Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
Seite
243
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seelen ausübe, die man bei der Nase herum und in die Tugendhinein und zur Liebe des Königs führen könne, und dieselben nam-haft mache, und dergleichen mehr. Das kommt nun von Seitedes Monarchen, auch von Seite des Staates und Stein's seh'ich leider nicht noch, daß ein unerschütterliches Gute begründet werde.Abschaffung aller Privilegien und Einführung einer militairischenKonskription, die Alle gleicherweise treffe, gut, auch giebt manmit Gemeingeist sich hin, aber nur wo es eine res publicagiebt, ist Recht jeglichem, nicht Last, ein solches; besteht aberschon eine res publica? Laß einen starken Autokrat an die Spitzekommen, wie Friedrich mir einer gewesen zu sein scheint und dieseZeit einen noch gewaltigeren erzeugt hat, und für die rem rcZi«wird er das Vorgefundene Instrument mit Lust handhaben; wun-dersamer ist wohl der in Frankreich in unfern Tagen beschriebeneKreis. Sticht will ich drum den großen Staatsmann, dessen Per-son nun geächtet ist, und dessen Geist noch über dem Staate len-kend schwebt, in seiner Herrlichkeit schmähen, doch sähe ich lieber,denn eine stehende Armee, das Volk selbst in Waffen, und bestehendeStände. Aber, mein Lieber, wir sind wohl ein gar zu erbärm-liches, unwürdiges Geschlecht? Ein tröstlicheres Wort will ichDir ansagcn, was mir wenigstens einige Beruhigung giebt; unsereHerren Generale, darunter auch mein Lecoq, sind in gefänglicheHaft eingebracht worden.

Vor allen meinen Freunden, mein Lieber, rechne ich auf Dichund Eduard fest, laß mich wissen, daß ich und Du an einanderglauben, und daß sich zwischen uns ein Dritter nicht zum Redenund Wirthschaftsn cinzupressen vermag. Mißverständnisse und schein-bare Unrechte konnten wir ja doch am besten, anerkannter Gesinnungstark, mit einander abthun und lösen.

Was meine Professur anbetrifft, zieht es sich in die Länge,ich darf es nicht abweisen, ' kann aber meine Hoffnung nicht, womeine Sehnsucht nicht ist, hinsetzen, und ich sehe wohl ein, daß ichdort ein unglückliches verarmtes Kreatur beharren würde, ohne Lustund Anklang. Doch paßt eine solche Anstellung mir an, fnglichstenauf den Leib zum Instrument und Handlanger eines Unliteraten

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