224
ber 1808 eingetragen wurde, schlug er als störend, bindend und zukeinem Ziele führend aus. (Br. 84.) „Ihre freundlichen Worte,theure Rosa, schreibt er der Freundin, haben mir beim Abweisendessen, was einen meiner süßesten Wünsche sin Hamburg zu lebenjin Erfüllung brachte, das Herz schwer gemacht. Ich bin verlegen,Ihnen Ihre zarten Bemühungen nur mit schlechten Worten zu dan-ken; wie gern hätte ich es gethan mit der Annahme der an michergangenen Anträge; doch nach strenger Prüfung ist es mir erschienen,als könnt' ich und dürft' ich solche Stelle nicht annehmen und jetztund auf die Art mich binden. Erlauben Sie mir, da die Rededavon, Ihnen Gedanken mitzutheilen, die Sie nur nach Gutdünkenbeachten werden. Sie wissen bereits von Louis de la Foye. Ichmöchte für ihn wie für mich selber mich verbürgen, — gediegenesGold, sanften, milden Gemüths, festen, sicheren Charakters. Er hatKenntnisse in der Mathematik, dem Geschichtlichen, dem Literarischen,überdies in mehreren Zweigen der Naturwissenschaften, ist musikalisch,die alten Sprachen sind ihn: nicht unbekannt; er liest etwas englisch,deutsch schreibt er zwar vielleicht etwas unrichtiger noch als ich,spricht es aber weit besser aus. Dieser Lafoye nun ist jetzt sonderAnstellung in Polen (vgl. Br. 83) und im Begriff, einem sonderZweifel vortheilhaften Rufe vielleicht bis in die Mitte der Ukränezu folgen. Seine Aussicht ist, sich durch Entbehrung und Arbeitein unabhängiges Loos für die Zukunft zu gründen. Ich möcht'ihn so gerne, bevor ich ihn in dieser entfernten Wildei verkommensehe, in lieber und freundlicher Nähe, und wo lieber, als wo ichselbst mich wünschte? Es ist so gräßlich, wenn man wahres Blutin den Adern hat, allen menschähnlichen Gestalten entfremdet, un-vernommen auszudulden und keinen, keinen zu haben, der uns unddem wir angehören; ich lasse nur die Worte fallen. — Ich wünschte,daß wir ihn, wenn es noch Zeit wäre, durch Ihre freundlichen An-träge bei uns zurückzuhalten vermöchten. — —-Ich rühme
Karl, daß er viel und gut schreibt und auch aus der Ferne mitseinen Freunden zu leben weiß, ja besser oft als während des Bei-sammenseins. Ich kann es ihm nicht gleich thun. Ich und dieFeder sind ganz entfremdet und zur Zeit mehr als je. Man muß