliger Zeit die Zierde der Königreiche, die stolzePracht der Chaldäer, das heilige B., dessen Höfevon Silber, dessen Häuser von Elfenbein, dessenDächer mit Gold bedeckt seien.

Die heutigen Ruinen von B. bestehen imWesentlichen aus 3 Trllmmerhügeln. Der höchstedavon (Babrl) erhebt sich aus einer Umwallnngu. einem doppelten Graben bis zu 44 m; er isteine ungeheure, fast scharf viereckige Terrasse, ausungebranntem Backstein mit dickem Lehmmörtel u.Lagen von Rohrgeflecht aufgemauert. Die Ruineist das Überbleibsel des großen Tempels des Bel-Merodach, in der einheimischen Sprache Bit-Sag-gatu, die Pyramide, geheißen. In dem zweiten,l lrm weiter südl. gelegenen Trümmerberge ist unsdie große Burg Nebukadnezars erhalten; er heißtKasr (Schloß) oder Mudschelibe (Umsturz), u. ausseiner Höhe schauen die blaßgelben Backsteinwändeu. Pfeiler noch hervor. Seit nahezu 2 Jahrtau-senden werden diese Ruinen als Steinbrüche be-nutzt, u. immer noch liegt der Schutt 2025 mtief. Der dritte, ostseitige Trümmerhügel (Amran)ist der formloseste u. niedrigste und bedeckt wahr-scheinlich die Stelle der Hängenden Gärten, vonderen Bogen u. Grotten jedoch nichts mehr zusehen ist, weil man auch diesen Theil von undenk-uchen Zeiten her als Steinbruch benutzt hat. DieThurmruine auf der WSeite (Birs-Nimrud) liegtsiidwestwärts von Hillah, von diesem etwa 8 keinmtfernt (s. Babylonischer Thurm). Kusa (dieislamitische Stadt) mit seinen Dattelgärten lagu» dem Kanal oder alten Euphratbetle, das, wennauch vollkommen trocken, parallel mit dem jetzigen,dis unterhalb der Vereinigung beider Ströme sich

verfolgen läßt; es ist der Kanal Pallacopas, dereinst bas Übermaß der Enphratgewässer aufzu-nehmen hatte. Der Hafen bei der Mündung die-ses Kanals in das Meer war einst das von Ne-bukadnezar erbaute Teredon.

3) Geschichtliches. Die Stadt Babel hattedurch ihren Handel u. Kunststeiß zwar eine großeBlüthe und Macht erlangt, es fehlte jedoch einewehrhafte Bevölkerung. Es ist daher nicht zuverwundern, daß seine Reichthümer die Raublustder kriegerischen Nachbarn herausforderten u. inden geschichtlichen Traditionen von modischen u.arabischen Herrscherhäusern die Rede ist, welcheerstere mit 8 Königen (von 24582234) u. letz-tere mit 9 Königen (von 15181273 angeblich)die Reihe der einheimischen Könige unterbrachen.Auch in der jüdischen Überlieferung erscheint zurZeit Abrahams ein König Amraphel von Siuear,aber nicht er ist der eigentliche Machthaber, son-dern Ksdorlaomer (Kudur-Lagamar), der Königvon Elam. Ihm ist B. unterthänig, und seineMacht reicht bis nach Syrien. Die Inschriftenberichten außerdem noch von mehreren altchaldäi-schen Königen, von denen weitaus der berühmtesteder König Uruk von Erech-Warka gewesen zu seinscheint. Etwas festeren Boden gewähren erst dieassyrischen Inschriften. Um 1800 v. Chr. bauteein babylonischer Königssohn (zur Zeit, da dieBabylonier die Herrschaft über Assyrien hatten)einen Tempel in der Stadt Assur am Tigris, derZwingburg, von wo aus die Landschaft Aiuria inAbhängigkeit erhalten wurde. Den Namen seinesVaters Jsmi-Dagon hat man im unteren Landeauf vielen Ziegeln gefunden. Darauf folgte unterder gewaltigen 18. Pharaonen-Dynastie der Ein-bruch der Ägypter, und es scheint, daß auch B.ihnen Tribut gezahlt hat; gewiß war die Macht-stellung seiner Könige aufs Tiefste erschüttert, u.infolge davon mag Assyrien im 14. Jahrh. seineSelbständigkeit errungen haben, welche sich auchin der Erbauung der neuen Hauptstadt KalahLurch Salmauassar I. weiter oben am Tigrisausspricht. Gewaltig erhob sich von hier die Machtdes assyrischen Eroberers Tiglath - Pilesar I., dergleichwol um 1111 v. Chr. in einem Feldzugegegen B. unterlag. Herodot zufolge nahm manjetzt an, daß die V. (arabische) Dynastie in B.dem Assyrer Ninus im 1. 1273 für Jahrhunderteweichen mußte; nach neuerer Annahme kam jedochdie dauernde Herrschaft über B. erst 3 Jahrhun-derte später an die assyrischen Könige. Jedenfallsbestand bis zum Falle von Ninive (bis 606 v. Chr.)keine dauerndeSelbständigkeit der Babylonier mehr;die assyrischen Könige erbauten sich, insbesondereseit Tiglath-Psiesar ^1. (745727), der mit dembiblischen Phul und dem Pvr des PtolemäischenKanon identisch ist, in B. Paläste u. setzten Vice-könige ein. Sehr heftigen Widerstand gegen dieassyrische Herrschaft erhoben die Bewohner vonChaldLa u. Susiana. Gegen Ende des 8. Jahrh.v. Chr. bemächtigte sich Merodach-Baladan, derursprünglich an der Seeküste, unweit der Mündungdes Euphrat, herrschte, der Herrschaft von B.,wurde aber nach Verlaus von 12 Jahren vomassyrischen König L-argon mit Hilfe der Susianer(Nomaden Mesopotamiens) vertrieben (709). Un-