Schablone große und kleine Knaben unterrichtet und behandelt.„Wo bot," fragt Gottsched,25 „unserm feinfühligen Beobachter dieNatur nur ein Beispiel eines trockenen Systems und einerlangweiligen Schablone, sie, die sich nach Kraft und Vermögenihrer Gebilde richtet, die auf allerlei Weise fördert und die keinBlatt und kein Haar dem andern gleich formt."
Wenn auch die Persönlichkeit des Lehrers bei diesem Ueber-wiegen der Methode zurücktrat, so legt er doch auch Werth aus die-selbe. Die Lehrer sollen den Schülern ein gutes Beispiel geben,sollen fromme, ehrenhafte und thätige Männer sein. Faulheit desSchülers muß durch Fleiß des Lehrers ersetzt werden. Um denBeruf möglichst zu heben, verlangt er, daß nicht, wie bisher,Kandidaten des Predigtamts vorübergehend die Stellung einesLehrers bekleideten, sondern daß von Gott mit besonderen Gabenausgestattete Didaktiker sich dieses Amt als Lebensaufgabewählen möchten. Einschränkend fügt er in der Nstüockns hinzu,daß der Lehrer ein nicht zu guter Kopf sein möchte, ist er's,so lerne er Geduld.^ Auch führt er den Ausspruch des Fortiusan: Von seinen Lehrern habe er viel gelernt, mehr von seinenMitschülern, am meisten von seinen Schülern.
In der Schule zu Patak wurde der Lehrer noch durchGehülfen in seinem Amt unterstützt. Aus der Mitte der Schülerwurden nach der Sitte der damaligen Zeit sogenannte Zehnt-männer ausgewählt, die die Ordnung aufrechthalten und dasLesen, Schreiben und gegenseitige Abfragen beaufsichtigen sollten.Sie erhielten die Ehre und das Ansehen eines Hypodidaskalos.Ebenso waren aus der Mitte der Schüler sogenannte Pädagogenbestellt, die zugleich Philopaeden sind, das heißt nicht bloßFührer ihrer Zöglinge, sondern auch ihre Freunde. Ueber derganzen Schule steht der Rektor, gleichsam ihr Licht und ihreSäule, und da er keine eigene Klasse hat, muß er täglich alleKlassen durchwandern und als eine Sonne ihren Himmel überall
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