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5 (1864)
Entstehung
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Heute, muß ich Dir hinzufügen, ist mir, recht unversehens wieein Glück, daS Angenehmste begegnet, nämlich mich sehr zu amüsi-ren, und wie, sollst Du auch erfahren. Ich hatte nur unfern Pfarr-herrn beschaut, ein altes Kamiustück, ich hatte ihm von Büchern ge-sprochen.O ja, hatte er mir zur Antwort gegeben, von meinerJugend her müssen noch etliche auf dem Boden stehen." Heuteschickt er mir dieselben, höre wie der Romansteller seine Vorredemacht:Zn dieser Geschichte wird der Leser finden, daß die Tugend

oft im höchsten Grade unglücklich ist, das Laster aber sieget; er wirdaber auch finden, daß am Ende die Belohnung der Tugend eben sowenig als die verdienten Strafen des Lasters haben anöblciben kön-nen." Das war also der Schlag. Zugleich läßt mich obgedachterPastor zum Kaffee bitten. (Du mußt wissen, daß cs hier Kaffeeregnet.) Ich gehe denn schuldigerweise hin, auch das Compagniechefwar geladen. Nun kömmt aber das Beste. Der Prediger (die Ge-meine ist evangelisch) hat drei Töchter, und diese, die ich noch nichtgesehen hatte, marschiren ans, nicht sehr jung, nicht sehr hübsch,gar nicht sehr gebildet, aber herzensgute lustige Kinder. Ich zündemeine Pfeife an und fange an zu parliren mit sie, indem daßdas Compagniechef mit Papa und Mama parlirct. So kömmt eingutes Abendessen heran mit Wein, und die Fröhlichkeit und diespätere Nacht, und kurz der herrlichste und heiligste Abend. DenktEuch nicht, daß ich etwa hätte Varnhagenisiren wollen, mit dieserJugend, sehr weit entfernt! DaS Erste war gewesen, daß ich mei-nen kleinen Ring für einen Brautring ausgab, welches bei Pfarrcrs-töchtern von diesen! Schlage äoit conpsr aonrt ä tont. Aber, meinKind, ich habe ganz in Euch und meinen Freunden und Freundinnenund allen seinen Blüthen und mit Frohsinn mein Herz erblühenlassen, und sie waren empfänglich und theilnehmend; auch hast Duhiebei, was ich sur ls ob-mi;, gedichtet habe, und hier diesenineinen Brief.

Vielleicht lehr' ich meine Mädchen noch Französisch. Nichtsvon meiner ekligen Reise, kein anderes Gefühl habe ich kennen ge-lernt, als die Angst um ineine Pferde; schlechte Wege, schlechte Pferde,von 7 Uhr bis 7 Uhr sich etwa zwei Meilen hinangequält, lautlos