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Aus Chile.
Talcagucmo, Hafen von Concepcion den 25. Februar 1816.
Ich schreibe Dir heute nur einige Zeilen. Mein Eduard!
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'Lcki r-crat^v^ro?. Das weißt Du, und Berlin ist mir durch Dichdie Vaterstadt und der Nabelort meiner Welt, von dem aus ich zumeinem Zirkelgange ausgegangen, um dahin zurück zu kehren undmeine müden Knochen zu seiner Zeit, so Gott will, neben den Dei-nen zur leichten Ruhe auszustrecken. Mein guter Eduard, es lebtsich auf so einer Reise eben wie zu Hause. Viele Langeweile wäh-rend des Sturmes, wann der Mensch es vor lauter Schaukeln undWiegen zu weiter nichts bringen kann als zu schlafen, Durack (6or-manis: Schafskopf) zu spielen und Anekdoten zu erzählen, worinich allerdings noch einmal unerschöpflicher bin, als ich selbst glaubte.Sehr unglücklich und zerknirscht, wann man wieder in Reibung mitder Gemeinheit gerathen ist; froh, wann die Sonne scheint; hoff-nungsvoll, wann man das Land sieht; und wann man darauf ist,wiederum gespannt es zu verlassen. Man sieht immer stier in dieZukunft hinein, die unablässig als Gegenwart über unser Hauptwegfliegt, und ist an den Wechsel der Naturscenen eben so gewöhntwie daheim an den Wechsel der Jahreszeiten. Der Polarstern (röroü Tiö-lov «<rr(xm) ist untergegangen, und das werden wir auch zuunserer Zeit thun; die Kälte kommt vom Süden und der Mittagliegt im Norden; man tanzt am Weihnachtsabend im Orangenhainu. s. w. Was heißt denn das mehr, als daß eure Dichter die Weltaus dem Halse der Flasche betrachten, in welcher sie eben einge-schlossen sind. Auch das haben wir los. Wahrlich, ihr Süden uudNorden und ihr ganzer naturphilosophisch, poetischer Kram nimmtsich da vortrefflich aus, wo einem das südliche Kreuz im Zemthsteht. Es giebt Zeiten, wo ich zu meinem armen Herzen sage: Dubist ein Narr, so müßig umherzuschweifen! Warum bliebest dunicht zu Hause und studirtest etwas Rechtes, da du doch die Wis-senschaft zu lieben vorgiebst? — Und das auch ist eine Täuschung,denn ich athme doch durch alle Poren zu allen Momenten neue Er-