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6 (1864)
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haben Sie es leise und annmihig genug. Meine sind gar wildeCroaten.

Mit alter Liebe und Anhänglichkeit

der alte grauköpfige Gastfreund

Ad. v. CH.

38 .

An de la Foye.

Berlin den 4. August 1831.

Es ist fast jährig, mein theurer Freund, daß ich an Dich ge-schrieben. Ich habe, wie oft, wieder schreiben wollen, und habeBriefe angefangcn und wieder liegen lassen und habe gehofft, Duwürdest wieder schreiben, und aus allem ist nichts geworden. Dabin ich denn mit gutem Vorsatz, Gott gebe seinen Segen! Esgeht uns wohl, meine kleine Welt wächst und gedeiht und ist nicht,wie die große, von der wir doch bald zu reden kommen werden, ausden Fugen gekommen. Vater, Mutter und fünf Kinder. Zwei Jun-gen in der Schule, zwei Mädchen bei der Mutter, und der fünftein der Wiege. Zn der Botanik immer thätig, und in der Poesieso geehrt, gelesen und bewundert, daß ich es kaum glauben kann.Ich habe Dir meine gesammelten Gedichte zugesendet, aber derTeufel scheint die Hand im Spiel gehabt und die ganze Sendungunterschlagen zu haben. Das Nächste, was nun zu erörtern wäre,möchte die Seuche sein, die wir erwarten*), und der Ihr auch viel-leicht nicht entgehen werdet. Ganz Preußen ist inficirt, und einVersuch soll noch gewagt werden, die Oder gegen das Unheil zu ver-teidigen. Ich fürchte weniger das Uebel als die Zwangsmaßregeln,die es bedingt, und die mir, so wenig man dagegen haben kann, denUntergang 'alles Handels und aller Industrie, so eine größere Zer-störung zu drohen scheinen, als das freiere Spiel des Unholdes.Schon jetzt leidet alles und alle Lustigkeit ist aus dem Leben ver-

*) Die Cholera kam wirklich in den letzten Tagen des August.