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Bd. 2 (1875) Arabische Sprache u. Literatur - Baumöl
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Arabische Sprüche u. Literatur.

deutende Anregunzen von der arabischen. Das«reiche Leben dieser Cultur war jedoch mit demFalle Cordovas 1236 geknickt. Inzwischen erhobsich im Orient unter den Emiren al Omrah undsodann in den neu entstehenden Reichen in Asien(Taheriden, Sossariden, Samaniden, Ghasnaviden,Ghoriden, Charizmiden, Dilemiden, Binden, Ham-daniden, Seldschuken) und in Afrika (Aglabiden,Fatemiden, Edrisiden, Zeiriden) die wissenschaftlicheEnltur von Neuem, n. die Sterne, in welche dieSonne des Khalifats sich zertheilte, leuchteten nochlange von diesem Glanze fort. Drang auch seitder Begründung der persischen Oberherrschaft derGeist dieses Volkes in das literarische Gebiet ein,io blieb Loch das Arabische die gelehrte SpracheVorderasiens. Arabien selbst war in literarischesDunkel zurückgetreten.

II. In den einzelnen Gebieten, a) Poesie(Ilm msdsäi selli'r). Die Eingangs erwähnteursprüngliche Vorliebe für Dichtkunst, Gesang u.Saitenspiel haben die Araber später unter allenVerhältnissen und selbst unter fremden Fürsten-häusern (türkischen u. mongolischen) bewahrt u.bethätigt. Eine lange Reihe von Dichtern undDichterinnen n. berühmten Sängerinnen zieht sichhin durch die ganze Geschichte der a-n L.; u. ihreLieder, wie ihre Geschichten sind uns theils in all-gemeinen Sammlungen, theils in speciellen, dienur mit einzelnen hervorragenden Männern sichbeschäftigen, erhalten; auch sind die meisten dieserLieder durch arabische Philologen cornmentirt wor-den. Die meisten dieser Bücher sind aber bisjetzt nur noch handschriftlich vorhanden. Allearabische Poesie gehört zur lyrischen Dichtkunst inihren verschiedensten Gattungen. Außer den pane-gyrischen Gedichten, worin die mannigfaltigstenGegenstände aus der geistigen u. sinnlichen Naturgefeiert werden, gibt es auch historische Lieder, inwelchen die Dichter u. Helden denkwürdige Ereig-nisse ihres Lebens besingen, ferner moralische u.religiöse Gedichte, welche Tugendgefühle u. Em-pfindungen der Andacht aussprechen, Satiren,welche die menschlichen Schwächen angreifen, Trauer-lieder über den Tod edler u. geliebter Menschen,Epigramme auf Blumen, Früchte, Instrumente,aus Schönheiten des Leibes, der Seele, Begrüßun-gen der Jahreszeiten, Trinklieder, Räthsel u. viel-fache andere Arten. Der Geist der arabischenDichtkunst war aber nicht immer derselbe. Wir findenbei den alten Dichtern ungekünstelte Gefühle undsolche, die das Herz am lebendigsten ergreifen, ineinfachen, in ungesuchten, aber dennoch treffenden,kräftigen u. oft feurigen Ausdrücken u. Bildernausgesprochen, was namentlich in der lyrischenDichtkunst als das Echtere und Edlere gerühmtwird. Allein in dem langen Zeiträume des Kha-lifats der Abbassiden waren große Veränderungenu. Wechsel in der äußeren Lage u. in der geisti-gen Bildung der Araber eingetreten. Die Bewohnerder Cultursitze standen nicht mehr in so häufigemVerkehre mit den Wüstensöhnen; ihr verfeinertesund künstlicher gewordenes Leben blieb nicht ohneEinfluß auf den Dichter. Es herrschte im Allge-meinen in den Liedern jetzt mehr Absicht u. wenigerunmittelbares u. natürliches Gefühl; es ward mehrauch Künstlichkeit in der Form u. im Ausdrucke

gestrebt, nach Witzworten, Wortspielen, überraschenden Gegensätzen u. anderem rhetorischen Schmuck.Später fand die arab. Poesie weit über die GrenzenArabiens hinaus Schutz u. Vertretung an den Höfender Reiche, die sich vom Khalifenreich abgetrennthatten, sank aber dadurch von ihrer natürl. Einsack,heit sehr oft zur höfischen Schmeichelei, zur Skia,vin der Tyrannen u. zu einer schnöden Erwerbs-quelle herab, d) Das Technische der arabischenGedichte hat viel Eigenthümlichcs. Das sehr aus-gebildete arabische System der Metrik (Ilm a!srnckll) soll von dem Grammatiker Chalil (st. 786)erfunden worden sein, n. Hadschi Khalfa führt inseinem bibliographischen Werke eine große Anzahlvon arab. Gelehrten auf, die diesen Gegenstand ingrößeren u. kleineren Werken behandelt haben. Diearabischen Metriker nehmen 15 oder 16 Metraan, von denen jedoch nur -1 in häufigem Gebrauchesind; mehrere sind sehr selten, n. viele kommen garnicht vor. Auch gibt es bei den arabischen Dichterneine große Anzahl abgeleiteter Metra, deren Zahlsich auf 63 belaufen soll. Jeder Vers (Bait) zer-fällt in 2 Halbverse (Misra) von gleichem Nie-trum; die Verse haben gleichen Endreim (Ka-fiah), u. im Anfänge des Gedichtes reimen auchhäufig die beiden Halbverse, oder es reimen auchüberhaupt Halbverse mit einander. Der Haupt-buchstabe des Reimes oder der Reimschlußbuchstaoe(Ravij) muß im Gedichte immer der nämlichebleiben, und nach ihm werden auch die Liederhäufig benannt n. eingetheilt, so daß es folglichz. B. Lieder in A, Lieder in B rc. gibt. LängereGedichte heißen Kasidah; sie müssen wenigstens 7,oder nach Anderen 1V Verse enthalten. Überarabische Metrik vgl. Ewald, Os metris carm.ars-d., 1825, und Freytag, Darstellung der arab.Versknnst, Bonn 1830, worin sich auch eine Litera-tur der arabischen Metriker findet, o) Dichter.Schon lange Zeit vor Mohammed gab es eineMenge berühmter Dichter unter den Arabern,z. B. Ans ben Hodschr, Mohalhal, Al Aswad benJafur, Soheir ben Habbal, Haretha al Ejadi,Doreid ben al Gamma, Taabata Scharran, Schan-fari, Urwa ben al Ward, die Dichterin Umm Hakimbint Jahja und viele Andere, deren Lieder nichrerhalten find. Auch aus der Zeit MohamnieLsist uns eine große Anzahl von Dichtern bekanntgeworden, wie Hassan ben Thabit, Zijjad alRabiga al Dschovjani, Omajja ben al Eschker,Al Aglab al Jdschli, Maimnn al Ascha, Al Kamaal Fahl; ferner die Verfasser der 7 preiswür-digen u. wegen ihrer Vortrefflichkeit Moallakab(aufgehangene) oder Mudsahabah (vergoldete) genannten Gedichte: Amru ben Kolthum, Ankara,Harilh, Jmruulkais (Amru'l Kais), Lebid. Tarasau. Zohair, sowie der durch sein Lobgedicht aufMohammed berühmte Dichter Caab ben Zohairu. viele Andere. Die Dichter, welche die Zeilendes Heidenthums und die des Islam erlebten,nannten die Araber Al Mohadramnna u. die be-rühmtesten unter ihnen Al Fuhul, d. i. Hengste.Unter dem Khalisat der Omajjaden waren sowolin Arabien, wie in Syrien, wo Damascus die Re-sidenz der Khalifen war, die Dichter der Araberebenso zahlreich u. ebenso groß, wie vorher. Einebedeutende Anzahl gerade der berühmtesten u. vor-