390
beiten. — Gott weiß, was noch daraus wird. Ich mag wohl andie 4000 Species besitzen und viele Doubletten habe ich auch. —Wenn, lieber Junge, wir eine leichte Kommunikation hätten —!Wenn ich mit meinem Kataloge fertig sein werde, möchte ich wohlDir ihn mittheilen und Dich um Deinen Rath bitten, was könn-ten wir uns nicht wechselseitig bereichern! Aus Gartenpflanzenmache ich mir nicht viel; was könntest Du mir nicht alles für fran-zösische Pflanzen geben — ich Dir nicht für nordische und Alpen-Pflanzen u. s. w.!
152.
An Rosa Maria in Hamburg.
Berlin den 1. Oktober 1814.
Ihr Brief und Ihr Geschenk, theure Rosa, haben mich unend-lich erfreut, nehmen Sie meinen Dank dafür; so liebliche Blüthenbieten sich selten dar, und es wird um mich sehr öde im einbrechen-den Winter. — Sie beschämen mich aber durch Ihre freundlichenWorte. Was habe ich Ungeschickter gethan, um sie zu verdienen —wahr gesprochen, Sie müssen mich wenigstens sehr ausgedörrt undeingetrocknet gefunden haben, — Sie müssen mehr in mir gesuchtund von mir erwartet haben — mir wird wohl wie den Pflanzen,die ich presse, bügle, trockne. —
Ihr Bruder hat mir gesagt, Sie hätten den Schlemihl vonihm bekommen, den Sie von mir bekommen sollten, — haben Sieihn schon gelesen? — ich noch nicht, er ist hier noch nicht angelangt,und ich kenne ihn noch nur im Manuskript. — Daß er daraus indie Druckerprefse hineingestiefelt ist, mag auch wohl ein Schlemihl-streich sein, und seine Freunde selbst werden vergessen, daß sie an-fangs über ihn gelacht hatten. — Ich wasche meine Hände in Un-schuld! — Empfangen Sie das Exemplar von mir als ein Manu-skript für Freunde.
An Varnhagen habe ich unbedingte Freude; er ist lebensfrisch,mild und freundschaftlich, er weiß was er will und will eben waser thut. Da überhaupt nicht alle Menschen einer sind, sondern ver-