Baake (Seew.), s. Bake.
Baal» 1) in der phönikischen Mythologie deroberste Gott. B. ist die Sonne, n. als solche die durchLicht u. Wärme die Natur beherrschende Macht. Der-selbe ist identisch mit dem babylonischen Sonnen-qotte, Samas, während der babylonische Bel,Belus, mit diesem phönikischen Baal, Nichts als denNamen gemein hat. Hauptsitz des B°dienstes warTyros; auch reichte die Verehrung des B. durchganz Assyrien u. Babylonien; in Carthago warer Hauptgott, u. in den karthagischen Colonien,wieGades, Malta u. a., hatte er prächtige Tempel.In Tyros wurden ihm zwei Feste gefeiert: seineSelbstverbrennung beim Aufgange des Sirius u.seine Auferstehung im Der. (oder im Frühling).Geopfert wurden ihm bes. Stiere,-doch auch andereThiere, sowieMenschen, bes.Kinder; dieOpferstättenwaren auf Bergen. Im ältesten B-dienste fin-den sich keine Bilder des Gottes, sondern Denk-steine bezeichnten ihn. Die roth gekleideten Priestertanzten um den Altar u. zerfleischten sich nach Artder Kybelepriester. Bei den Hebräern führteIsabel, eine lyrische Prinzessin, den B-sdienst ein;Zehn rottete ihn wieder aus. Im Alten Test,werden verschiedene Gottheiten dieses Namens anf-geführt: B.-Berith, Gott des phönikischen Staa-tenbundes; B.-Gad, in Gab am Hermon verehrt;B.-Peor, Gott der Moabiter, welchem der BergPeor heilig war; er trug den Phallus im Munde,und seine Feste waren priapischer Natur; B.-Zebub (B. Sefuf, Beelzebub), ein Gott vonEkron, der als Fliegengott, welcher Fliegen u. Pestabwehrt, gedeutet wird; eigentlich war er einOrakelgott, der bei Krankheiten wegen der Heil-ung befragt wurde; da man die Götzen für böseDämonen hielt, so ward B.-Zebnb nachher Namedes Satan. (Vgl. bes. Tiele, Vs Ooäsckisnstvan Ikeniois sn Israel, in seinem Werke: VsrAs-Ivkonäs üeseinscksnis clor onäs docksäisirsbvn.)2) Bei den Juden so v. w. jeder heidnische Gott,Götze; daher B-sdienst, falscher Gottesdienst;B-spfaffe götzendienerischer Priester, mit demNebenbegriffe Ver Frechheit und Heuchelei.
Baalbelt, Flecken des Distrikts Garbi (Unter-ägypten), mit Ruinen eines JsiStempels.
Baalbek, kleineStadt aufderHochebeneElBekaaim höchsten Theil von Kölcsyrien, etwa 1200 m ü. d.M., auf der Wasserscheide des Orontes n. Leontes,freundlich gelegen, zwischen grünen Feldern n.Wiesen, mit 4—5000 von Ackerbau u. Viehzuchtlebenden Ew.; berühmt durch die Ruinen des altenHeliopolis, ans dessen älterer Geschichte Nichts be-kannt, als daß es seit uralter Zeit ein Hauptsitzdes Sonnencnltns gewesen u. daß es gegen Endedes 2. Jahrh. n. Ehr. das röm. Bürgerrecht er-hielt. Erst damals sollen auch dis eigentlichenTempel entstanden sein, deren Überreste ihreeinstige Größe n. Pracht bekunden. Es lassen sichderen zwei, ein größerer u. ein kleinerer, erkennen.Die Grundmauern derselben müssen schon in ur-alter Zeit gelegt, aber ihre Fortsetzung lange un-terbrochen worden sein; ob sie jemals zu vollstän-digen Bauten sich erhoben, ist zweifelhaft. Unter-mische Tempclzimmer mit reicher Verzierung sindnoch wphl erhalten, ebenso mehrere Säulen mitkorinthischen Capitälen u. mehrere Statuen inPierers Nnaersal-Conversatwns-Lexiloii. 8. Aufl. I
Nischen u. Reliefs, welche Scenen des dortigenCultus darstellen. Der größere Tempel hatte 19kolossale Säulen in der Länge u. 10 in der Breite(54 im Ganzen); der kleinere 15 u. 8 (42 imGanzen). Zur Römerzeit wurde der syrischeSonnengott Baal mit dem italischen Jupiter ver-mengt, u. seit Constantins Zeit wurde einer derTempel in eine christliche Kirche umgewandelt.Nach der Eroberung Syriens durch die Araberverwendeten Letztere die Tempel zu Befestigungenn. begannen damit die Zerstörung derselben, worinihnen später die Mongolen Timurs u. die Türkennachfolgten; Letztere warfen sogar die herrlichenSäulen nieder, lediglich um das zur Verbindungder Theile dienende Eisen n. Blei zu gewinnen;im I. 1759 vollendete ein Erdbeben die Zerstör-ung. Vgl. Wood n. Dawkins, Ibs Ruins oköauldso. Lond. 1757, Fol.; Volney, Res Raines,Paris 1791.
Baal-Berith u. Vaal-Gad, f. u. Baal i).
Baalim, 1) die Mehrzahl von Baal, s. d. 2).2) Stach Josephns König der Ammoniter; schickteden Jsmael ab, um den Gedalja, Richter derJuden, die nicht in das Babylonische Exil geführtworden waren, zu tödten. Im A. T. (Jer. 40,14) lautet der Name richtiger Baalis.
Baal-Peor (Baal-Phegor), s. u. Baal 1).
Baal Perazim (a. Geogr.), Ort des Stam-mes Juda im Thale Raphaim, unweit Jerusa-lem, wo David die Philistäer zerstreute und ihreGötzenbilder zerstörte. Baal-Salisa, Flecken imStamme Jsaschar, nördlich von Diospolis.
Baal-Sebub (Myth.), s. u. Baal.
Baals River, Fluß u. Bai an der WKüste vonGrönland; in der Nähe Godthaab u. Neu-Herrn-hut, Colonien von Herrnhutern.
Baal-Thamar (a. Geogr.), Ort im StammeBenjamin bei Gibea, wo sich die 11 Stämme gegenBenjamin rüsteten n. über 25,000 erschlugen.
Baaltrs, das oberste weibliche Götterwesen beiden Kanaanäern; so v. w. Astarte.
Waan (auch Baen), Jean de, niederländischerPorträtmaler, geb. 20. Febr. 1633 zu Haarlem;st. zu Amsterdam 1702; gehörte der Van-Dtzk-schen Richtung an und war von den vornehmstenPersönlichkeiten gesucht; ging nach England, woer Karl II. u. dessen Gemahlin Katharina vonPortugal malte. Verzeichniß seiner Werke vonDecamps. Als beste Leistung gilt das im Besitzedes Königs von Preußen befindliche Porträt desPrinzen Moritz von Nassau-Siegen.
Baar (Contante Zahlung, Rer Oontant, fr.LwAsnt eornxtant), Zahlung in Geld; daher Va-luta baar erhalten, die Währung in Geld erhalten,auf Wechselbriesen.
Bann, Die, im alten Alemannien Ausdruck fürGau, Mark. Es gab, durchgängig durch Personen-namen näher bestimmt, eine Albuines-, Folcholts-uud Berchtolts - B. Letztere, auch B. schlechtweggenannt mit den Unterabtheilungen Adelharts- u.Birchtilds-B., erstreckte sich an der Wutach, deroberen Donau u. dem oberen Neckar bis herunternach Rotenburg am Neckar. Sie zerfiel in mehrereGrafschaften; ein größerer Theil kam von LenHerzögen von Zähringen im 13. Jahrh. an dieGrasen v. Urach, von welchen sich bald die Grafen
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