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Amos Komenius
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Fragt Jemand nach meiner Theologie, so will ich die Bibel nehmenund mit Herz und Mund sagen: Ich glaube, was in diesemBuch geschrieben steht; fragt er genauer nach meinem Glaubens-bekenntniß, so will ich ihm das apostolische nennen, da ich keinkürzeres und nachdrücklicheres weiß. Fragt er nach meinerGebetsformel, so will ich ihm das Gebet des Herrn weisen;fragt man nach meinen Lebensregeln, so sind es die zehn Gebote."Mit einem Wort, sein Standpunkt war das biblische, nicht daskonfessionelle Christenthum.

Nicht mit allen Lehren der damaligen Orthodoxie stimmteer überein. So ist ihm die einseitige Ueberspannung desSchriftprinzips fremd, was sich darin zeigt, daß er sowohl die ^Apokryphen citirt als auch darin, daß er in dem Streit überdie Authenticität des masorethischen Textes keineswegs für dieBuxtorse Partei nimmt. Auch weist er der Vernunft in Glaubens-sachen eine ziemlich hohe Stellung zu. Dagegen vertheidigter die Grundwahrheiten des Christenthums gegen den SocinianerZwicker, der ihn für einen Gesinnungsgenossen zu halten schien,in der Schrift Zpecrnlnrn LooiniÄini; er wirft hauptsächlich demSocinianismus vor, daß der Unterschied von Gesetz und Evan-gelium, Gebot und Glaube nicht erkannt sei und daher daspersönliche Verhältniß der Gläubigen zu Christo als Central-pnnkt der Religion nicht, zur Geltung komme, auch sei diegrundlegende Bedeutung des hohenpriesterlichen Amtes JesuChristi gänzlich verkannt.

Damit der Schatten dem Licht nicht fehle, müssen wir nocheiner Schwäche des Komenius gedenken, die wir schon bei dembiographischen Abriß erwähnten und die ihm viel Verdruß undAerger bereitete, nämlich seiner Beziehungen zu den schwär-merischen Propheten jener Tage, deren Weissagungen er, wieerwähnt, in dem Buche Onx in tsnsbris herausgegeben hatte.

Es waren dies besonders die Prophezeiungen des Gerbers

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