Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
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ein andrer Herr Lieutenant, der es auch versucht, hätte es nicht überdas Herz bringen können, Hand anzulegen, und wäre gleich beimAnfänge weggeblieben. Die Professoren sind wackere Leute, diemehrstens ihre Lust daran haben, einen solchen ansgelebten Mannwiederum gleich einem der Kinder werden zu sehen. Sie wollenmir wohl und helfen mir. Erman ist nächstdem mein sehr intimerFreund. Ich mutz Dir noch sagen, daß der erste Mann, den jetztDeutschland für die Chirurgie aufzuweisen, unser Professor Gräfe,auch ein junger Husaren-Lieutenant ist. Von den Studenten habeich mehr erwartet, ich sehe nur lauter flache Dummköpfe, und binnoch an keinen rechten gekommen; wir sollen hier bei 1000 sein. So, mein Freund, sorg' ich nur für mangelndes Glück einenfest vorgezeichneten bestimmten Weg praktischen Fleiß und eineimmer brennende Pfeife Galgcnknaster. Für die Botanik Hab' ichhier die beste Gelegenheit; ich bin mit einem arglosen, stachellosen,sehr verdienstlichen jungen Botaniker sSchlechtendalj sehr gut Freund,ich sehe Herbarien durch und habe schon bei 300 Pflanzen in Ber-lin gesammelt. Schreib mir und gieb mir von unserm Tauschhan-del Nachricht.

143.

An Rosa Maria in Hamburg.

Berlin den 17. November 1812.

Um von hier aus an Sie zu schreiben, liebe Rosa, Hab' icherst erwarten wollen, daß ich mein neues Leben recht begonnen, michdarinnen festgesetzt und klar in mein Wesen schaue. Seit ich anSie schreiben kann, schreiben will, hat mir die Zeit gefehlt, undso erhalten Sie einen späten, aber desto innigern Gruß. ThenreFreundin, ob arm, alt, vielfach abgeblüht, so geht's mir doch wohl,ich fühle, daß ich verständig und wohl gewählt und ausgeführt; ichbin ruhig und heiter und spinne in mir den alten Wurm ein. Ichlaste die Vergangenheit hinter mir liegen, und studire, als wäre ichnoch ein Knabe, ins Leben hinein, um mir eine selbstständige Thä-tigkeit zu erwerben. Tange ich überhaupt zu irgend etwas, so ist