Die Insulaner der Südsee, weit von einander geschieden undzerstreut über fast ein Drittheil des heißen Gurtes der Erde, redenEine Sprache; in Amerika, wie namentlich hier in Neu-Californien,sprechen oft bei einander lebende Völkerschaften eines Menschenstam-mes ganz verschiedene Zungen. Jedes Bruchstück der Geschichte desMenschen hat Wichtigkeit. Wir müssen unfern Nachfolgern, wie unsunsere Vorgänger, überlassen, befriedigende Nachrichten über dieEingeborenen von Californien und deren Sprachen einzusammeln*).Wir hatten eS uns auf einer vorgehabten Reise nach einigen der»ächstgelegcnen Missionen zum Zweck vorgesetzt. Geschäfte einer an-dern Art fesselten uns in S. Francisco, und der Tag der Abfahrtkam heran, ohne daß wir zu dieser Reise Zeit abmüßigen gekonnt.
Wir berufen uns im klebrigen auf die Berichte von Laperouseund Vancouver, die wir treu erfunden haben. Seit ihrer Zeithat sich nur Weniges in Californien verändert**). Das Presidio istneu aus Luststeinen erbaut und mit Ziegeln gedeckt; der Bau derKapelle noch nicht angefangen; in den Missionen ist gleichfalls ge-baut worden, und die Kasernen der Indianer zu S. Francisco sindvon gleicher Bauart. Ein Artillerist hat Mühlen, die von Pferdengetrieben werden, in den Missionen angelegt; sie sind jetzt meistaußer Stand und können nicht wieder eingerichtet werden. Zu S.Francisco ist noch ein Stein, den ohne Mechanik ein Pferd übereinen andern Stein drehet, die einzige Mühle im Gange. Für eiligesBedürfniß zerreiben die Indianer-Weiber das Korn zwischen zweiSteinen. Eine Windmühle der russisch-amerikanischen Ansiedelungerregt Bewunderung und findet keine Nachahmung. Als vor etlichenZähren Handwerker mit großen Unkosten hieher gezogen wurden, dieverschiedenen Künste, deren man bedarf, zu lehren, benutzten dieIndianer den Unterricht besser als die Konto ramonal (das vernünf-
*) De Lama non hat in Lapero ufe's Reife schätzbare Beiträge über dieSprachen der Achastlier und Ecelemachs bei Montereh geliefert. Was sonst ge-schehen, siehe Mithridates 3, 3. x. 182.
**) Ein Fort, an gutgewählter Stelle angelegt, sperrt nun den Hafen vonS. Francisco.