zwar nicht in Folge der von ihm erhaltenen Wunde, aber spätereines natürlichen Todes gestorben. Bald folgt dieser Kunde aberauch die von dem Tode Adelheids, die nach Comminge's Verschwin-den aus der Welt als Wittwe sich zu dessen Mutter begeben hat,um mit ihr vereint den Sohn und Geliebten zu beweinen, undplötzlich gleichfalls auf unbegreifliche Weise unsichtbar geworden ist.Comminge crgiebt sich der Verzweiflung über sein verfehltes Leben.Jnmittelst erkrankt im Kloster Pater Euthym so schwer, daß er seinEnde vor Augen sieht. Er begehrt sterbend in die Mitte der Kloster-brüder gebracht zu werden, um ein Geheimniß zu offenbaren. Manwillfahrt ihm und er entdeckt nun, daß er, der vermeinte Mönch, —ein Weib — Adelheid sei, die dem Geliebten in die freiwillige Ver-bannung gefolgt. Sic stirbt. Comminge sinkt an ihrer Leiche nie-der. Der Abt schließt mit den Worten: „Was ist der Mensch! Vonder Wiege an ein Raub der Leidenschaft.").
Dies ist der Inhalt der wunderlichen Tragödie. Zweierlei istan der Bearbeitung — wir wollen dabei stehen bleiben — durchChamisso zu bemerken; das mühselige Ringen mit der Sprache —er kennt kaum noch die Bedeutung der Worte, sagt z. B. für hei-lige Flamme heilsame Flamme — und dabei dennoch eine ge-wisse Gewandtheit des Ausdrucks und das unwillkürliche Hingezogen-werden zum Rhythmischen. Die Prosa im Dialog wird ihm, ohne
daß er es merkt, zum Verse, z. B. „-Jur Himmel war der
Augenblick bestimmt — wo leicht mir werden sollte. — Mich führteheut der Vorsicht weise Lenkung — nicht blinde Leidenschaft auf seineSchritte" — u. s. w. Der Abt und die Trappisten im Chor spre-chen übrigens höchst merkwürdig durch die Prosa hin die Sterbe-litauei mit genau vorgezeichnetem Schema in griechischem, damalsdurch Klopstock erneutem Versmaße. Z. B.
Abt.
Körper werde du Staub, Erde was Erde war,
Seele, göttlicher Hauch, fliege zu Gott empor,
*) Im Original:
(Zranä Vien, lgn'set cs aas i'iromme aux passions livrs?
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