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unwissenden, strengen und verhaßten Madem. Campten anvertraut,die Erzieherin ehemals unserer Mutter und itzt die unsrige, ein, ichwill es glauben, sehr ehrliches, sorgenerfülltes Geschöpf, aber weiterauch nichts! Meine Mutter hielt viel von ihr; wir waren mit ihrin die entlegene Kinderstube verbannt. Ich weiß, daß diese Cam-pieu, mich einmal auspeitschend, ohne daß ich wußte warum, mirauf eine der Rousfeau'schen Kammbegebenheit ähnliche Art das Ge-fühl des Unrechts tief einprägte. Wir kamen von einem Spazier-gang und im Wettrennen kam ich der erste ins Schloßthor; besorgtum mich kam sie nach und ich kriegte die Peitsche. Sie war auchsehr abergläubisch, diese Campieu. Gekränkter Stolz, daß ihreNichte den Koch heirathen würde, entfernte sie vom Hause. — DieseNichte, die gute Mariane, liebte uns und hatte auch ganz unsereLiebe. Ich erinnere mich so deutlich am Tage ihrer Hochzeit . . .und nun sah ich sie, ein altes Mütterchen, umgeben von einer Mengeerwachsener Kinder, und kannte sie nicht mehr." Der hier erwähn-ten nur um ein Jahr älteren einzigen Schwester Chamisso's (gestor-ben 1846) verdanken wir die Nachricht, daß er als Knabe immernachdenklich und wortkarg, es vorzugsweise geliebt habe sich abzu-sondern, um etwas zu lernen oder über einen Gegenstand zu mcdi-tiren. Wäre er darüber — so erzählt die Schwester wörtlich —von seinen Spielkameraden geneckt und verspottet worden, so habedie Mutter, in deren Arme er sich gewöhnlich zu flüchten gesucht,den wilden Buben zugerufen: „Laßt ihn und quält ihn nicht; erwird euch alle dereinst in seiner Laufbahn überholen, wie er es jetzteuch schon in Folgsamkeit und Wissen zuvorthut!" Dies stimmtganz mit demjenigen überein, was Chamisso von sich selbst als Kindauszusagen pflegte. Sein vierter Sohn, ein Knabe von besondersschweigsamem Wesen, hatte als zartes Kind fast das Ansehen einesgeistesschwachen und beunruhigte dadurch zuweilen die Mutter.Aeußertc sie dergleichen, dann pflegte der Vater vertrauensvoll zusagen: „Der Junge wird schon werden; er ist ganz so wie ich inseinem Alter war."
Adelbert war neun Jahre alt, als er nach seiner eigenen An-gabe um das Jahr 1790 mit seinen Eltern, der Schwester und dem