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werden. Daher ist seine Kardinalforderung, die Methode sollnatürlich sein. Man erwartet aber nach obigem Grundsatz, daßer nun die Natur des Menschen erforschen würde. Statt dessenbelauscht er das Leben der Vögel, das Wachsen der Bäume unddas stille Wirken der Sonne und zieht aus diesen ProzessenSchlüsse für die richtige Unterrichtsmethode. Es liegt der Ein-watid nahe, daß nimmermehr das negative und animalischeLeben der Natur ein Vorbild für das intellektuelle und geistigeLeben des Menschen sein kann, mögen immerhin auch Analogienvorhanden sein, denn similia illustiLut guiäsra, ssä II0I1 probaut.Auch abgesehen davon, ist die Deduktion aus der objektivenNatur mitunter eine gezwungene. Einige Beispiele mögen diesklar machen. Aus dem Vorgang, daß, wenn der Vogel dieEier zu brüten anfängt, er nicht eher davon abläßt, bis dieJungen ausgekrochen sind, wird gefolgert, daß der der SchuleUebergebene darin so lange erhalten werden muß, bis er alskenntnißreicher, gesitteter und religiöser Mensch daraus hervor-gegangen ist. Und aus dem Vorgang, daß der Vogel das Einicht eher verläßt, bevor nicht die Gliedmaßen ordentlich geformtund gefestigt sind, folgert Komenius: Man lasse nichts gedächr-nißmäßig lernen, außer was mit dem Verstände richtig erfaßtist. Sehen wir aber von dieser augenscheinlichen Liebhabereiab und entkleiden wir seine Theorie dieses aus der Naturherbeigeholteg Schmuckes, so bleibt noch eine wahre Fundgrubepädagogischer Goldkörner übrig.
Trotz des oben gemachten Einwandes gewinnt er doch eineans die Natur des kindlichen Geistes gegründete sichere Methode,denn die Sinne sind ihm das Fundament der Erkenntniß, dahermüssen die Jüngsten in sinnlichen Dingen unterrichtet werden.Dann ist das Gedächtniß zu üben, welches die Aufgabe hat,einzuprägen, festzuhalten und zu erinnern. Es folgt der Verstand,zuletzt das Uriheil.
Sammlung. N. F. VI. 144. Z (8SS)