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Die Brutpflege der Thiere : Vortrag, gehalten zu Hamburg am 19. November 1890
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Art, mikroskopische Pflänzchen und winzige Partikelchen ab-gestorbener Organismen sind in ihm suspendirt und werdendurch Strömung und Wellenbewegung allüberall hingeführt.So begreifen wir die für das Leben auf trockenem Landeschlechterdings unmögliche Thatsache, daß ein ungeheurer Bruch-theil der gesamten Wasserbewohner immer, oder doch zeitweilig,der freien Ortsbewegung entbehrt, sich vielmehr ruhigirgendwo festlegt, um nun von der strömenden Fluth, fast möchteich sagen die gebratenen Tauben sich in den Mund treiben zulassen. So leben und so nähren sich die Korallen und Schwämme,die Moosthierchen, Mantelthiere, Meerlilien, Austern und vieleandere. Ist aber in diesen Fällen die Eigenbewegnng ganzoder doch nahezu verloren gegangen, gleichen diese Thiere somitin der Ständigkeit ihres Wohnsitzes mehr den Blumen desFeldes, als deren beschwingten Besuchern, nun so ist auch nichteinzusehen, warum sie nicht, gleich jenen, Knospen und Früchtetragen oder doch die Heranwachsende Brut mit den mannig-fachen Schutzmitteln ihres eigenen Körpers behüten sollten.Kaum eine festere Burg kann man sich ausdenken gegen diegefräßigen Räuber der Tiefe, als die steinharten Schalen derAuster, die mit gewaltiger Muskelkraft aufeinander schießen,wenn Gefahren im Anzüge. Und zwischen diesen Schalen, indem zartmaschigen Gitterwerk der Kiemen, da haust die jungeAusternbrut und läßt sich's wohl sein, bis auch sie der all-mächtige Wandertrieb, der alles thierische und pflanzliche Lebengleichmäßig beherrscht, hinaustreibt ins feindliche Leben zurGründung des eigenen Herdes.

Ich könnte die Beispiele häufen, bei welchen in ganz ähn-licher Weise die junge Nachkommenschaft von den machtvollenSchutzmitteln bewegungsarmer Meeresthiere umschlossen wird;ich könnte erzählen von den stachelstarrenden Bruttaschen derSeeigel, der zum Brntraum umgewandelten Mundhöhle mancher

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