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Ayrer — Ayuntamiento.
u. st., seit 1803 pensionirt, 15. Aug. 1819 inMn. A. nahm als Dichter das Bestreben Gott-scheds wieder auf, die Tragödie nach französischemMuster auf der deutschen Bühne einzubürgern, u.überragte dabei, wenn ihn auch kein dauernderErsolg begleitete, doch an Talent seine gleichstre-benden Zeitgenossen. Er war begreiflicherweiseein Gegner Shakespeares u. selbst der GoetheschenDramen. Trauerspiele (darunter Aurelius, An-liope, Kleopatra u. Antonius) n. Lustspiele (dar-unter Der Postzug, Die große Batterie). Werke,Wien 1803, 6Bde., 3 A., von Retzer, Wien 1814,K Bde. Über ihn schrieb Bernd, Wien 1853.
Ayrer,. Jakob, deutscher Dramatiker des 16.Jahrh. Über sein Leben besitzen wir nur dürftigeNachrichten, und diese größtentheils aus spätererQuelle. Hiernach war des Dichters ursprünglicherFamilienname: Eier. Als Knabe kam er nachNürnberg, wurde Eisenhändler u. legte sich dannerst den Namen u. das Wappen der in der Stadtheimischen Familie A. bei. Nachdem seine Ge-schäfte hier zurückgegangeu waren, siedelte er nachBamberg über, wurde daselbst Bürger, Hof- u.Stadtgerichtsprocurator. Der auf den Protestan-ten lastende Druck bestimmte ihn zur Rückkehr nachNürnberg, wo er 1594 Bürger wurde u. bis zuseinem Tode, 26. März 1605, als Kaiser!. No-tarius u. geschworener Gerichtsprocurator sungirte.Seine dramatische Thätigkeit scheint erst währendseines späteren Aufenthaltes in Nürnberg begon-nen zu haben. Bedeutende Einwirkungen empfinger von den englischen Stücken, die zu seiner Zeitin Deutschland gegeben wurden. Seine Comediavon der schönen Sidea, wie es jhr biß zu jrerVerheuratung ergangen, erinnert an ShakespearesSturm, der jedoch nach H.Tittmauu (Schauspieledes 18. Jahrh., 1868. II., S. 153 s.) spätergedichtet u. bei gemeinsamer, wenn auch national-disserirender Märchengrundlage unter einem ge>wißen Einflüsse der Ayrerschen Komposition ent-standen sein dürfte. Außerdem schöpfte A. seineStoffe u. Anregungen aus mancherlei Geschichts-werken, Novellen, Schwänken, Dramen rc. Sobenutzte er zum Hug Dietrich, Ottnit und WolfDietrich eine Handschrift des Heldenbuches (s. d.).Er gab das geistliche Schauspiel auf u. wandtesich fast ausschließlich dem weltlichen zu. Vonfeinem Vorbilde Hans Sachs unterscheidet ersich durch den rein theatralischen Zuschnitt sei-ner Arbeiten; an Frische, Kindlichkeit, Heiterkeit,sinnigem Humor, dramatischer Lebendigkeit undsprachlicher Gewandtheit steht er hinter ihm zu-rück. A-s Streben nach psychologischer Begründ-ung der Charaktere u. Organisation der Fabelbezeichnet einen Fortschritt, aber einen noch sehrbescheidenen; er bringt es weder zur Einheit derHandlung, noch zur wirklichen Charakterzeichnung,weder zur Verfolgung einer Jntrigue, noch zumFesthalten einer komischen Situation. Er scheutsich nicht vor gräuelhasten Blutscenen, und seineKomik fällt ins Plumpe u. Gemeine. Wir besitzendon ihm 69 Stücke, Tragödien, Komödien, Fast-nachts-, Possen- u. Singspiele, die bis auf 3 un-ter dem Titel Opus tkwatricum 1618 in Foliozu Nürnberg erschienen. Eine neue, vollständigeAusgabe veranstaltete A. v. Keller: Ayrers Dra-
men, Bibliothek des Literarischen Vereins in Stutt-gart, Bd. I.XXVI.—I.XXX., Stuttg. 1865. BeiTittmann a. a. O., S. 157 ff., sind 2 Schau-spiele, die er in Stoff u. Form den übrigen dra-matischen Dichtungen Ayrers vorzieht, nämlich dieschon erwähnte Comedia von der schönen Sideau.: Spiegel Weiblicher Zucht vnd Ehr; Comediavon der schönen Phänicia vnd Graf Tymbri vonGolison aus Aragonien, wie es ihnen in jhrerEhrlichen lieb gangen, biß sie Ehelich zusammenkommen, u. ein Singspiel abgedruckt.
Ayrshire-Bieh, eine in der Grafschaft Ayr(s. d.) verkommende Rinderrace, aus einer Misch-ung des Höhenviehs mit dem Niedernngsvieh ent-standen. Dasselbe ist rothbraun, mit weißen Flecken,hat einen seinen, sehr schön geformten, etwas lan-gen Kopf mit feinen Hörnern, seinen Hals mitkleiner Wamme, geraden Rücken; Kreuz, Lendenu. Schenkel breit u. fleischig, Füße sein, Brust u.Leib lief u. weit. Es zeichnet sich bei guter Halt-ung u. Pflege durch bedeutende Milchergiebigkeitund hohe Berwerthung des Futters aus. ImDurchschnitt gibt eine gute Kuh dieser Race 3000 1Milch u. erreicht ein Gewicht von 500 siZ. Inganz Nordeutschland ist das A.-B. zur Verbesser-ung der einheimischen Rinderracen vielfach u. mitdem günstigsten Erfolge verwendet worden.
Ayta, van Swichem, Weigel van (ViMusAuiclrsmius), geb. 1507 zu Barhus in Friesland,Schüler und Freund des Erasmus; lehrte zuBourges, Padua u. Ingolstadt die Rechte, wurvedann Assessor des Reichstammergerichtes u. Rathdes Kaisers Karl V. und des Königs Philipp II.u. ward zu mehreren diplomatischen Geschäftenverwendet; er nahm 1565 seinen Abschied u. st.1577 zu Brüssel, eine der bedeutendsten Persön-lichkeiten jener Zeit. Er gab heraus die Insti-bnta Illsoxllill, Basel 1553; schr. einen I!om-msntar. in X tut. Institutianum juris civilis,Basel. 1534, Leeuw. 1643, u. Lpistolas pokiti-cas ct Iiistoricao, ebd. 1661.
Aytomi, William Edmondstoune, schot-tischer Dichter, geb. 1813 in der Grafschaft Fife;studirte in Edinburgh, wo er 1840 Advocatwurde und, dem Toryismus huldigend, sich anBlackwoods Magazine betheiligte; 1845 wurdeer Professor der Rhetorik u. schönen Wissenschaftenan der Üuiversität in Edinburgh; 1852 erhielt erunter dem Ministerium Derby das Ehrenamteines Sheriffs u. Admirals der Orkney- u. Shet-land-Inseln, übernahm 1854 die Redaction vonBlackwoods Magazine; st. 4. Aug. 1865 zu Black-hills bei Elgin im schottischen Hochlande, wo ersich seiner Gesundheit wegen aufhielt. Schriften:Die satirischen Dichtungen: Lcm öaultier Lall all»(zuerst im Lunclr 1844); Laz-s ol tlis Loottisli(lavaliors (poesiereiche Verherrlichung der treuenKämpen der Stuarts), 1849, 20. Ausl. 1865;Lallaäs ok Seotlancl (2. Aufl. 1857, 2 Bde.),eine gediegene Sammlung altfchottischer Volkslie-der; übersetzte mit Martin Goethesche Gedichte u.Balladen (1859 rc.). Sein Leben schrieb R.Martin (Edinburgh u. Lond. 1867).
Ayuntamiento, in Spanien die städtischenGemeindebehörden. Die früh schon sehr aus-gedehnten, in den langen Kämpfen mit den Mau-