Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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Gedicht*) über,Eure Geschichten fertig gemacht. Da mich einmalDeutschland für einen Dichter gelten laßt, darf ich wohl als einsolcher die Stimme erschallen lassen. Mein lieber Guter, ich lesefranzösische Zeitungen, wo ich nur welche auftreiben kann, aber nochEins geht mir ab: Briefe, frische Luft muß ich noch von EuremHimmelsstrich einathmen Briefe, ich bitte Dich um einen Brief,daß ich sehen könne, wie sich das alles in der Nähe ausnimmt, wiecs sich auf Deiner Netzhaut spiegelt, und wie Du Dich selber imneuen Strome bewegst.

Mir und uns geht es gut Vater von bald fünf Kindern,von denen zwei schon auf einer Fußrcisc im Gebirge begriffen sind(mit obligatem Hofmeister versteht sich) ich will hoffen, daß esDir und der Bürgerin und dem dritten wohlergeht. Wird nochaus der bourZsoiss eine oito^enns?

Ich lasse die Feder laufen und gebe mir nicht die Zeit, einenaufgewichsten Brief zu verabfassen. Schreibe mir, wie Du willst,aber schreibe mir.

Grüße meine ehrenwerthcn Kollegen ehrerbietigst, und wtznnDu willst, trage ihnen vor, daß unser Ehrenberg sich jetzt ganz vor-züglich mit den Infusorien abgiebt, die er mit Indigo und Carminfüttert, so daß die kleinsten Magen und Darmkanal aufs Herrlichstesehen lassen. Die Augen, die Nerven zeigt er bei der Gelegenheit,auch die Muskeln, noch nur kein pulsirendes Herz. Diese Weltwird uns durch ihn klar und er fabelt nicht; was er sieht, kann erjedem zeigen, und ich habe ihn, wo ich ihm nachgeritten bin, immerfest im Sattel gesunden, voir lss mernoires äs 1'^.eaäsmis äsBerlin. Die ersten Memoiren werden wohl schon erschienen sein,andere werden folgen. Lebe wohl, mein Guter, und vergiß mei-ner nicht.

^roelia!

_ Ad. v. CH.

*) Dir Terzine: iVIeinsnto.Das Malcrzeichcn" ist erst im Oktobervollendet.