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Häschen, der gestohlenen Gans stillt Meister Reineke den Hungerseiner zahlreichen Familie. — Aber bei diesen höheren Thierenfindet sich noch eine andere Einrichtung, die bei den tieferstehenden Geschöpfen kaum andeutungsweise hie und da in dieErscheinung tritt; das ist die wunderbare Fähigkeit der Mutter,für die ersten, hülflosesten Tage der Kindheit im eigenenKörper einen unübertroffenen Nahrungsstoff bereiten zu können,die Milch. Schon von den Tauben ist es bekannt, daß sie inihrem Kropfe aus besonderen Drüsen eine rahmartige Masseabsondern, mit welcher sie ihre Jungen ätzen; für die Säuge-thiere aber ist diese innige Beziehung zwischen Mutter und Kindeine ganz allgemeine; sie knüpft nicht nur das Wohl und Wehedes Kindes rückhaltslos an das Geschick der Mutter; sie istauch vor allem dazu qngethan, die schlummernden Funken derKindesliebe zu leuchtender, beseligender Flamme anzufachen.
Wenn wir die im bisherigen vorgeführte Mannigfaltigkeitder Mittel, mit welchen die Thiere ihre Pflichten gegen diekommende Generation zu erfüllen bestrebt sind, noch einmal imGeiste dnrchmustern, so sollte man fast meinen, daß dieseMannigfaltigkeit in der That ausreiche, um unter allen Lebens-Verhältnissen den gewünschten Erfolg zu sichern. Dennoch zeigtsich bei allen jenen vortrefflichen Einrichtungen ein schwacherPunkt, der entschieden noch zu weitergehenden Bestrebungenveranlassen mußte, das ist die völlige Hüls- und Schutzlosigkeitder Brut während der Zeit, wo die Eltern zur Herbeischaffungdes täglichen Brotes vom Hause entfernt sind. Es ist jarichtig, daß in Hinblick auf diesen Uebelstand ein abwechseln-des Hüten des Hauses seitens der beiden Eltern die einfachsteLösung wäre, und bei vielen Vögeln finden wir diese Arbeits-theilung in der That durchgeführt. Aber es ist nun einmalleider nicht wegzuleugnen, daß oft genug der Herr Papa vonden ernsteren Pflichten des Familienvaters nur sehr unklare