Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
Seite
208
Einzelbild herunterladen
 

208

so kalt und stumm schreibe; lieber, guter, herrlicher Junge, werkönnte daran zweifeln:

Was paßt, das muß sich finden.

Was liebt, zusammen sein!"

Ja wir werden uns finden, und fortan zusammen sein, frühzeitigeMänner, ewige Jünglinge in der Liebe, nimmer altern, und wieuns freuen, daß, von so vielen Plagen und Hemmungen befeindet,wir nach innerer Nothwendigkeit siegten.

Schreibt mir, Zeilen, Briefe, wie es kommt; erhaltet Ihr nichtsvon mir, der ich noch im Prüfuugsofen schwitze, so schreibet darumnur mehr und mehr, rechnet auch darauf, daß viele Briefe verlorengehen, wie ich es an Freunden wahrnehme, und es doch bis itzt eingütiges Geschick von mir abgewendet hat. Freunde, gute Freunde,lasse diese letzte schwere Zeit Gott an mir vorüber gehen! (Zu-mal wenn Ihr mir die Ordre zu geben habt, schreibt mir xsr äu-xHoata nach Paris und nach Vertus über Epernay, Departementder Marne.)

Zieht alle meine besten Bücher an Euch alle die brauchbaren laßt auch Heimann den Schatz Euch zusenden eines pappenenKastens, darin alle meine Papiere, Briefe, Pretiosa u. s. w. sind,meine Miniaturfarben, kurz, alles was ich bei Euch haben muß.

Ich werde in der Zukunft zwei- bis dreihundert Reichsthalerhaben, werde aber vielleicht leer bei Euch einlaufen. Ein Losreißenist es von diesem Orte. Nach Geld werd' ich mich schlecht um-schauen können. Mein Vermögen lass' ich vor der Hand in meinerBrüder Händen.

Laßt mich ja genau wissen, wo Ihr mich erwartet; in Kerkernund Fesseln habe ich bis itzt gelebt, und der Kerkermeister reichtemir zu bestimmter Zeit mein Brod; mich schwindelt's allein aufder Ebene zu schreiten, laßt mich nicht irre gehen, und wohl inEure offnen Arme sicher fallen:

Lafoye hat Euch von seinem Ort geschrieben; Ihr wißt, wiewir uns gesehen haben. Von Koreff keine Zeile, nur mündlichenAuftrag. Auch seinetwegen werd' ich nach Paris zurückgehen wollen.Ach mir bleibt viel zu thun! Auch werd' ich ein Nützliches thun,