Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

31

St. Ursula umzukehren, schnitten uns zur Stelle ein paar Palmen-blätter zu Wanderstäben zum Angedenken und setzten uns auf denRückweg. Wir fanden in Vittoria kein Unterkommen und mußtenbis Matanza zurück, wo wir Nächtens ankamen, nachdem wir bisdahin die Eier in den Höfen aufgekauft, um doch einige animalischeNahrung zu den muelms uvas unserer Abendmahlzeit zu genießen.Das Volk erschien uns im Allgemeinen häßlich, arm, heiter, wißbe-gierig und würdevoll; es ziemte diesen Menschen in Lumpen gehüllt,sich Senuor und Sennora zu nennen. Der Bettler selbst gebietetAchtung; es ließe sich keinem eine knechtische Behandlung zumutheu.Wo wir hinkamen, mußte unser Führer unsere Geschichte, wie ersie wußte, erzählen, er gab uns für Amerikaner und Aerzte aus,und dieser Charakter verschaffte uns Ausehn. Wir wurden oft kon-sultirt; überall niußten unsere Cigaroni und unsere Pflanzen gezeigtwerden. Die Menschen schienen mit Gegenständen der Natur ver-traut zu sein. Wir hörten in der Hütte zu Matanza, wo wir un-ser Nachtlager auf der harten Erde erhalten hatten, Männer vomVolke über die vulkanischen Gebirge dieser Insel und der übrigenCanarien ein sehr verständiges Gespräch führen.

Wir gingen am 19./31. Oktbr. über Laguna nach St. Crnzzurück, wir fragten vergebens im Garten des Marquis de Nava zuLaguna nach dem Brodbanm, den Broussonet daselbst gepflanzt undden Humboldt noch bewundert hat. Wir stiegen bei anhebendemRegen nach St. Cruz hinab. Ein Bürger am Eingang der Stadtnöthigte uns in seinen Garten, wo er uns mit Früchten und Blu-men beschenkte, und ein anderer kam unS auf der Straße entgegen,um uns seine naturhistorische Sammlung und Guanchen-Mumienzu sehen einzuladen, uns auf den andern Tag zum Frühstück be-gehrend.

Wir lichteten die Anker. Die Frucht unserer

Exkursion waren ungefähr 40 Pflanzen; die Blüthezeit, wie eigent-lich auch die Zeit der Früchte, war auf Teneriffa schon vorüber.Wir hätten wohl Sämereien einsammeln können, dachten aber, daßBuch und Smith für unfern Garten gesorgt haben würden. Te-