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Briefen, namentlich an Briefen aus der Jugendzeit Chamissv's,zu viel gegeben. Nicht mehr davon zu unterdrücken, dazu binich aber durch eine Hoffnung bewogen worden, in welcher ichmich nur mit tiefem Schmerz getäuscht sähe. Deutschlandhat Chamisso als Mann der Wissenschaft anerkennen, es hatihn als Dichter achten lernen; durch seinen Briefwechsel nunund dasjenige was ich aus seinem Leben erläuternd beigegeben,hoffe ich, wird es ihn als Mensch, vorzüglich als Freund, wiees deren wohl wenige giebt und gegeben hat, auch innig lie-ben lernen, und von einem den man liebt, wie könnte manvon dem zu viel hören! Wer sein Herz bei der Darlegungim Grunde äußerlich wenig verwickelter Lebensereignisse nichtin Liebe für den erglühen fühlt, der diese Ereignisse innerlichzu verarbeiten gewußt, wie der tief empfindende Chamisso;nun der lege das Buch bei Seite und greife nach pikantenMemoiren, wie solche unsre Zeit ja so viele darbietet.
Es ist meinen früheren in ähnlicher Form wie die gegen-wärtige redigirten Lebensbeschreibungen von Hoffmann undvon Werner viel Lob zu Theil geworden; keines über welchesich mich mehr gefreut hätte, als über das von Heine. Erbezeichnet sie in seiner „romantischen Schule" mit EinemWorte als „gewissenhafte Arbeiten" und dies Prädikat,glaube ich, verdienen sie. Möge es auch der BiographieChamissv's von unparteiischen Richtern zu Theil werden! Esist meine letzte biographische Arbeit, denn es kann mir keinAdelbert mehr sterben.
Berlin, im Sommer 1839.
Julius Eduard Hitzig.