5
Arabische Sprache u. Literatur.
Mujid ben es Saigh (im 13. Jahrh.); Liebes-geschichten von Abdnl Aziz ben Abd ol Meliku. Ebn Achmed ben es Seradsch (st. 1106) u. m. a.,meist in Anthologien gesammelt. Zu den histori-schen Romanen gehören namentlich die dem Wa-kidi zugeschriebenen Kriege u. Eroberungen (Kitabal Maghazi, erschien Calc. 1856), welche wahr-scheinlich zur Zeit der Krenzzüge entstanden sind.Endlich Märchen, im Orient sehr beliebt; be-sonders gehören hierher die nach dem Persischenumgedichteten Erzählungen: Tausend u. EineNacht.Ein allegorisch-moralisches Gedicht ist Azz Eddins:Die Vögel u. die Blumen (herausg. arabisch u.französisch von Garem de Tassy, Paris 1821,deutsch von Peiper). — Anthologien (Mohad-herat), gesammelt von Abu Temmam in der älterenoder größeren Hamasa u. von Bohtori in derkleinen Hamasa. Andere von Thalebi (st. 1037),eine der vorzüglichsten, genannt Aatimo al Dahr,d. i. die Perle der Welt, zum Lobe der Zeitge-nossen; Abul Faradsch Ali aus Jssahan (st. 966),die größte aller arabischen Anthologien, unter demTitel Kitab al Aghani, d. i. Buch der Gesänge(herausg. von Kosegarten, Greifsw. 1840), rc.Rhetorisch-poetische Übungsstücke (Maka-mat, Makamen, d. i. eonss88ns) in gelehrten Ge-sellschaften von Rhetoren vorgelesen, zwar Gegen-stände der Volksunterhaltung behandelnd, aber inreimender Prosa n. in der künstlichsten, mit Wort-spielen, ja selbst Räthselspielen geschmückten Formabgefaßt. Die berühmtesten Leistungen in dieserStilgattung sind vom Begründer derselben, AbulFadhl Achmed Hamadani, dem Sohne Hosains (st.1007), mit dem Beinamen Bedi ol Zeman, d. i.Wunder seiner Zeit, u. von seinem NachahmerHariri (st. 1121), den wieder Andere nachgcahmthaben, wie Abu'l Taher Mohammed Tamimi Sa-rakvsti Andelusi ben Jnsus ans Cordova in seinen50 Makamen (vgl. de Sacy, llflrsst. ar., Bd. 3,S. 180 u. 181). In künstlicher Form ist auchAbu'l Walid ben Zeiduns Risalet gehalten, eineArt poetischer Epistel (herausg. von Reiske, Lpz.1755). Vgl. de Sacy, Vs I'utilits äs la possie»r.. Par. 1828; Weil, die poetische Literatur derAraber rc., Stuttg. 1837.
L. Prosa, a) Die Geschichtschreibung (Ilmal karikii) beschränkt sich, wie schon erwähnt, in derälteren Zeit auf bloße Genealogie, an welche sicheinige durch Tradition fortgepflanzte historische Datenanknüpfen; eine wirkliche Historiographie bildete sicherst später bei gesteigerter Wissenschaftlichkeit aus;Specialgeschichten in Chroniken- oder Annalenweisegibt es schon aus dem 8. Jahrh., doch fällt dieBlüthe dieses Theils der Literatur in das 9. Jahrh.;seit dem 10. Jahrh. schrieb man auch Universal-geschichtswerke. Bei einfachem u. schmucklosem Stilfehlt vor dem 11. Jahrh. alle historische Kritik.Zu einer pragmatischen Behandlung des Gegen-standes erhebt sich kein arabisches Geschichtswerk.Eine Urquelle für arabische Culturgeschichte ist dasWerk: Fihrist al Ulum, d. i. Verzeichniß der Wissen-schaften, die älteste bekannte große Literaturgeschichteder Araber, verfaßt von Abul Faradsch Mohammedben Jshak al Nadim (st. 995) n. arabisch herausg.von Flügel (über dessen Inhalt s. Zeitschr. derDeutsch. Morgenl. Gesellsch., Bd. 13, S. 559 fs.,
u. den Jahresbericht für 1845 bis 1846, S. 48 ff.).Namhafte Historiker sind: Orwa ben Zobeir (642bis 711), über die Religionskriege unter Mobammed u. den ersten Khalifen; Abu Abdallah Walibel Jamani (im 8. Jahrh.), über die himjaritischenKönige auf dem persischen Throne u. israelitischeGeschichte (verl.); Hischam al Kalbi, einer der be-deutendsten Genealogen u. Geschichtserzähler, Lehrerzu Bagdad (st. 822), arabische Geschlechtsregister(Ansab); Abu Obeida (st. 825), auch als Gram-matiker berühmt, verzeichnet? die Schlachttage derAraber: Al Äsraki, aus derselben Zeit, Geschichtevon Mekka (vgl. Wüstenfeld, die Chroniken derStadt Mekka, Leipz. 1857—61, 4Bde.; Jbn Ko-teiba (st. 884), Handbuch der Geschichte (arabischvon Wüstenfeld, Gött. 1850); Tabari, 838 bis922, Verfasser der ersten Universalhistorie (dessen^imalss rsAum arab. u. lat. herausg. von Kose-garten, Gött. 1831—53, 3 Bde.); Masudi (st. 957),der wichtigste Historiker u. für viele der folgendendie Quelle (dessen Universalgeschichte, betitelt: Diegoldenen Wiesen, arab. u. französ. herausg. vonBarbier de Meynard und Pavet de Conrtaille,Paris 1861—65, 4 Bde.); Hamza von Jssahan(st. 802), dessen Buch der Eroberungen herausg.von Gottwald, Leipz. 1844, 2 Bde.; Jbn Doreid(838—931), dessen genealogisch - etymologischesHandbuch herausg. v. Wüstenfeld, Gött. 1854; Saidben Batrik, seit 933 als Eutychius Patriarch vonAlexandria, dessen Annalen herausg. von Pococke,Oxf. 1658—59, 2 Bde.; Haram (st. 994); Miske-weih (st. 1030); Abul Faradsch, gewöhnlich Bar He-bräuS genannt, u. Al Makin (st. 1275), eigentlichDschordsch, d. i. Georgius, Beide Christen, schriebenUniversalgeschichten (vlmasini bist. Laraesiiiea,arab. u. lat. von Erpenius, Leyd. 1625); Jbnal Athir (st. 1232), dessen Chronikon, betitelt: KamilEttewarikh, von der Erschaffung der Welt bis zumI. 1230, arab. herausg. von Tornberg, Leyd. u.Ups. 1851—67, 7 Bde); Abul Feda, der Haupt-Historiker; Fachr Eddin Errasi (im 14. Jahrh.), Aus-züge aus seiner chronolog. Geschichte der Dyna-stien in Le Sacys 6br. ar., Bd. 1, S. 1 ff., u.Freytags Chrestomathie, S. 84, u. dessen Ausz.von Lokmans Fabeln, S. 29; Achmed al Makrizi,(st. 1450), dessen Geschichte der Kopten herausgeg.von Wüstenseld, 1845; dessen Gesch. der Mamluken-Snltane franz. vonQuatremöre, Par. 1837, 2 Bde.,dessen Beschreibung von Ägypten arab. erschieneninBulaq 1270 d.H.; Abul Mahasin (im 15. Jbrk.),dessen A.imalss ^Mpti rsAum herausg. von Juvu-boll u. Matthes, Leyd. 1852—61, 2 Bde; Jbnal Schohna (st. 1478), dessen Geschichtswerk ein Aus-zug aus Abul Fedas Annalen ist, die er vom I.d. H. 730 bis zum I. 807 fortsetzte; AbdorRah-man al Rabbii (geb. 1488), Geschichte von Jemen;Svjuti (st. 1505), zugleich berühmt durch seinenCommentar zum Koran, schrieb über Ägypten u.Äthiopien; Dschemal Eddin (st. 1547), setzte vieleHistorien Anderer fort, daraus die Geichichie derMerdasiden, herausg. von Müller, Bonn 1830;Jbn Omar, Lessen Geschichte der basridischen Mam-luken-Sultane, herausg. von Meursing, Leyd. 1846;Achmed ben Jnsus aus Damask (im 16. Jahrh.),Verfasser einer allgemeinen Geschichte. Samm-lungen historischer Documente, besonders über die