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Sie, theure Freundin, wünscht' ich heiterer zu sehen und nichtsolche durchgehende Schwermuth in Ihrem Leben nährend; ich wünschte,Sie hätten sich ausgerungen, und glaube, daß, nach der Entschei-dung, nach dem Opfer dessen, was man zu opfern für gut und ge-recht erfunden hat, inan in Eintracht mit sich selber und mit derWelt leben kan».
V. lebt noch zu sehr im Momente, der ihm, dem er gehört; ermuß noch häufig von Lust zu Schmerzen schwanken, — Sie müß-ten ruhiger und heiterer sein. So scheint mir Röschen, mit stil-ler, ruhiger Ergebung, ihr Leben sich vorzuzeichnen, in dasdoch ihr wenige Blumen geworfen werden. Meine eigene Unruherühret daher, daß ich noch mein zerrissenes, überall gehemmtes Lebenunter keine Zeichnung zu bringen weiß und nirgends anzufangen nochzu endigen.
Ich hoffe, daß Ihnen die Blätter des Tagebuchs*) regelmäßigund ordentlich von Fouquö und Neumann wieder zugestellt wordensind. Wir müssen den Freund loben, der so liebevoll und angestrengtfür uns gearbeitet hat.
87.
An Fouque. ^
Berlin den 7. Januar IM9.
Ich bin Dir über mehrere Punkte Antwort schuldig geblieben,und habe auch noch gar manches auf dem Herzen, was gern herausund an das Deine will, doch will sich wieder Zeit und Gelegenheitnicht schicken, nimm so hin, was ich Dir heute nur zu gebenvermag.
Das Schill's-Lied*) hat Eduard an einen der Drucker gegeben,die da im Besitz sind fliegende Blätter für das Volk zu drucken, eswird gleich andern auf den Straßen verkauft, und also an sein Pu-
*) Von Darnhagen, abgedruckt in dessen Dcnkw. Bd. g. S. 81 fgg.") Von Fouqne, mitgetheilt in dessen LebcnSgcschichte S. 290 fg.
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