Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
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gethcm hätte; und also hat sie gegen mich mehr als für sich ihregroße Macht geübt, denn im Grunde bin ich ihr doch sehr wenig,da ich mich im Leben gar zu entschieden anders gestalte als dieelegant gesittete, vornehme Herrin, und also, liebe Rosa, Hab' ichimmer gehen wollen und bin immer geblieben, und also Hab' ichIhren schönen Brief immer wieder gelesen und habe mich immergeschämt, und muß heute diese Scham überwinden, um mich heutenoch in der alten Blöße vor Ihnen zu zeigen. Ich lebe hier sehreinsam bei meinen Büchern, und habe meine Lust daran, Zeit undRaum in Gedanken zu dnrchschwärmen, indem ich in Reisebeschrei-bungen, in neuen und alten Büchern, in verschiedenen Zungendie 6000 Jahre der Geschichte unsers Geschlechtes und die 9000Stunden unsers kleinen Erdgürtels, nach Charakterzügen des Men-schen suchend, auf verschiedenen Punkten versuche. Ich habe zu an-dern Sprachen die englische etwas gelernt. A. W. Schlegel isthier; er ist rücksichtsvoll und artig, parteiisch und unduldsam, eitelund reizbar, sonst gediegenes Gold ich habe eigentlich nichtsmit ihm. Liebe gute Rosa, Sie müssen mir verzeihen, mir sagen,daß Sie mir verzeihen, Ihre Worte sind mir immer über alleswohlthuend gewesen, ich bitte Sie demnthig und reuig um Worteder Kraft und der Freundschaft, es hat mir sehr weh gethan, solange nichts von Ihnen zu vernehmen, ich hoffe zu Gott, es gehtIhnen wohl. Reichen Sie Karl meine Bruderhand; wenn ichIhnen wieder schreibe, schreib' ich auch ihm, heute ist es mir nichtmöglich. Möge Fanny meiner noch im Guten gedenken, und dieFreunde alle in meinem lieben, lieben Hamburg.

137.

An de la Foye.

Moppet 2S. Mat 1812.1

Ich habe eine lange Zeit hingehen lassen, bevor ich DeinenBrief beantwortet, und dennoch, lieber Junge, ist er mir sehr indas Herz gefallen. Du hast ganz recht, Louis, man muß entweder