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Babu — Babylon (Landschaft).
edle Einfachheit werthvoll, deutsch von Hartung,Leipz. 1858.
Babu, ind. Titel, so v. w. Herr.
Babujänes, Spanien zugehörende Inselgruppe(6 größere, mehrere kleinere Inseln), nördlich vonLuzon, zu den Philippinen gerechnet; 550 j^jlrm;7000 Ew., theilweise zum Christenthum bekehrteMalaien; Cocos- und Wachserzeugung. DarunterBabujan, mit einem spanischen Militärposten.
Baünkr, ein Cannibalenvolk in Central-Afrika,mit stark ausgeprägtem Negertypus; zwischen denNjam-Njam, 5° n. Br. wohnend, aber weit unterderen Culturstufe stehend.
Babur (Baber, d. i. Löwe), B. Schir EddinMohammed, Nachkomme Timurs (Tamerlans),Sohn von Omar Scheikh, Gründer des Groß-mogulischen Reiches, geb. 14. Febr. 1483; folgteseinem Vater 1494 aus dem Throne von Ferghaua(Baktrien), u. eroberte Samarkand, Kaschgar, Kun-Luz, Kandahar u. Kabul unter heftigen Kämpfenmit den Usbeken. Nach vergeblichen Unternehm-ungen gegen Indien 1505, 1508 u. 1519 gewanner durch den Sieg bei Paniput über Ibrahim,den letzten Sultan der afghanischen Dynastie, 21.April 1526 Delhi u. die Herrschaft von Indien,welche er auch in weiteren glücklichen Kämpfen(Schlacht bei Sikri 1527) behauptete. Er st. schon25. Oct. 1530. Ein Freund u. Schützer der Wissen-schaften, beschrieb er sein Leben u. seine Thatenselbst, herausg. von Jlminski, Kasan 1857, vonAbd ul Rachim ins Persische übersetzt, englisch vonWaddington, Land. 1826. Seine Nachkommen, Ba-bu ri den, behielten ununterbrochen die Großmo-gulische Würde bis 1857, freilich zuletzt nur nochdem Namen nach.
St. Babylas, Bischof von Antiochien von237—250; Märtyrer unter Decius 251. SeineGeschichte liegt fabelhast ausgeschmückt vor in derHomilie des Chrysoftomos: I)e 8. HisromntzrsIlabz-Ia.
Babylon. 1) Die Landschaft Babylonien(Sinear) war eine der frühesten Entwickelungs-stätten der Cultur; der Euphrat u. Tigris warendie Lebensadern, welche diesen Boden schufen. Ba-bylonien war in ähnlicher Weise wie Ägypten einLand von außerordentlicher Fruchtbarkeit, die nochjetzt überall da vorhanden, wo einige Sorgfaltauf den Anbau verwandt wird; aber bei Weitemder größte Theil des Landes ist zur Wüste oderzum Sumpfe geworden, weite Strecken werdenmehr u. mehr mit Flugsand bedeckt, weil Jahr-hunderte despotischen Druckes den Verfall des aus-gebreiteten u. sehr künstlichen Netzes der alten Be-wässerungskanäle herbeigeführt haben, deren Spu-ren neben denjenigen der alten Städte noch dieBewunderung der Jetztzeit erregen.
Von den alten Schriftstellern werden uns dieChaldäer als die herrschende Bevölkerung in B.
enannt, u. eine Landschaft, westl. vom untersten
ause des Euphrat, hieß nach denselben Chaldäa.Damit stimmen die Inschriften aus den Monu-menten, welche SBabylonien als das Land Kaldi,d.i. Chaldäa, bezeichnen, überein. Diese Chaldäer sindjedoch nicht, wie die gewöhnliche Ansicht ist, vonden Bergen Armeniens nach dem südlichen Nie-derlande herabgestiegen, sondern vielmehr von
Arabien aus nach dem Norden vorgedrunqen wiedenn ja noch in der biblischen Sage (i.Ms' ioiNimrod, der Sohn des Cusch, d. i. der Südlän-der, von S. nach N. seine Herrschaft ausbreitetAber diese Chaldäer sind nicht die frühesten Be-wohner des Landes gewesen, auch haben sie nichtdie Bildung in ihren Ursprüngen geschaffen, welcheman später bei ihnen im Alterthum fand, son-dern nur weiter ausgebildet. Durch die Gelehr-ten, welche sich mit der in diesem Lande heimi-chen, eigenthümlichen Schrift, der sog. Keilschriftbeschäftigen, ist nachgewiesen, daß dieselbe nr-'sprünglich der Sprache eines (turanischen?) Volkesaugehörte, welches diese Landstriche vor Len cin-gewanderten Semiten als einheimische Urbevölker-ung dieser Gegenden bewohnte. Dieses anders-artige Volk führte nach seinem Hauptherrschaftssitze,nämlich der Stadt Accad, den Namen der Acca-dier. Dieselben müssen schon früh einen vorge-schrittenen Culturgrad besessen haben. Sehrwahrscheinlich ist, daß die unterhalb Bagdad biszum Meere gelegenen Landschaften sich am frühe-sten entwickelt haben, bis das übermächtige B.sie in Schatten stellte. Man findet nämlich injenen Gegenden riesige uralte Unterbauten vonZiegeln, wenn auch nur wemge Reste wirk-licher Gebäude; auch finden sich dort weder Bild-werke, noch architektonische Verzierungen. Dagegenwar, entsprechend der Natur des Landes) dieTöpfere' frühzeitig zu hoher Entwickelung gediehen.Man findet namentlich vortrefflich gearbeitete Röh-ren von gebranntem Thon, welche das Regen-wasser von der Oberfläche dieser Backsteinbautenabzuleiteu bestimmt waren, sowie kunstreich ge-brannte Särge von Thon, u. während in Assyrienalte Gräber nicht gefunden werden, zeigt sich dieganze Gegend von Nisser bis Mugheir, wo auchdie merkwürdigste Ruine dieser Gegenden ist, vonGräbern erfüllt: thönsrne Särge sind zu förm-lichen Hügeln aufgeschichtet. Am massenhaftestenhäussn sie sich um Warka, dessen hervorragendeRuinen zum Theil aufeinandergethürmte Gräberzu sein scheinen. Diese aus dem höchsten Alter-rhum stammende Sitte, sich an heilig geltendenStätten begraben zu lassen, ist noch heute imOrient zu finden. Noch heute ist die in Redestehende Gegend, besonders um Mesched-M, einwahres Todtenland. Etwa 80,000 Perser wall-fahrten jährlich dahin, 5000 bis 8000 Leichen mitsich führend, die hier begraben werden, da dieserOrt den gläubigen Moslemin den Eintritt in dasParadies sichert. Das vorerwähnte Warka ist dasErech des 1. Buches Mosis, das Orchod der Grie-chen , wo noch spät eine berühmte Schule derChaldäer stand. Mugheir aber war nach dortgefundenen Inschriften jenes Ur der Chaldacr,wo Abrahams Vater wohnte: es liegt in geringerEntfernung vom unteren Euphrat, vielleicht nichtfern von seiner damaligen Mündung, und magdurch Seehandel zu früher Blüthe gediehen sein,jetzt liegt es völlig öde. Bedeutende Ruinenhuget,die weiter aufwärts zwischen den beiden Flustengelegen sind, führen jetzt den Namen Nisser i»Warka u. Senkereh), einen Namen, den man awStädtenamen in der Keilschrift als Nipur wieder-gefunden hat.