Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
Seite
85
Einzelbild herunterladen
 

85

hat er mir geschenkt. Wir haben von ihm, was er dem eingegan-genen Schlegel'schen Atmanach dieses Jahres zudachtc.

Wie ich letzthin meine Worte gestellt habe, weiß ich nicht,wie Du mich gelesen hast aber, hast Du Recht gehabt es zu thun;nur die Hülse trennt mehrstens die Menschen, und wer die Ueber-setzungskunst besitzt, kommt froher und heiterer durch die Schaarvon Brüdern fort, die er doch in der Welt hat; nur wer sie ver-mißt, erkennt diese nicht. Wie ich es gemeint habe indessen, meineich es noch, bleibt es aber bei Deinen Worten, und wird fernerin der Weltgegrünt", so verstehet es sich von selbst, daß Her-ausgeber oder nur Mitarbeiter, gleichviel, so lange nur die eigeneungetriebene Natur grüne Blatter aus mir schießen läßt, ich mit-grüne. Und hemmt's welch ein Winter es sei, so freu' ich mich dochstets des wohl aus mir im Ursprünge der Dinge entkeimten Blumen-jünglings. - Welches nicht ganz ineine Meinung ist: Freundelaben sich mehr an dem unschuldigen ersten Wmanach^, als an demklügern zweiten; diesen rathe ich kaum den dritten an.

Ich besuche oft eure Freundin. Sie ist stark und groß undschön, wie immer. Bei Gott, in ihrer Demnth eine ruhig seligeGestalt. Marianen werde ich nächsten Tages besuchen.

Dein Brief ist sehr schön, lieber Guter, und hat mich tief an-gesprochen, ich rede besonders des ersten Theils: wie Du es gehalten,und warum Du es also gehalten mit meinem letzten Billet, lobe ichDich und gebe Dir ganz meinen Beifall.

Dieses soll nach der Post, denn Du sollst manches für denGrünen beachten, ein andermal mehr. Nur flüchtig: ich habe Ruhe-tage im Griechischen gehalten, ich verliere auch meinen Lehrer, einandermal und viel von ihm, ich umarme Euch beide herzlich.Dieses ist leider fast nur die Hülse eines Briefes.

A d e l b e r t.