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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Arabische Sprache u. Literatur.

ziiglichsten Dichter lebte unter der Herrschaft derOmajjaden, z. B. Dschemil den Mimar, der kla-gende Sänger der Liebe, welcher seine Geliebte(Bolhaina biniJahja) 2V Jahre lang bis anseinenTod besang; Urwa den Hisam mit dem BeinamenKatil el Hava, d. i. der durch die Liebe Getödtete,weil die Liebe (zu Afra bint Hasr) ihm den Todbrachte; Amer oder Kais, mit dem BeinamenMadschnnn, d. i. der Wahnsinnige, weil die Liebe,zn Lailabint Mahdi) ihn des Verstandes beraubte(dessen Liebesgeschichte Madschnuns u. Lailass gabauch vielen persischen n. türkischen Dichtern Stoffzu romantischen Gedichten); Kother den Abd el Rah-man(Ler seine Geliebte, Affa bim Dschamil, besang);Rais bei, Doraidsch (dessen Geliebte Lubna bint alvmbbab war); dann die 3 Dichter Dscherir, Al Ach-chai und Ferazdak, denen nach dem einstimmigenZcngniß der gelehrten Araber kein Dichter desIslam gleichkommt. Die meisten Fürsten ausdem Geschlechts Omajja liebten die Dichter, zogensie an ihren Hof, belohnten sie reichlich u. ließenauch die alten Dichtungen der früheren Zeit nichtin Vergessenheit gerathen. Die Aufbewahrungderselben geschah durch die sogenannten El Ravijjaoder Überliefere,', die selbst berühmte Dichter warenu. sich Lurch ihre Kenntniß der alten Lieder ans-zeichneten (indem sie deren Tausende aus demGedächiniß recilirten). Ein solcher ist Hammad,der überall als Gewährsmann citirt wird unddem wir die Überlieferung eines großen Theilsder noch vorhandenen alten arabischen Lieder ver-danken. Eine noch größere Kenntniß der Liedersoll aber der berühmte Dichter Abu Temmam Habibden Aus besessen haben. Von ihm ist die unterdem Namen Hamas» bekannte große Anthologie,sowie eine andere Sammlung, genannt Fuhul elSchoara, d. i. die Hengste unter den Dichtern, inwelcher er eine große Anzahl von Dichtern ausden Zeiten des Heidenthums u. aus den Tagen desIslam vereinigt hat. Hierher gehört auch derDivan der Hudsesliren, eine Sammlung von Dich-tern aus dem Stamme Hudseil während feinesKrieges mit den Kllreischiten(6armina8näsai>itar,von Kosegarten, Greifst». 1854). Aus der Zeit derAbbassideu sind die berühmten Dichter Abul At-ahije, Abu Dulama, Abu Novas, Aschdscha el Silmi,Al Eohrori, der eine andere Dichtersammlung, ge-nannt die kleine Hamasa, veranstaltete, sowie ElSobeir den Dachman, Jbn Rumi, Jbn Doreid (seinLobgedicht, bekannt unter dem Namen Maksurah,mehrmals herausgegeben, zuletzt mir einer lateini-schen Übersetzung von Boysen, Kopenh. 1828) u.viele Andere. In die Zeit, worin auch die Höfeder Dynastien, welche neben der Abbassidischen sicherhoben n. an Macht diese bald übertrasen, häufigdie Heimath der Dichter, sowie der Gelehrten wur-den, fallt der berühmte Dichter Motenabbi, welcheran den Höfen der Hamdaniden zu Haleb in Sy-rien, der Jchschidi zu Kahira u. der Buvaihiden inPersien lebte, ferner der berühmte blinde DichlerAbnlAla al Maarri (vgl. de Sacy, 6llrost. ar.. Bd. 3,S. 86, u. Vullers HarethiMoallakah), Abul FaradschVabagha (Proben herausg. von PH. Wolf, Leipz.1834) und die Dichter Tantarani (vgl. de Sacy<"r. ar., Bd. 2,S.465), Tograi(dessen allegorisches> --ll.lt Lamiat herausg. von Pococke u. Ä.), Jbn

al FariLH, auch als Mystiker berühmt (vgl. de Sacy,Olrrsat. ar., Bd. 3, S. 130), Abu Abdallah Moham-med ben Said, bekannt unter Lein Namen Busiri(dessen Lobgedicht auf den Propheten, betitelt Burda,herausg. von Behrnauer, Wien >1860) u. A. Vonjeher zeigten die Araber großes Wohlgefallen anSittensprüchen und Sentenzen, und vielearab. Gelehrte haben sich bemüht, solche zu sam-meln u. deren Ursprung zu erklären u. nachzuwei-sen. Auch ist die arabische Sprache unendlich reichan spriichwörtlichen Redensarten, Metonymien u.Bildern (bildlichen Phrasen), die ohne gründlichephilologische u. historische Kenntnisse nicht verstandenwerden können; zur Erklärung dienen die Auszügeaus Saalebis (st. 1038) Buche der Stützen u. s. w.Die älteste Sammlung ist die unter dem NamenHadith in der Sunna enthaltene große Zahl Aus-sprüche u. Berichte von Handlungen des Prophetenu. seiner Begleiter. Die 400 Sprüche Alis, AbuBekrs, Omars u. Othmans hat der persische DichterWatwat (st. 1182) gesammelt (zuletzt herausg. vonFleischer, Leipz. 1837). Von späteren arabischenSchriftstellern gilt als die vollständigste u. berühm-teste die Sprüchwörter - Sammlung von Meidani(st. 1124), herausgeg. von Freytag, Bonn 1838,2 BLe. Andere Sammlungen sind von Mokri(um 1020); Zamakhschari (st. 1143), Abu Madin(st. 1193) u.A. Neuarabische Sprüchwörter harBurk-hardt gesammelt (übersetzt von Kirmß, Wien 1834).Fabeln u. Parabeln, worin Sittenlehren u.Lebensregeln eingekleidet sind, hat die a. L. ebenfallsanfzuweisen. Außer den Äsopischen von Lokmangehört besonders hierher das Thier-Epos, bekanntunter dem Namen Kalila va Dimna oder die FabelnBidpais, eigentlich indischen Ursprunges (s. Hitopa-desa), zuerst aus dem Pehlwi ins Arabische über-setzt von demPerser Abul Hassan Abdallah benAlmu-kafsah und später von Anderen theils in Prosa,theils in Versen arabisch bearbeitet (s. Psot. st Lxtr.äss innnnsorits, BL. 10, S. 94 ff.), sowie Scherefol Jnsan (d. i. Adel der Menschen), eigentlich nurder letzte Theil des Tochfet Jchwan al Sasa (d. i.Gabe der aufrichtigen Freunde), arabisch erschienenin Calculta 1812 u. 1846, welches nur Len größtenTheil der 21. Abhandlung des großen philosophisch-encyklopädischen Werkes, betitelt: Bisajil Jchwanal Sasa va Chnllan al Wefa (d. i. Abhandlungender aufrichtigen Brüder u. treuen Freunde), enthält,über deren Inhalt u. Verfasser G. Flügel in derZeitschr. der Deutschen Morgenl. Gesellsch., Bd. 13,S. 1 ff., sich eingehend verbreitet hat. DasDrama kam bei den Arabern wegen der Absperr-ung des weiblichen Geschlechtes nicht zur Ent-wickelung (was man für Leistungen in dieser Dicht-art ausgibt, sind blos dialogisirte Satiren). Diearab. Romane sind theils wahre Erzählungen(Kußab), oder Biographien (Siret), theils Mär-chen (Hikkajah), sowie Erzählungen von National-hclden u. Dichtern. Sie wurden vor Gesellschaftenim Freien n. in öffentlichen Bersammlungshäuseruvon sogenannten Semir, d. i. nächtlichen Er-zählern, vorgetragen, später bearbeitet, so von AbuObeida Maamar ben Motani (st. 824), Asmai(st. 830), besonders Antars Leben in 35 Theilen,bas noch jetzt an öffentlichen Versammlungsortenstückweise vorgelesen wird (s. Amar), von Abnl