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5 (1864)
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schlusse des Friedens mit Preußen einen Paß zu erhalten, hieltenihn bis zum Ende des September in Frankreich zurück.

Varnhagcn und Neumann hatten den Winter in Halle zuge-bracht, in der Erwartung, daß die auf Napoleon's Befehl geschlos-senen Vorlesungen zum Frühjahr wieder eröffnet werden würden.Da aber das Frühjahr kam, ohne für Halle ein günstigeres Geschickzu bringen, so wendeten sie sich im April 1807 nach Berlin (wohinauch bald darauf Schleiermacher uud Wolf von Halle aus über-siedelten) und erwarteten dort Chamisso.

Die nachfolgenden in Frankreich geschriebenen Briefe schildernseine Kämpfe und Stimmungen während dieser Periode und gebenZeugniß für die Festigkeit, mit welcher er den Lebensplan verfolgte,welchen er sich vorgeschricben hatte.

65.

An de la Foye.

Paris den 9. Dezember 1806.

Hier bin ich, weiß selbst mich noch nicht zu entwirren aus alledem, o Gott gebe mir Kraft.

Mein Vater ist gestorben, meine Mutter ist gestorben. Vonden Freunden weiß ich seit vielen Monaten nichts; Ceres führt michin ihre Familie ein, sich selber treu begegnet sie mir vor Freundenund Fremden wie sonst in Lützow noch ist über nichts Entschei-dung. O Adelph, könnte ich dich jetzt haben. Die Minuten sindvon Gold, so wichtig, und fallen dahin ehe ich mich umschaue,hat es mit mir geendet. O könnt' ich Dich jetzt haben erstnach Champagne muß ich hin, zu Brüdern und Schwester, und we-gen Geschäfte. Dann, dann wann werd' ich Dich Wiedersehen?Vor meiner Unabhängigkeit banget es mir. Den Ketten in Deutsch-land? Den Frauen im Hause? welcher? meine Angehörigensind alle Familien-Stämme, sie lieben mich unaussprechlich, abernur ein Fremder kann ich in ihren Häusern sein ich habe keinHaus mehr, da ich wohne. In etwa zehn Tagen soll ich nach Cham-