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Die Brutpflege der Thiere : Vortrag, gehalten zu Hamburg am 19. November 1890
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wissen, wie gewaltig einerseits der nothwendige Kraftverbrauchfür die Aufzucht der Kinder am Körper zehrt, wie riesenhaftandererseits die Zahl der Keime anwachsen muß, wenn derenVerbringung in günstige Lebensbedingungen ausschließlich demZufall anheimgestellt ist, so lenke ich den Blick auf jeneThierformen, welche infolge der Existenzbedingungen, unter denensie leben, nichts, aber auch rein gar nichts für die Pflegeihrer Brut zu thun in der Lage sind, auf die Eingeweide-würmer. Rudolf Leuckart hat es unternommen, die Massevon Körpersubstanz zu berechnen, welche etwa ein Spulwurmin einem gegebenen Zeitabschnitt zur Produktion von Eikeimenverwendet, und er kommt zu dem Schluß, daß diese Daten, aufmenschliche Verhältnisse übertragen, einem Kindersegen von70 kräftigen jungen Weltbürgern pro Tag entsprechenwürden.

Wenn unsere Fische und Eidechsen, unsere Frösche undSchlangen nach dem Gesagten meist in der glücklichen Lagesind, der weiteren Sorgen um die Heranwachsende Nachkommen-schaft sich entschlagen zu können, so soll damit nicht behauptetwerden, daß dieses Verhalten im Thierreiche die Regel sei.In Tausenden und Abertausenden von Fällen erweist sich ebendas einfache Aus setzen der jungen Brut auf einen besondersgünstigen Platz an der großen Speisetafel der Natur als un-zureichend, und es treten alsdann alle jene mannigfachen undwunderbaren Erscheinungen erweiterter Brutpflege ein, welchevon jeher das Interesse des Naturfreundes in besonders hohemMaße erregt haben.

Schutz und Nahrung, so sagten wir, sind die beideHauptbedürfnisse der werdenden Generation. Wie nun, wennein passender Schutz von selbst sich nicht darbietet, wenn dasjunge Geschöpf etwa nackt und wehrlos allen Unbilden derWitterung, allen Angriffen lüsterner Feinde preisgegeben, ja,

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