Druckschrift 
Die thierische Eigenwärme und deren Erhaltung
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26

viel Zeit wir dafür brauchten, denn wir waren in einem eigen-thümlichen Stupor und hatten gar kein Bewußtsein von Zeit. Wir waren Beide nicht bei voller Besinnung und haben nureine ganz verwirrte Erinnerung an die Erlebnisse vor der Er-reichung des Zeltes. Wir waren in einem vollständigenDelirium und hatten kein vernünftiges Verständniß mehr fürdie uns umgebenden Verhältnisse. Wir schritten nur vorwärtswie im Traum." Auf dem Wege von dieser Zwischenstationnach dem Standquartier befiel die ganze Gesellschaft noch einmalein allgemeiner Kräftenachlaß, dessen Folgen nur durch höchstenergisches Eingreifen von Kaue abgewendet werden konnten.Er äußert sich über dieses Erlebniß:Mit dem abgestumpftensbenumbscl) und fast lethargischen Gefühl der äußersten Kültewar ich natürlicherweise genügend vertraut, aber das vielfacherwähnte schläfrige Wohlbehagen eomlort) des Frostes

hatte ich stets als eine romantische Ausschmückung angesehen.Jetzt mußte ich mich aber von der gänzlichen Unrichtigkeit dieserMeinung überzeugen. Zwei unserer kräftigsten Leute kamen zumir und baten um Erlaubniß zu schlafen, indem sie versicherten,sie befänden sich wohl, spürten keine Kälte und litten auch nichtdurch den Wind, sondern bedürften nur etwas Schlaf; undLiesen Versicherungen stimmten auch die klebrigen bei; zweiMann waren auch bereits stehend eingeschlafen."

Bisher wurden nur warmblütige Thiere, beziehungsweiseMenschen berücksichtigt, und erkannt, daß diese im stände sindbis zu einem gewissen Grade einer höheren oder niedrigerenäußeren Temperatur gegenüber ihre Eigenwärme und damit dieMöglichkeit ungestörten Lebens zu behaupten. Ein anderes istes mit den sogenannten kaltblütigen Thieren, deren innereLebensthätigkeiten mit so wenig Energie vor sich gehen, daß sienur eine sehr geringe selbständige Eigenwärme entwickeln. DieFolge dieses Verhältnisses ist es, daß diese Thiere stets die