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58.
An Barnhagen in Halle.
Hameln den 7. September 18Ü6.
Ich eile in freudiger Stimmung meine Freunde dankend zuumarmen, werde aber, glaub' ich, nur wenige Worte schreiben.
Dank Euch der herrlichen Sendung, — Briefe und Bücher,alles hat mich mit Freude berauscht, — und ich ward ein Kind amWeihnachtsabend, ob doch ernste Kleinode vor mir lagen. Allesfordert Antwort und heischet Worte, wo anfangen? — Die wohl-cingcpackten Bücher sind doch nicht ganz unversehrt angekommen,der leidige Regen ist durchgedrungen, — und was gelitten hat, isthauptsächlich das Wunderhorn. Auch Schlegel's Roma hat dieNässe verspürt.
Da ist ja der — — ja wie soll man ihn nennen? Diesernamenlose sder dritte Jahrgang des Musenalmanachs ist wahrhaftnamenlos korrigirt worden. Heimännchen hat seine großen Augenganz von uns gewendet; er muß verliebt gewesen sein und nicht zu-gleich so verschiedene Dinge haben beachten können, als da sindSeufzerbauche und Buchstaben.
Laß uns in Gottesnamen den vierten Grünen fahren lassen.Ich bin es zufrieden, wenn Du Deinem Verleger den genialischenStreich versetzen kannst, ihm für baares Geld einzuprägen, was ernicht umsonst gewollt.*) Mein Vorrath ist Dein und ich glaube,daß das Geschenk Pellegrin's so gut hie als dort aufgehoben ist. —Hier ist es passend, daß ich Dir des guten Theremin's Brief undBetragen sehr zu beherzigen gebe, also müssen echte Studenten nachmeinem Sprachgebrauch svgl. Br. 55j es treiben. Ist es nicht ander Zeit, anfzuhören, die Herausgabe eines Almanach zu höchstem
*) Der Buchhändler, dem V. den Verlag des AlmanachS angcboten Halle,lehnte diesen ab, verlegte aber eine Sammlung prosaischer Aufsätze (Erzählungenund Spiele), für welche er ein Honorar zahlte und zwischen die manche der fürden Almanach bestimmten Gedichte cingcschobeu wurden. S. Varnh. Denkw.2. S. 1«l.