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Die Brutpflege der Thiere : Vortrag, gehalten zu Hamburg am 19. November 1890
Entstehung
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Unsere moderne Natnrauffassung enthält in sich ein Element,welches verhältnißmäßig noch jungen Datums ist, nichtsdesto-weniger aber schon jetzt von den breitesten Schichten des Volkesals unumstößliche Wahrheit erfaßt und verfochten wird: dieDarwinsche Lehre vom Kampfe ums Dasein.

Das Wort des Dichters:Die Welt ist vollkommen überall,wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual", hat für dieheutige Generation seine Geltung verloren. Wohin wir auchblicken mögen, auf blumiger Wiese, wie im schattigen Waldes-dunkel, auf einsamer Bergeshöhe, wie in den unergründlichenTiefen des Ozeans, allüberall sehen wir feindliche Gewalteneinander gegenüberstehen, sehen wir sie ringen um das täglicheBrot, ums nackte Leben, sehen wir rücksichtslosesten Egoismussich breitmachen in der Ausnutzung erworbener, in der Erwerbungneuer Vortheile fürs eigene Dafein.

Es war nur ein kleiner Schritt zu der alsbald mit immergrößerer Klarheit in unser Bewußtsein sich eindrängenden Er-kenntniß, daß auch in der menschlichen Gesellschaft der Einzelnenicht minder hart um seine Existenz zu ringen hat, wie dieThiere des Waldes. Wohl mag in dem gewaltigen Gefüge desmodernen Kulturstaates die Liebe zum eigenen Ich in ihrenbrutalsten Aeußerungen bei Vielen gebändigt werden durch die

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