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An Fouquö.
^Einlage des folgenden Briefs.)
fCopPct, 19. März 1812.)
Alle schreiben und keiner liest mehr, als um nur mit dem Ge-lesenen weiter fort zu schreiben. Solltet Ihr, schreibendes Volk,denn nicht wünschen, daß es einmal Kerls gäbe, die es wie ich beimLesen bewenden ließen, und reine Freude an Euch nähmen! — SieheGuter, Lieber, ich wünschte mir die Musen*) zu Freundinnen, dieBücher in allen Zungen, aus allen Zeiten sollten mir offen stehen,und ich mochte nicht schreiben, nicht schreiben, als wenn es micheinmal ergriffe, daß ich es müßte. Soll denn das Schöne nur be-nutzt und nie genossen werden? — Ich könnte mir fürwahr eindunkles stilles Leben bei Lieb' und Freundschaft denken, wo wenigevon mir und ich von wenigen wissen würde, aber das innig undergreifend, und ich wollte dabei so glücklich, so glücklich sein, —man könnte, was ich begehren würde, wenig nennen und mich ge-nügsam, aber sicher es ist viel, sehr viel, mehr als ich je erlangenwerde, und ich bin ungenügsam, weil ich mit dem, was ich habeoder haben kann, eben nicht zufrieden sein will. Ueber Reumannsstille Verzweiflung muß ich aber erschrecken — ist er je damit ausseinem Schneckenhause vor Dir herausspaziert! — Der rücksichts-volle Schlegel, verlegen (wie er es mir verlegen selbst gestand), wieer mit seiner Freundschaft zu Dir in einem Briefe an Dich, ohneanzustoßen, durch alle Klippen und dns-konäs, die auf so veränder-tem Grunde für ihn verändert in Norddeutschland sind, fahrenkönnte, wird schwerlich zu einem Briefe, den er doch selber zuschreiben wünscht, den Muth fassen. Ich habe ihn die Worte Se-rena's und die Deinen lesen lasten, er vertheidigte sich gegen mich
*) Fouguö gab 1312 in Gemeinschaft mit Ncumann eine Zeitschrift: „dieMusen" heraus, für welche er Chamiffo um Beitrüge angegangen hatte. Dgl.Br. 13S.