An Varnhagen in Hamburg.
Berlin den 23. September t805.
Du kommst etwas spät mit Deinen Erklärungen, Gott besserewas geschehen ist, aber die beiden Oden ck' und Ovclk
re na- tchuss- stehen neben einander recht behaglich schwarz auf
weiß gleich in der Mitte des zweiten Bogens. Breche Dir derTeufel den Hals mit Deinen verfluchten Spätzen.*) — Die Leutewerden nun wohl nicht so leicht dahinter kommen, cs ist so eineSache mit den Oden, mein Gott! Aber was plagte Dich denn derTeufel, so allerliebst fein zu sein mit mir, der es mm schlechthinnicht bin; ich bin nun einmal weder Kenner noch Liebhaber vondergleichen seltenen Stucken; ich habe Dir, zur Beruhigung meinesGewissens, meine schwerverständliche — aber nicht unverständliche— Ceres zugesandt, und nun spielst Du mir den genialischen Streich!Ich habe Wunder gedacht, wie klug ich es anstellte, dem armenguten ^ die angenehme Ueberraschung zu geben, sich alsbald vomNachhall seiner Lyra wie aus dem Stegreife Lesungen zu hören, undiiberbrachte ihm heute den Aushängebogen; wahrlich haben wir beidegeschwitzt über Deinem Kunstwerk, aber haben doch richtig nichtshcrausgebracht, die Korrekturen waren ganz charmant gegangen, nunbin ich im Pech, — ich, mein Freund, ziehe das kürzeste, ich mar-schire (welches Du gar nicht zu ahnden scheinst) vielleicht schon diekünftige Woche mit meinem Regimente aus, ziehe in den Krieg gegen
*) Chamiffo hatte eine Ode an Eercs mit dem Motte «csss^s-
u. s. w. eingeschickt, die den Freunden etwas toll vorkam; um ihn zu necken erhielter eine mit dem Motto Oückk rl 7sm s n>. in demselben Metrum zurück, in der
nur der Schein eines Sinnes war; er merkte den Scherz und that ganz un-schuldig; die beiden Oden — schrieb er — würden neben einander stehen. Nunglaubte man ihm Aufschluß geben z» müssen, und hierauf antwortet dieserBrief. Bhgn.